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Test: Airman vs. Lezyne

Airman „Tour“ Luftkompressor

Der Airman ist ein elektrischer Kompressor mit kleinem Packmass von ca. 10x15cm und 800 Gramm Gewicht. Man schliesst ihn an die Bordsteckdose an und kann den Reifen auf bis zu 5 bar aufpumpen. Voraussetzung ist allerdings ein normaler Bordanschluss (Zigarettenanzünder). Erhältlich ist der Airman z.B. bei Louis, wo er etwa 28,- EUR kostet oder auch bei Amazon für ca. 25,- EUR.

Das Kabel mit Anschluss für die Bordsteckdose und der Luftschlauch sind ordentlich an der Unterseite des Kompressors selbst verstaut. Ein Manometer für die Luftdruckkontrolle ist am Kompressor vorhanden und die Anzeige ist auch ganz gut ablesbar. Es ist aber sicherlich kein Präzisionsinstrument.

Der Kompressor funktioniert dabei einwandfrei und macht während des Einsatzes weniger Lärm als aufgrund einiger Nutzerberichte befürchtet. Das Gehäuse ist aber mit recht einfachem Plastik verarbeitet und der Stecker zur Bordsteckdose ist etwas hakelig. Probleme kann es zudem beim Einsatz an Motorrädern mit CAN-Bus geben, da die Bordelektronik leistungshungrige Verbraucher gerne mal einfach abschaltet. Das kann z.B. an der BMW R1200GS der Fall sein und dann ist nichts mehr mit Pumpen.

Ich hatte in Andalusien ein Reifenproblem an einem Mietwagen und den Airman dann am Auto ausprobiert. Das Kabel zur Bordsteckdose ist dabei lang genug um von innen bis zum Rad zu kommen und der Reifen war nach wenigen Minuten wieder auf 2,5 bar aufgepumpt, allerdings am PKW und nicht an meiner GS.

 

Lezyne Micro Floor Drive HVG

Ich war dann wirklich sehr lange auf der Suche nach einer qualitativ hochwertigen manuellen Pumpe mit Autoventil („Schraderventil“). In einem amerikanischen Fahrrad-Forum wurde ich dann fündig und entschied mich für die Lezyne Micro Floor Drive HVG. Dabei ging es vor allem um einen möglichen Einsatz ohne Bordnetz bzw. Abhängigkeit von einer elektrischen Speisung.

(Das Bild zeigt die Lezyne HV ohne „G“ und damit ohne die manuelle Druckanzeige…)

Die Lezyne ist wirklich klein und leicht (ca. 260 Gramm) und man findet immer irgendwo einen Platz um sie zu verstauen. Der Wechsel vom Fahrrad- zum Autoventil (Presta-Ventil zum Schrader-Ventil) erfolgt schnell und einfach mittels umstecken bzw. umdrehen des Adapters.

Bei mir ist natürlich immer das Autoventil gesteckt. Nach dem Anschrauben des Anschlusses am Ventil kann man dann auch schon mit dem Pumpvorgang beginnen.

Ein manuelles Druckmanometer ist am Schlauch vorhanden (Modell HVG), aber der Druck ist darauf nicht wirklich gut abzulesen. Es gibt von Lezyne auch eine Variante mit digitaler Druckanzeige, aber ich wollte ja keine Elektronik. Das Modell HV (ohne „G“ dahinter) hat gar keine Druckanzeige und eigentlich benötigt man diese auch nicht. Mir geht es darum, im Schadensfall wieder auf die Strasse zu kommen. Ob dann 2 bar oder 2,5 bar auf den Kilometern bis zur nächsten Tankstelle vorhanden sind ist zweitrangig.

Die Stunde der Wahrheit kam dann im Sommer 2018 in Südfrankreich, wo ich mir eine Schraube in den Vorderreifen gefahren habe. Nach der Reparatur des Reifens (schlauchlos) an meiner GS habe ich für das Aufpumpen auf 2,5 bar mit der Lezyne nur etwa 3-4 Minuten benötigt. Die korrekten 2,5 bar wurden mir dann beim Start im Display des Motorrads angezeigt.

Die Handhabung ist denkbar einfach: Pumpe anschliessen, aufpumpen, fertig. Man ist dann nach der Benutzung auch nicht ausser Puste und alles klappt einwandfrei.

Mittlerweile habe ich meine beiden GS mit je einer Lezyne ausgestattet und den Airman in die Garage verbannt.

 

Fazit:

Die Lezyne wiegt nur ein Drittel des Airman und man ist unabhängig von einer Stromquelle. Dafür kostet sie aber das Doppelte. Sofern der Preis nicht abschreckt, ist die Lezyne Micro Floor Drive eine wirklich gute Hilfe und ich kann die Pumpe ausdrücklich und aus eigener Erfahrung im Einsatz empfehlen.

Wer häufig den Luftdruck verändern möchte, wird den Airman wählen. Da aber bei Motorradreisen vor allem das Gewicht entscheidend ist, ziehe ich die Lezyne dem Airman vor. Ausserdem bin ich dann unabhängig von einem Stromadapter und von einer möglichen CAN-Bus-Abschaltung.

Der Airman ist ein guter Kompressor, aber die Lezyne ist als manuelle Pumpe leicht, narrensicher und immer einsatzbereit.

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2 Kommentare

  1. ebee 06/05/2019 — Autor der Seiten

    Hi Andreas,

    ja, kann man natürlich machen. Bei mir sind Werkzeug und E-Teile in einer kleinen Hecktasche verstaut, die eigentlich permanent montiert ist. Ein zweckentfremdetes HT-Rohr dafür sieht man häufig, aber irgendwie ist mir das nicht ästhetisch genug. Von der Funktion her spielt das natürlich keine Rolle und wenn man es braucht, würde man um das Wasserrohr bestimmt betteln 🙂

  2. Andreas 06/05/2019

    Hey. Ich habe mir für die Pumpe und Flickzeug und ne Warnweste am Kofferträger radseitig ein Wasserrohr befestigt. Da ist alles immer drin, auch für die kleine tour zwischendurch. Stört nicht. Und für die große tour kommt dann der Kompressor ggf noch zusätzlich mit.
    Beste Grüße aus Osnabrück
    Andreas
    https://europeonwheels.wordpress.com/

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