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Route des Grandes Alpes 2018

Unsere Juni-Urlaubs-Sommertour nach Andalusien führte über ein kleines Stückchen der „Route des Grandes Alpes“ (RdGA), ganz im Süden der Westalpen, schon nahe am Einzugsbereich der Cote d’Azur.

Diese knapp 700 Kilometer lange Traumstrecke durch die französischen Alpen fand sich dann schnell auf der „ToDo-Liste“. Und da im August noch eine gute Woche ohne Präsenztermine übrig war, stand der Erledigung der „offenen Arbeiten“ auch nichts mehr im Wege.

Eigentlich wollte ich diesmal nur durch Fotos berichten und auf Text völlig verzichten. Naja, du siehst ja wie gut das klappt…

Meine Entscheidung fällt wieder mal sehr kurzfristig und ich mache mir erst gar keine Hoffnung auf geeignete Mitfahrer. Ich starte alleine, dafür aber bewaffnet mit Kamera und der Absicht, so viele schöne Fotos wie möglich zu machen. (Einer der echten Vorteile bei Alleinreisen)

Hier zunächst ein paar Fakten zur „Route des Grandes Alpes“:

Startpunkt: Thonon-le Bains (Genfer See),

Endpunkt: Menton (Cote d’Azur)

Anzahl der Pässe: 16 (je nach Zählweise)

Lage/Geografie: Französische Alpen (Westalpen/Seealpen)

Streckenlänge: Knapp 700 Kilometer

Höchster Punkt: 2.764m (Col de l’Iseran)

Tiefster Punkt: 0m Sea Level (In Menton)

Soweit die sehr vielversprechende Daten und ich bin schon sehr gespannt auf die Live-Version, zumal jeder der die Route gefahren ist, in den höchsten Tönen davon schwärmt.

Ich fahre zunächst in Richtung Basel und treffe mich im Schwarzwald noch mit einem Geschäftspartner, bevor es am Nachmittag weiter ins Hotel geht. Der Sommer 2018 ist so richtig warm und mein Hotelzimmer am Abend im Dachgeschoss hat wohl knapp 65 Grad Celsius. Diesen Tag beende ich daher lieber auf der Gartenterrasse.

Weiter geht es am nächsten Morgen bei Basel über die Grenze in die Schweiz und über Bern nach Montreux an den Genfer See. Am Südufer gibt es gerade ein Jetski-Rennen und ich schaue mir das Treiben eine Weile an.

Vom Ufer aus versuche ich eine Logik hinter dem Spektakel zu erkennen, aber es gelingt mir nicht. Das soll jetzt keine Kritik sein, ich kenne mich auf dem Wasser nur nicht so gut aus.

Was ich aber erkennen kann ist, dass die Teilnehmer sehr viel Spass haben. Und wenn andere Menschen Spass haben, habe ich es meistens auch.

So ein Jetski würde sich bestimmt gut in meiner Garage machen (Blöd nur, dass ich keinen See habe…)

Etwas weiter in Richtung Thonon-le-Bains geht es dann schon wieder ruhiger zu und das Städtchen Évian-le-Bains davor habe ich als einen wunderschönen, gepflegten Ort kennengelernt.

Hier bei Thonon beginnt nun auch der Einstieg in die Route des Grandes Alpes und ich fahre jetzt vom Genfer See in die Berge. 700 Kilometer Hochgebirge mit 16 Alpenpässen liegen vor mir und am Ende winken das Mittelmeer und die Küstenstadt Menton an der Cote d’Azur.

Aber jetzt geht es erst mal durch Wälder und Täler, vorbei an Wasserfällen und über erfreulich ruhige Nebenstrassen. Ich bin ziemlich gespannt ob die Route das hält, was sie in den vielen Berichten verspricht.

Aber die ersten beiden Pässe „Col des Gets“ (1.172m) und „Col du Châtillon-sur-Cluses“ (742m) verpasst man, wenn man nicht darauf achtet. Jedenfalls dienen die beiden eher zum warm werden und sind nicht wirklich erwähnenswert.

Der „Col de la Colombière“ (1.618m) ist dann schon mal etwas höher und ich sehe im Vorbeifahren wenigstens das passende Hinweisschild.

Weiter geht es wohl über den „Col de Saint-Jean-de-Sixt“ (956m), den ich aber wieder verpasse, bevor ich es mir am „Col des Aravis“ (1.487m) zum ersten Mal gemütlich mache und die Bergwelt geniesse.

Während es auf der linken Seite der Passstrasse noch ganz gepflegt und fromm zugeht…

…wird auf der anderen Seite schon allerhand Touristen-Schnickschnack angeboten. Irgendwie würde sich so eine Glocke bestimmt gut machen am Lenker der GS, aber ich kaufe dann doch keine (da ich darauf weder ABE, CE noch E-Kennzeichnung finden kann!)

Hoffnung auf einen Platz unter einem der Schirme mache ich mir nicht, daher setze ich nach kurzer Zeit wieder den Helm auf und fahre den nächsten Pässen entgegen.

Mit zunehmender Höhe wird es kühler und wolkenreicher, aber immerhin bleibt es heute trocken. Die Temperaturunterschiede ziwschen Tälern und Pässen sind schon bemerkenswert. Unten ist es um die 25 Grad warm, oben geht es auch schon mal bis 17 Grad runter, je nach Höhe.

In den Hochtälern hängen dann auch mal ein paar Wolken herum, aber meistens herrschen mit etwa 20 Grad Celsius motorradfreundliche Temperaturen, ganz im Gegensatz zu den Saunabedingungen des 2018er Sommers in Deutschland.

„Col des Saisies“ (1.650m) und „Col du Méraillet“ (1.605m) passiere ich eher fliegend und pausiere dann am beeindruckenden „Cormet de Roselend“ mit (1.968m). Den muss ich nun ausführlich fotografieren, da die Passhöhe zu wunderbar zu meinem Geburtsjahr passt.

Unten im Tal biege ich vom Asphalt ab und suche mir mal ein paar Meter Schotter. Ab und zu muss man die Komfortzone auch verlassen und hier erscheint mir der richtige Ort zur richtigen Zeit.

Ein kleines Stückchen Asphaltersatz kann man in dieser Gegend immer mal fahren, aber für wesentliche Offroadetappen fehlt hier etwas Platz. Nebenstrecken führen recht schnell wieder auf normale Strassen.

Etwas östlich von Bourg-Saint-Maurice habe ich oberhalb von Seez eine passende Bleibe für die Nacht gefunden: Das „Hotel Relais du Petit Saint Bernard“. Zwei Sterne, sauber, gemütlich, nett. Dazu eine unglaubliche Aussicht. Mehr braucht kein Mensch!

Als ich die Koordinaten des Hotels in das Navi eingebe, verspüre ich die helle Freude beim Anblick der Anfahrt.

Das Haus liegt ganz oben am „La Rosiere“ und damit praktisch kurz vor der Grenze nach Italien.

Der Aufstieg führt mich über einen Streckenteil der Tour de France 2018. Hier hat man den Asphalt rosa gestrichen und ich habe ernsthaft Sorge, dass sich ein Männermoped hier unwohl fühlt, aber es klappt wider erwarten doch ganz gut.

(Dabei überlege ich, wie lange es noch dauert, bis sie den Kölner Ring rosa lackieren?)

Der Empfang an der Rezeption ist überaus freundlich und ich kann mein Motorrad gleich unten in der Garage abstellen.

Danach zieht es mich geradewegs auf die Sonnenterrasse, denn beim Hineingehen an die Rezeption hatte ich aus den Augenwinkeln vielversprechende, kühle Getränkekreationen mit weissen Häubchen erkennen können. Genau das Richtige für den heutigen Tag.

Ich komme dann ins Gespräch mit einer kleinen Gruppe Wanderer (ja, sorry – heute heisst das „Hiking“!) und wir trinken ein paar Gläser zusammen, bevor ich dann aber mein Zimmer beziehe und endlich aus den Motorradsachen raus will.

Hier oben geniesse ich am Abend dann auch die exquisite französische Küche im hauseigenen Restaurant: Es gibt „Viande hachée en pain avec frites pommes de terre“. (Hamburger mit Pommes, was sich auf französisch wirklich sehr gepflegt anhört…)

Ein paar Meter oberhalb des Hauses beginnt der „Col du Petit St Bernard“. Eigentlich könnte man den auch noch mitnehmen?! Vielleicht ein anderes Mal…

Der nächste Morgen beginnt schon sehr früh mit warmen Sonnenstrahlen. Ich fahre zunächst hinunter ins Tal, um wieder den Einstieg in die Route des Grandes Alpes zu finden.

Die winzigen Bergdörfer liegen jetzt noch ziemlich verschlafen am Berghang und man kann jeden Meter ausgiebig geniessen.

Dieser Teil der Route führt nur wenige Meter westlich der italienischen Grenze entlang, weiter nach Süden. Und die Täler erscheinen hier immer tiefer und steiler.

Dann geht es durch den bekannten Wintersportort Val d’Isere, der mir so richtig gut gefällt und direkt danach zum Aufstieg des „Col de l’Iseran“. Dieser ist mit 2.770m der höchste Pass der Route des Grandes Alpes und der höchste Alpenpass überhaupt.

Während die Wolkenfetzen von der Sonne langsam zerpflückt werden, steigen die Höhenmeter auf meinem Navidisplay an.

Hier gibt es dann endlich das ganz grosse Kino in Sachen Panorama, wobei das gar nicht nötig wäre. Die Serpentinen hinauf lassen schon alleine genug Glücksgefühle aufkommen, für motorisierte Reisende bestimmt, für Motorradfahrende sowieso.

Weiter oben, etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Val d’Isere und der Passhöhe gibt es einen wirklich unglaublichen Aussichtspunkt, direkt neben der Strasse.

Hier verbringe ich fast eine Stunde mit Staunen, Fotografieren, Berge gucken und Respektsbekundungen gegenüber einem Schweizer Radfahrer, der sich tatsächlich mit Muskelkraft hier hochgekämpft hat.

Etwas verwundert bin ich aber über den Verkehr, besser gesagt über den nicht wirklich vorhandenen Verkehr. Wie kann es nur sein, dass dieses göttliche Asphaltband zur besten Reisezeit derart unterfrequentiert daher kommt?

Ich will mich sicher nicht beschweren. Die Alpen sind im August an anderen Stellen viel stärker befahren, das hatten wir im Sommer 2015 bei unserer Tour entlang der oberitalienischen Seen und in den Dolomiten erkannt.

Hier aber kann man erfreulich frei fahren und Verkehrsbehinderungen in Form von Bussen, Wohnmobilen und Rentnern in wohnwagenschleppenden Opel Zafiras gibt es praktisch gar nicht.

Es ist einfach nur fantastisch und ich bin total happy, dass das Wetter mitspielt und mich die passenden Fotos für den Reisebericht machen lässt. Die Kulisse hat es verdient!

Während es oben auf knapp 2.800 Metern recht frisch zugeht, überlege ich auch ein Steinmännchen zu bauen, aber es waren keine Steine mehr über (oder so…)

Da nutze ich die Zeit lieber um Beweisfotos vom Moped zumachen. Der Col de l’Iseran ist übrigens die höchste permanent befahrbare Passstrasse Europas und sowas muss Mann selbstverständlich irgendwann im Leben mal mit dem Motorrad befahren haben.

(Bemerkung am Rande: Die Strasse zum „Pico del Veleta“ in der spanischen Sierra Nevada ist noch höher, für den motorisierten Verkehr üblicherweise aber nicht freigegeben)

Beim Anblick der Abfahrt überlege ich kurz: In der Mitte runter oder lieber links am Berg lang? (Ich entscheide mich für Letzteres…)

Jetzt mal ehrlich: Was empfindest du beim Anblick so einer Bergstrecke, die man im Hochsommer fast komplett für sich alleine hat?!

Meine heutige Übernachtung kommt mir ideal nahe der Strasse vor die Räder und ich entscheide mich spontan dazu, hier heute die Nacht zu verbringen:

(Ok, kleiner Spass… Ich fahre natürlich weiter, da in dem Gebäude kein WiFi verfügbar ist!)

Die Strassen sind dagegen alle im tadellosen Zustand. Ab und zu gibt es mit Bitumen geflickte Teile und dort sollte man es vorsichtig angehen lassen, aber generell ist der Belag einwandfrei. Mangels Leitplanken empfiehlt es sich jedoch, den Konzentrationslevel hoch zu halten.

Unten im Tal kann man auch abseits der befestigten Strasse fahren und ich entscheide mich nochmal für die artgerechte Variante.

Ein paar Kilometer weiter erreiche ich das Örtchen „Bonneval-sur-Arc“. Am Ortseingang gibt es etwas abseits einen kleinen Supermarkt und ich kann mich wieder mit Vorräten eindecken, da sich der kleine Hunger meldet.

Man hätte aber auch genug Gelegenheiten für eine Einkehr und Nahrungsaufnahme in der bequemen, serviceorientierten Variante.

Stattdessen fahre ich an der schönen alten Steinbrücke vorbei und suche mir einen Platz für mich alleine.

Am Fluss mache ich an einer einsamen Stelle eine Pause und geniesse bei sonnigem Wetter mein Mittagessen in Form von Baguette und etwas Käse.

Ich lehne mich ans Motorrad, schaue auf das Wasser des vorbeifliessenden Bergflusses und geniesse meine einfache, dafür aber tiefenentspannte Brotzeit. Wundervoll!

Weiter gehts zum „Fort Victor-Emmanuel“, einer Festung von 1818. Die mittlerweile restaurationsbedürftige Anlage liegt direkt am Weg.

Während sich unten in der Schlucht besonders Mutige am Stahlseil über die Tiefe gleiten lassen, schaue ich mir das Treiben in Ruhe vom Motorrad aus an. (Erkennst du hier den Menschen am Stahlseil?)

Die Festungsanlage liegt an einem steilen Hang in 1.350 Metern Höhe und sieht zumindest aus der Ferne noch ganz robust aus.

Vielleicht sollte ich mir die Festung ansehen, aber mir ist gerade nicht nach Sightseeing, dazu ist das Wetter zu schön und ich fahre lieber weiter. Ein paar schöne Pässe möchte ich heute noch unter die Räder nehmen.

Da wäre als Nächstes der gar nicht mal so hohe „Col du Telegraphe“ mit 1.566 Meter.

Der Telegraphe selbst ist nett, aber nicht mehr, bereitet jedoch schon den nächsten imposanten Aufstieg vor: Und zwar zum „Col du Galibier“.

Der Galibier ist immerhin noch die Nummer Zwei der höchsten Pässe auf der Route, allerdings spielt dies nicht wirklich eine Rolle. Hier macht jeder Teil der Route Spass und zwischendurch überlege ich, am Ende in Menton einfach umzudrehen und alles in der Gegenrichtung wieder zurückzufahren.

Alleine dieses eine Panorama hier oben ist schon die Reise wert. Ich denke, man muss die Route mehrmals fahren, ganz bestimmt. Einmal um zu wissen was einen erwartet, einmal um die Highlights zu geniessen, einmal mit guten Freunden. (Ich sollte mir einen Kunden in den Seealpen suchen, dann kann ich die Reisekosten absetzen…)

Wo sind eigentlich die ganzen anderen Fahrzeuge? Oder habe ich einfach nur Glück und den richtigen Wochentag erwischt? Solche Serpentinen fast für sich alleine zu haben, ist einfach nur ein Traum!

Na gut, ein paar einheimische Damen sind auch anwesend und geniessen ihr Hausrecht, lassen mich aber mit schauen.

Wir sehen uns zusammen die Berge an, während mir wieder die Glocken vom Col des Aravis einfallen, aber ich sollte mein Glück nicht herausfordern.

In Briancon hat sich der Nachmittag blitzschnell verfinstert und mich erwischt dann plötzlich ein ordentliches Gewitter. Ich flüchte unter ein Tankstellendach, der Regen fällt wie aus Kübeln vom Himmel und ich ziehe es vor, das Unwetter abzuwarten.

Während die Wassermassen vom Himmel stürzen, steht neben mir ein Endurofahrer mit leicht verzweifelter Miene und erklärt mir, dass das Glas von seinem Rücklicht gebrochen ist. Ich verstehe das Problem nicht so ganz. Offenbar will er nicht ohne weiterfahren oder sorgt sich, dass er es unterwegs verliert.

Na wenn das alles ist?! Ich zücke meine Werkzeugrolle und fixe seinen roten Plastikdeckel mit zwei Kabelbindern. Währenddessen holt er uns aus dem Tankshop zwei Kaffee und wir warten dann gemeinsam auf trockenes Wetter.

Das dauert dann auch gar nicht lange. Schon wenige Minuten später ist der ganze Spuk wieder vorbei und ich kann mich mit dem nächsten 2000er beschäftigen. Jetzt geht es hoch zum Col d’Izoard auf 2.360 Meter und die Landschaft ändert sich in ein eher kargeres Bild.

Direkt danach geht es hinunter, vorbei an den Orten Arvieux und Les Moulins, bevor man rechts der D902 durch ein sehr enges und ziemlich wildes Steintal mit ein paar spektakulären Tunneln folgt.

Der Col de Vars ist heute mein letzter Pass und ich bin dann am späten Nachmittag wieder auf der Suche nach einer gescheiten Übernachtungsmöglichkeit.

Ich habe es übrigens schon vor längerer Zeit aufgegeben, Hotels vorab zu buchen. Mindestens in Mitteleuropa ist das unnötig und es ist einfach viel bequemer, am Nachmittag dort zu suchen wo man sich befindet, anstatt noch irgendwelche langen Etappen bis zur Reservierung fahren zu müssen oder frühzeitig den Tag zu beenden weil es mal schneller lief als gedacht.

Heute erwische ich das „Hotel L’Equipe“. Ein Haus, das im Winter wohl besonders von Skifahrern frequentiert wird und irgendwann in den Sechzigern modern war. Jedenfalls lässt die Ausstattung vermuten, dass die Technik hier nicht erst heute Morgen installiert wurde.

Aber Personal, Aussicht, Terrasse und Bar machen alles wieder wett.

Ausserdem gibt es am Abend einen Sonnenuntergang der so rot glüht, dass ich nicht sicher bin, ob ich solche Farben schon mal gesehen habe.

Heute Morgen bin ich ziemlich früh wach und mache mich dann auch schnell fertig für die Abfahrt. Bei der Ankunft gestern hatte ich wenige Kilometer vor dem Hotel das Hinweisschild zum „Col de la Bonette“ gesehen. Der gehört zwar nicht zur Route des Grandes Alpes, ist aber der höchste befahrbare Alpenpass überhaupt. Wie könnte ich den auslassen?

Ich hole also das Motorrad aus der Garage und überlege, wieviel Zeit ich wohl mehr benötigen werde, um den Umweg über den Bonette zu fahren?

Eigentlich egal: Wir reden vielleicht über ein paar Stunden und ich habe keine Termine. Ob ich nun einen Tag früher oder später irgendwo ankomme spielt doch keine Rolle.

Es überkommt mich das Gefühl, dass es heute gut ist, so früh auf dem Motorrad zu sitzen.

Zudem beginnt der Tag klar und der Himmel verspricht gutes Wetter.

Von Barcelonnette fahre ich dann ein paar Kilometer zurück nach Osten, um in Jausiers südlich in Richtung „Col de la Bonette“ abzubiegen.

Schon beim Aufstieg bin ich begeistert. Landschaft und Wetter sind absolut perfekt und da ich heute wirklich überaus früh war, bin ich tatsächlich das einzige Fahrzeug auf dem Weg nach oben.

Gibt es etwas schöneres, als eine solche Traumstrecke in aller Früh komplett für sich allein zu haben?

Oben angekommen bietet sich mir ein fantastisches Panorama in allen Himmelsrichtungen. Und aus 2.800 Metern Höhe lässt es sich ziemlich weit schauen.

Ich mache dann Fotos rund um den Bonette in alle Richtungen und irgendwann treffen neben einer Motorradgruppe, bestehend aus vier deutschen Fahrern dann auch weitere Reisende ein. Zeit aufzubrechen und die Strecke wieder in nördlicher Richtung zurück nach Jausiers zu fahren.

Theoretisch könnte ich vom Bonette auch direkt südlich fahren, müsste dann aber den „Col de la Cayolle“ auslassen. Und die Route des Grandes Alpes nicht komplett zu fahren, stellt natürlich überhaupt keine Option dar!

Nur ein kleines Stückchen zurück zweigt dann links ein Weg ab und ich überlege kurz, diesen zu fahren. Er soll bis nach „Saint-Dalmas-le-Selvage“ führen und bietet offensichtlich reines GS-Gelände, allerdings müsste ich dann ebenfalls den Cayolle auslassen oder einen weiteren Tag einplanen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Aber ein kleines Stückchen muss ich es natürlich trotzdem probieren…

Gegen späten Vormittag komme ich dann wieder in Jausiers (Nettes Örtchen!) an und steige zurück auf den regulären Teil der Route des Grandes Alpes ein.

Zunächst gibt es noch ein paar felsige Abschnitte, aber es wird dann schnell sehr viel grüner.

In einigen der Hochtäler finden sich sogar richtig saftig-grüne Weiden und man verspürt auch langsam den Einfluss des Mittelmeerklimas. Immerhin sind wir hier auch schon in den Seealpen.

Der Cayolle ist auch wieder einer von den gemütlichen Pässen, trotz seiner 2.326 Meter. (Es könnte allerdings auch sein, dass ich zwischenzeitlich verwöhnt bin…)

Südlich des Cayolle gibts ein paar nette alte Tunnel und ich liebe den Sound des Boxers wenn er zwischen den Felswänden hallt. (Da ich auch hier weitestgehend alleine unterwegs bin, darf ich mich vielleicht sogar über den Klang des luftgekühlten Zweizylinders freuen?)

Der Col des Champs ist wiederum keiner der Pässe der Route des Grandes Alpes, aber er liegt auf dem Weg und ich nehme ihn dann mal mit. (Er lohnt sich nicht wirklich)

Mir scheint es, als würden die Pässe jetzt langsam flacher werden und weniger aufregend daherkommen.

Am Col de la Couillole treffe ich oben endlich mal wieder auf zwei Motorradfahrer und freue mich. Aber nicht lange.

Nummer eins ist ein Deutscher, Nummer zwei ein Spanier. Ich will den Spanier höflich zuerst begrüssen, werde aber von Nummer eins abgefangen und direkt zugetextet. Er beginnt ungefragt mit einem ausgiebigen Vortrag zu seiner 800er GS, deren Vorzügen gegenüber einer 1200er, seinen Fahrkünsten, Erfahrungen und leitet dann ohne Atempause über zu einer halbwissenschaftlichen Abhandlung zum Aufbau von „Compoundreifen“ im Allgemeinen und im Speziellen.

Vom Spanier erfahre ich gerade noch, dass er aus Barcelona kommt, während er sich breit grinsend davonmacht und mich mit der fortwährend redenden Nervensäge alleine lässt.

 

Ich bin immer wieder überrascht, wie es manche Menschen schaffen, mir Lebenszeit zu stehlen und gleichzeitig verhindern, dass ich die Flucht ergreife. Während er weiter auf mich einredet, checke ich schon mal Karte und Reststrecke auf meinem Tankrucksack. So weit ich mich erinnere, müssten noch drei letzte Pässe folgen: Col Saint Martin, Turini und Castillon. Das ist zwar nicht mehr ganz so weit, aber wenn dieser Kasper mich weiter so nervt, schaffe ich das Programm heute nicht mehr.

Mittlerweile ist er beim „Leistungsgewichtsunterschied“ zwischen 800er und 1200er angekommen und wieso ich das falsche Motorrad fahre. Ich drehe mich um, nehme den Helm und starte den Motor. Was für ein Spinner.

Dies sind Momente in denen ich urplötzlich wieder erinnert werde, warum Alleinreisen schön sein kann. Wie kann man nur so viel Quatsch erzählen, während die Landschaft ruhig und friedlich daliegt? Was können diese schönen Berge denn für die Hubraumdifferenz?

Nach dem Col Saint Martin geht es hoch zum Col de Turini, dem Pass der bei der Rallye Monte Carlo für die „Nacht der langen Messer“ sorgt. Das ist in der Tat eine echte Autostrecke und ich könnte mir auch vorstellen, den Turini mal mit vier Rädern zu befahren. (Zumindest würde es dann Sinn machen, über Leistungsgewichte nachzudenken…)

Bei der Abfahrt vom Turini bin ich einerseits froh, es bald geschafft zu haben, andererseits traurig, dass die Reise schon wieder dem Ende zugeht.

Während ich so darüber nachdenke, übersehe ich ein wesentliches Detail: Die Strasse!

Die Serpentinenabfahrt ist zwar wunderschön, allerdings auch frisch asphaltiert. Nach einem etwas längeren geraden Stück will ich in die folgende 180-Grad Kehre hineinbremsen, habe aber weder mit dem spiegelglatten, nagelneuen Asphalt gerechnet, noch mit den Resten von Rollsplit die noch überall rumliegen.

Kurz vor dem Rand der Kehre und der nur etwa 50 Zentimeter hohen Begrenzungsmauer bringe ich das Motorrad zum Stehen und vermeide den Absturz in die Schlucht. Heiliges Blechle und ABS sei dank! Einen Meter weiter und das wäre es gewesen.

Das war eine stille Ermahnung, dass das Motorradfahren keine ganz ungefährliche Sache ist und man immer voll bei der Sache sein sollte. Dieser böse Fehler wäre ganz klar auf meine eigene Kappe gegangen. (Nur gut, dass „Compoundreifen“ heutzutage so ausgereift sind!)

Irgendwann habe ich den Schock über meine eigene Unkonzentriertheit aber überwunden und sehe am Horizont das Blau der Cote d’Azur.

Menton empfängt mich bei bestem Sommerwetter und reichlich Verkehr. Ich überlege noch kurz, schon oberhalb der Stadt ein Hotel zu suchen, entscheide mich dann aber doch dazu, die Sache nicht halbfertig zu lassen.

Das Abschlussfoto der Route des Grandes Alpes kann nur am Ende sein. Und das Ende kann nur am Wasser sein. Also fahre ich auch bis ans Wasser. (Ich vermute, das ist so eine Männersache? Eigentlich ist es egal, aber irgendwie auch eben nicht… Du weisst was ich meine, ja?)

Ich fahre dann die Strasse einfach geradeaus durch Menton und stehe am Ende vor dem Ufer der Cote d’Azur. Hier geht es nur noch links nach Italien oder rechts in Richtung Monaco (Jedenfalls solange man noch keinen Jetski hat…)

Am Hafen von Menton mache ich noch ein Foto der Gegenrichtung und fahre dann wieder hoch in die Berge nach Sospel.

In einer Rechtskurve führt die Strasse um einen Berghang herum und ich bin immer noch ziemlich defensiv unterwegs. Knapp hinter dem Scheitelpunkt der Kurve liegt ein Land Rover Defender auf der Seite, es ist ein Auto der französischen Armee. Die Insassen des Havarierten und ein zweiter Defender stehen neben dem kaputten Auto und schauen irritiert, sind aber wohlauf. Einer der Soldaten schaut besonders bedrückt und ich vermute, er war derjenige, der die Grenzen der Physik erkundet hat. (Also „Leistungsgewicht“ und „Compoundreifen“ und so…)

So ein Defender ist nun mal kein Rennwagen und hat andere Einsatzgebiete. Aber ja, hinterher ist man immer schlauer…

Die Sonne bewegt sich schon langsam in Richtung Horizont und ich bin dann froh, hier wieder eine passende Bleibe zu finden.

Ich quartiere mich im „L’Auberge Provencale“ ein. Laut Bewertungen soll das Haus zwar ok sein, die Betreuung aber noch Optimierungspotenzial besitzen. Aber es war heute die letzte bezahlbare Option in Sospel.

Und so ist es dann auch: Bevor ich es mir mit einem kühlen Getränk auf der Terrasse des Hauses bequem machen kann, unternehme ich zunächst einige Anstrengungen, die Dame des Hauses A: zu finden und B: um ein Glas Wein zu betteln. Als Übernachtungsgast bin ich durchaus gewillt, meinen Verzehr finanziell zu vergüten, vielleicht ist ihr das nicht so richtig bewusst?!

Naja, jedenfalls habe ich sie irgendwann so weit, mir ein Glas einzuschenken und nehme zur Sicherheit dann lieber gleich zwei. Wer weiss, ob sie heute überhaupt nochmal erscheint? Der Sonnenuntergang entschädigt auf jeden Fall.

Am nächsten Morgen geht es dann schnurstracks zum Tende-Pass in Richtung Italien.

Oben am Tunnel steht die Ampel für die einspurige Durchfahrt auf Rot und die Uhr zeigt mir 12 Minuten Wartezeit an. Während ich schnell die Kamera zücke um die Szene zu fotografieren, steht direkt neben mir ein italienisches Päärchen.

Er mit einer wunderschönen nagelneuen Honda Africa Twin und einer nicht weniger bezaubernden Sozia. Da mein Italienisch indiskutabel ist, versuche ich es auf Englisch. Da muss er zwar passen, dafür hüpft mir jedoch seine Freundin entgegen.

Sie ist ein wirklich tolles Mädel und wir verlieren uns im Gespräch  über Motorradreisen in Süditalien, Sardinien und Sizilien.

Während die Restminuten an der Warteampel viel zu schnell herunter zählen, verfinstert sich seine Miene mit jeder weiteren roten Leuchtziffer. Als die letzten zwei Minuten angezeigt werden kann ich förmlich sehen, wie kochender Dampfdruck aus seinen Ohren entweicht.

Sie will ihm noch ein kurzes Fazit unseres Gesprächs geben, aber er zischt nur ein „ho capito“ heraus und man kann die spannungsgeladene Luft deutlich spüren. Ich habe jetzt Sorge, dass es gleich einschlägt, dabei haben wir uns nur kurz unterhalten.

Na denn, fordern wir unser Glück mal lieber nicht heraus. Während er den Tende-Pass auf der italienischen Seite mit seiner Begleitung viel zu schnell fährt um eine möglichst grosse Lücke herzustellen, lasse ich es mal lieber langsamer angehen, dabei hätte ich durchaus einen Vorteil beim „Leistungsgewicht“ (Sorry, der musste jetzt nochmal sein…)

Meine Rückreise fahre ich dann durch Italien und über Cuneo nach Turin, dann durchs Aosta-Tal und Montreux, Bern, Basel. Bei Offenburg übernachte ich nochmal im mir schon bekannten Hotel Rammersweier Hof (Ein sehr gescheites, ordentliches Haus!).

Am Abend treffe ich dort zufällig den Mitarbeiter eines Kunden und wir haben reichlich Spass bei erfrischenden Getränken im Biergarten, während wir uns übers Reisen unterhalten.

Er fährt auch Motorrad und würde nur zu gerne mal eine solche Tour machen. (Warum macht er es nicht einfach?) Ich versuche ihn zu ermutigen, merke aber auch, dass es bei eher halbherzigen Absichtserklärungen bleiben wird.

Manchmal bin ich erstaunt über die Energie, die Menschen in die ausführliche Erläuterung von Gründen stecken, etwas eben NICHT machen zu können. In der Zeit hat man ja schon fertig gepackt.

 

Fazit

Wie ist es nur möglich, dass ich die „Route des Grandes Alpes“ während der besten Reisezeit so ruhig vorgefunden habe? Das ist kein Vergleich zum Trubel in Südtirol und den bekannten österreichischen Pässen. Ich gehe mal nicht davon aus, dass jemand den motorisierten Verkehr extra für mich umgleitet hat?! Wer oder was auch immer dafür gesorgt hat: Danke für diese unglaublich tolle Route ans Mittelmeer!

Gefahrene Strecke: 3.004 km

Reisezeit: August 2018

Schäden/Verluste: Keine

Spritpreis Super in F an einem Tag: 1,59 – 1,98 EUR (Wow!)

Mein errechnetes Leistungsgewicht: 3,29kg/PS (sic!)

Die „Route des Grandes Alpes“ ist ganz klar Champions League! Wer noch Kurven üben möchte, ist hier goldrichtig und wenn man die komplette Route absolviert hat, kann man es. (Oder man liegt samt Maschine in irgendeiner Schlucht)

Wenn – wie in meinem Fall – auch noch das Wetter mitspielt, ist das die totale Erfüllung. Da passt einfach alles: Landschaft, Strassen, Kurven, Berge, Panorama, Menschen (Naja, meistens jedenfalls…)

Ausserdem kommt man aus Mitteleuropa ohne grosse Probleme oder aufwändige Anreise dort hin. Die Route selbst (Thonon-le-Bains bis Menton) kann man in drei Tagen schaffen, ich würde aus heutiger Sicht aber fünf Tage empfehlen, gerne natürlich auch mehr, vor allem wenn man die tollen Pässe abseits (z.B. Col de la Bonette) noch mitnehmen möchte.

Hotels und Pensionen gibt es an der Strecke genug. Ich habe mich immer erst am Nachmittag darum gekümmert, trotz Sommersaison. Das war überhaupt keine Schwierigkeit.

Einziges Problem: Ich muss die Strecke irgendwann nochmal in der Gegenrichtung fahren!

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12 Kommentare

  1. ebee 05/03/2019 — Autor der Seiten

    Sehr schön und vielen Dank für die Tipps. Das bringt mir dann einen Grund um die Route nochmal zu fahren.

  2. Meikel 05/03/2019

    Sehr schooner Beitrag.
    Ich habe die Tour schon einmal, hin (RGA) und retour über Route Napoleon gemacht. Einmal bin ich über Italien angereist und dann die RGA zurückgefahren.
    Es war jedesmal ein grandioses Erlebnis und steht für Wiederholung noch einmal auf meinem Plan.

    Wenn du wieder in der Gegend bist musst du unbedingt den Gorges du Daluis und den Gorges du Cians fahren. Beide sind absolut einen Abstecher wert. Wobei der Daluis den Cians vom Naturerlebnis weit übertrifft.
    Am besten mal nach Bilder goggeln.

    Grüße und mach weiter so.

  3. Anonymous 25/02/2019

    hallo
    toller bericht.

    fahre die rga im Juni von Menton nach vevey.
    grüsse klaus.

  4. VerfahrniGS 21/02/2019

    Vielen Dank für diesen brillanten Reisebericht!

  5. Nooodles 20/02/2019

    Toller Bericht, kurzweilig und interessant geschrieben – und spätestens bei der Erzählung von der Labertasche 100% Sympathiesteigerung.
    Tolle Fotos, die viel Erinnerung in mir wecken.

    Und jetzt lese ich mal die anderen Berichte…..

  6. triplepez 18/02/2019

    Einzigartig packender Reisebericht mit tollen Bildern.
    Ich habe die Tour mit einigen abweichenden Tagesausflügen 2017 (3 Personen) gefahren. Wir waren 14 Tage unterwegs.
    Diese Route war das Highlight unter allen Touren die ich bis dato gemacht habe. Verkehrstechnisch war es bei uns auch so wie bei dir obwohl wir in der Hauptreisezeit (Anfang August) unterwegs waren.

  7. Nik 17/02/2019

    Wie schon geschrieben wurde, die RdGA ist eine unter vielen Alpentouren und reißt einen zunächst mal nicht vom Hocker wenn man davon hört. Wird sie aber aber so wahrgenommen, wie du sie erlebt und beschrieben hast, dann sieht das ganz anders aus. Habe die Route schon 3 x gefahren, nur dass ich eine andere Rückreiseroute gewählt habe und vom Bonette weiter in Richtung Cote gefahren bin, habe ich exakt die gleichen Eindrücke bekommen. Hatte auch das Gefühl,obwohl Hauptreisezeit, ich bin alleine unterwegs oder ich habe permanent Sperrschilder übersehen, weil mein Französisch so grottenschlecht ist. Deine Naturstein Übernachtungsmöglichkeit kenne ich auch, habe aber nur einen Fotostop gemacht, weil das Personal aushäusig war. ;-0)

    Danke für den launigen Bericht, er hat mich darin bestärkt, ich fahre im nächsten Jahr diese Tour ein viertes Mal.

    Gruß
    Nik

  8. Klaus Detomaso 15/02/2019

    Danke für deinen tollen Reisebericht. Ich war selber schon mehrmals dort, bevorzuge es aber im Sinne der Sicherheit, nicht alleine zu reisen. Meine Frau ist mir deshalb sehr dankbar. Tolle Bilder inkl. gelungene Kommentare.

    lg Claudio

  9. maxmoto 15/02/2019

    Ein Bericht über die RdGA – nix Besonderes, wie alle halt.
    Und jetzt kommt die Erklärung:
    Ein Bericht von Dir über die RdGA!
    Wie alle Berichte von Dir (die ich kenne) einfach einzigartig.
    Und das im positiven Sinn.
    Es macht Lust zu Lesen, weil Du einen mitnimmst.
    Wie bei allen Berichten von Dir, habe ich das Gefühl hinter Dir herzufahren und das ist, liest man es zu einer Jahreszeit, in der das Befahren der Strecke nicht möglich ist, der ideale Ersatz.
    Vielen Dank, dass Du Dich entschlossen hast, den Bericht zu verfassen. So schön die Bilder sind, auf Dein Geschriebenes möchte ich nicht verzichten, denn dann kommen die Bilder als Maraschinokirsche auf dem Sahnehäubchen daher.

    „Ich bin immer wieder überrascht, wie es manche Menschen schaffen, mir Lebenszeit zu stehlen und gleichzeitig verhindern, dass ich die Flucht ergreife.“
    Dieses Gefühl kenne ich auch (wer nicht).
    Mitterweile bin ich so „brutal“, dass ich solchen Menschen empfehle, das ihrem Friseur zu erzählen, weil’s mich nicht interessiert – und dann mit nem „Servus“ weiter fahre.
    Danke!
    Maxmoto

  10. Benny 15/02/2019

    Toller Bericht und wunderschöne Bilder! Die RdGA geht ja immer, aber ich hätte nicht gedacht, dass es im Sommer so leer ist!

    Mein Highlight: die pinke Straße nach La Rosière!!!

    Danke fürs Mitnehmen und Erinnerungen auffrischen!

  11. ebee 15/02/2019 — Autor der Seiten

    Herrlich, dein Kommentar. Und damit hast du mir MEINEN Tag gerettet. Danke!

  12. X_FISH 15/02/2019

    Merci für den Beitrag, hat mir den Vormittag versüßt. Mache mich jetzt auch gleich daran mich zu Compoundreifen einzulesen damit ich bei Gesprächen am Straßenrand mithalten kann wenn mich dazu jemand befragen sollte. 😀
    Tipps wie man Labertaschen entkommt: Gelber Helm. Scheint schon mal so 50-70% der Erzählfreudigen abzuschrecken. Dann noch böse-leidend gucken (also einfach an den Literpreis von knapp 2 Euro denken und dabei den Gesichtsausdruck von Al Bundy immitieren). Sollte das nicht helfen einfach davon anfangen zu berichten das man sonst einen PKW fährt, dieser mit seinem Turbolader und dem permanent installierten Dach und der Klimaanlage tatsächlich ausschließlich Vorteile gegenüber einem Krad hat.
    Wenn auch das nicht abschreckend genug ist hilft nur noch sanftes Beleidigen: »Ich hatte auch mal das Motorrad was Sie gerade fahren. War Kacke. Kaufen sich daher laut Fachforen wohl nur geschlechtskranke oder sexuell unentschlossene Personen in der Midlifecrisis – mein Beileid. Wie läuft es eigentlich bei Ihnen so im Bett? Schon mal Compoundkondome ausprobiert?«. 😀

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