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Bosnien 2021

Dies ist Teil 5 meiner Balkanreise 2021, hier ist Teil 4.

Bosnien empfängt mich mit einer mehr als provisorischen Strasse. Ich kann mir jetzt überlegen, ob ich die Strecke entlang der Drina als „baufällig“ oder „noch im Bau“ bezeichne.

Das Navi meldet jedenfalls „Unbefestigte Strasse“, was den Zustand der Schotter-Sandpiste ganz treffend wiedergibt.

Eigentlich ist es eine der Hauptverbindungen zwischen Montenegro und Bosnien, aber wir wollen heute mal nicht kleinlich sein. Ausserdem hatte ich Offroad-Passagen eingeplant, nur hätte ich sie hier nicht erwartet, aber was solls. Zwischen Foca und Mostar steht ein Teil des TET Bosnien auf meinem Wunschprogramm und jetzt beginnt das eben schon etwas früher.

Am Rand der Strecke gibt es ein paar Campingplätze für die Raftinggäste und zwei der Anlagen haben sogar einen Swimmingpool. Mir ist es gerade aber noch zu früh um den Tag zu beenden und heute sind auch die Temperaturen erträglich. Ich lasse die verlockenden Gelegenheiten deshalb links liegen.

Meine einzige Chance auf eine Querung der Drina finde ich kurz vor Foca und die Brücke hier sieht auch nicht mehr so taufrisch aus.

Danach geht es auf der anderen Seite wieder zurück in Richtung Süden und die Strecke verläuft ziemlich kurvig durch den Wald, als ich an einer grossen Lichtung in einem der Täler ein seltsames Gebilde auf einem Hügel erkenne.

Da hier ausnahmsweise auch mal ein paar andere Menschen auftauchen, halte ich am Fusse der Anlage an und schaue mich neugierig um.

Es handelt sich um die Gedenkstätte für die Schlacht an der Sutjeska, die für den Staat Jugoslawien – und für den Kult um den späteren Diktator Josip Tito – von besonderer Bedeutung war.

Ziel der deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg war hier die Gefangennahme Titos, der damals noch der Partisanenführer war. Die monatelangen Kämpfe 1943 führten aber nicht zum gewünschten Erfolg, trotz einem Aufgebot von weit über 100.000 Soldaten, alleine auf Seite der Achsenmächte und Tito konnte schliesslich entkommen, wenn auch mit deutlich dezimierter Armee.

Später erhob Jugoslawien die ganze Geschichte dann zu einem Heldenepos um Marschall Tito und errichtete hier, am Schauplatz der Schlacht, das riesige Denkmal.

Ich stelle das Motorrad unten ab und laufe dann zu Fuss hinauf, um mir die Sache näher anzuschauen. Eine nachvollziehbare Logik kann ich hinter der Skulptur nicht direkt erkennen. Es kann aber auch sein, dass mein Kunstverständnis dazu einfach nicht ausreicht. Mit der schier irrsinnigen Menge Beton hätte man vorhin bei Foca aber wohl auch drei neue Brücken bauen können.

Dass sich die sozialistischen Betonblöcke sonderlich harmonisch in die Landschaft einfügen, würde ich ebenso wenig behaupten, aber ok, beeindruckend – auf ihre Weise – ist die Anlage schon.

Ich sattle wieder auf und erwische den Teil der heutigen Route, der sogar eine ansprechende Asphaltstrasse bietet. Und landschaftlich ist das alles wieder grosses Kino, in einem richtig schönen, wenig befahrenen Tal Richtung Gacko.

Der TET geht dann wieder durchs Unterholz. Meistens befinde ich mich auf Schotter, die Strecke ist aber ganz gut fahrbar. Eine ordentliche Schotterpiste ist mir meistens sogar lieber, als völlig ramponierte Asphaltstrassen mit Schlaglöchern. Da musst du dann viel mehr aufpassen, dass du dir nicht die Felgen durch die Schläge ruinierst.

Und eine kaputte Felge, hier in der Pampa, würde wohl das Ende der Reise bedeuten. Das muss wirklich nicht sein.

Was die temporär fehlenden Schlaglöcher angeht, machen marode Brücken aber alles wieder wett.

Auch davon habe ich in Georgien allerdings noch schlimmere gesehen, diese hier geht somit noch als „gut in Schuss“ durch.

Kurz vor Gacko habe ich dann Schwierigkeiten, an einem heftig überladenen Heutransporter vorbeizukommen. Ich würde aber gerne vorbei, weil ich schon nach kurzer Zeit Strohfetzen in jeder Falte und Öffnung meiner Motorradkleidung hängen habe. Der Typ ist leider so flott unterwegs, dass ich keine Lust habe, nochmal so eine Harakiri-Aktion wie in Mazedonien zu erleben, als ich den Bautransporter ohne Rückleuchten erwischt habe.

So geht das dann über Kilometer, bevor er abbiegt und ich wieder frei durchatmen kann. Gut, dass ich keine Probleme mit Heuschnupfen habe!

Etwas weiter zieht sich heute nun der Himmel zu und zwischenzeitlich sieht es gefährlich so aus, als ob ich mir lieber eine Bleibe suchen sollte. Die Blitze zucken bereits aus den dunklen Wolken.

Eigentlich ist das eine dieser Situationen, in denen ich noch hoffe, trocken durchzukommen, mich eine Minute später aber pitschnass im Gewitterschauer wiederfinde.

Mich rettet zunächst der wenig ansprechende Ort Gacko, wo es westlich in Richtung Mostar geht. Das ist gut, denn so kann ich mich von der grossen Gewitterwolke wieder entfernen, die eher südlich von Gacko hängt.

Gacko wird bestimmt vom örtlichen Braunkohlekraftwerk. Es macht zusammen mit dem riesigen Tagebau den Ort nicht attraktiver und ich bin dann froh, als ich die Gegend hinter mir lasse.

Da ich zusammen mit Gacko offensichtlich auch die Gewitterzone umfahren kann, freue ich mich auf den Rest des TET.

Es sind nur noch etwa 90 Kilometer bis nach Mostar und ich bin froh, angesichts der Aussicht auf eine trockene Ankunft. Diesen Teil des TET fahre ich vollkommen alleine und sehe dann auf den restlichen Kilometern auch kein anderes Fahrzeug mehr.

Ich geniesse die Offroad-Route und komme dann an die letzte Flussquerung, bevor es wieder auf die befestigte Strasse nach Mostar gehen müsste.

Vor mir sieht es aus, als ob hier häufiger Autos oder LKW den Fluss durchfahren, jedenfalls meine ich zwei Spuren im Wasser vor mir zu erkennen. Ich entscheide mich aus später nicht mehr nachvollziehbaren Gründen für die linke Spur, vielleicht weil sie mir etwas einfacher erscheint.

Manchmal ist es verhext: Du entscheidest dich für eine von zwei Möglichkeiten und Murphys Gesetz schlägt unbarmherzig zu. Nach dem obligatorischen Foto, direkt vor einer dieser von mir heissgeliebten Flussdurchfahrten, setze ich an und fahre ganz zuversichtlich durchs Wasser, das habe ich schon hundert Mal gemacht.

Das ist jetzt Phase Eins, wenn man eintaucht und denkt „Hui, so tief sah das gerade gar nicht aus?!“, während das Vorderrad bereits unter der Wasseroberfläche verschwindet.

Phase Zwei ist, wenn man merkt, dass das Hinterrad den Halt verliert und auf irgendeinem rutschigen Stein unter Wasser durchdreht.

Phase Drei ist, wenn fehlender Vortrieb, nasse Steine und durchdrehende Räder untereinander ausmachen, wer jetzt gleich als Dritter den Kürzeren zieht.

Phase Vier bedeutet: Was da unter mir ausgefochten wird, hat unmittelbare Auswirkungen auf die Vorwärtsbewegung von Mensch, Motorrad und Gepäck.

Mitten in Phase Fünf – also während alles zu Seite kippt – wird mir dann bewusst, wieviel mehr Wasser ein Fluss in den Alukoffer befördert, als ein Gewitterschauer. War ich vorhin nicht der Meinung, heute schaffe ich es trocken ins Hotel?

Die Maschine liegt jedenfalls schön mittig im Fluss, ich direkt  daneben. Nur der linke Seitenkoffer schaut noch aus dem Wasser, als ich mich wundere, wie lange der Motor trotzdem weiterläuft. In diesem Moment bemerke ich das nächste drohende Problem.

Erster Gedanke: Not-Aus! Wenn der Motor jetzt Wasser ansaugt, wars das. Ich ertaste den Schalter am rechten Lenkerende glücklicherweise sofort und kann die Maschine abschalten.

Dann beginnt der körperlich schwerste Teil der Rettung. Die ganze Fuhre muss aus dem Fluss wieder in die Senkrechte, was so als Alleinreisender durchaus Kraft erfordert, zumal Motorrad, Alukoffer, Gepäck und Ausrüstung deutlich mehr als eine viertel Tonne auf die Waage bringen. Die Koffer abzubauen dauert mir zu lange, denn ich habe Sorge, dass in der Zeit, die ich dafür benötige, meine gesamte Habe geflutet ist. Sowas ist frustrierend, denn du hast die Wahl zwischen zwei sehr schlechten Lösungen.

Ich habe schon gelernt, wie man ein Motorrad wieder aufhebt, aber das war auf ebener, fester Fläche und nicht in einem Fluss, unter Wasser, auf glitschigen Steinen. Im vierten Anlauf habe ich alles wieder oben und muss mir jetzt nur noch überlegen, wie ich wieder aufs Motorrad komme, ohne gleich alles auf die andere Seite zu werfen.

Als ich hinter dem Fluss endlich aus dem Schlamassel raus bin, halte ich ziemlich ausser Atem an und mache mich an die Schadenaufnahme. Meine erste Sorge gilt der Kamera, die im Tankrucksack steckt, der komplett unter der Wasseroberfläche verschwunden war. Ich bin ja ein Fan von dem Enduristan-Zeug und stelle gerade wieder fest, wieso. Die Sachen haben mich noch nie im Stich gelassen und auch jetzt ist kein Tropfen in den Tankrucksack eingedrungen. Du brauchst da auch kein solches Spielzeug wie einen Regenüberzug! Sollte da mal Wasser drin sein, dann nur, weil du den Reissverschluss offen gelassen hast. Die Kamera ist jedenfalls trocken und funktioniert tadellos. Glück gehabt!

Aber auch sonst ist augenscheinlich noch alles an seinem Platz, nur im rechten Alukoffer steht Wasser, er enthält aber nichts, was nicht schnell wieder trocken wäre oder allergisch darauf reagiert.

Ich selbst bin jedoch komplett nass und schütte gefühlte zwei Liter Wasser aus meinen Motorradstiefeln. Na das wird ein Spass, in den triefenden Klamotten auf dem restlichen Weg bis nach Mostar…

Oben bin ich durch den Fahrtwind recht schnell wieder trocken. Mein Hauptproblem sind die Stiefel, denn die sind wasserdicht. Das bedeutet, wenn Wasser oben reingekommen ist, geht es nicht wieder raus, jedenfalls mindestens solange nicht, wie da noch Füsse drinstecken. Während der Weiterfahrt überlege ich mein Glück, dass ich mich bei solchen Kapriolen bisher noch nicht verletzt habe. Hilfe war unten am Fluss weit und breit nämlich nicht zu erwarten. Vielleicht ist es doch ganz gut, wenn man ab und zu Sport macht?

Zurück zum Land: Interessant finde ich noch den Übergang von der Republik Srpska zur Föderation Bosnien-Herzegowina. Da braucht es keine Grenze oder einen Schlagbaum. Man merkt es immer sofort, wenn man in einem Ort noch kyrillische Schrift auf den Schildern hat und der nächste Ort die Namen dann in lateinischer Schrift wieder gibt. (Auch ich kürze gerne auf „Bosnien“ ab, was streng genommen nicht korrekt ist, denn Bosnien ist eben nur ein Teil des Staates.)

Mein Tagesziel heute, Mostar, liegt im Kanton Herzegovina-Neretva und die Altstadt interessiert mich besonders, da sie ein UNESCO-Welterbe darstellt.

In Mostar angekommen suche ich mir ein kleines B&B in der Nähe der Altstadt. Das „Aurelia“ liegt in einer kleinen Nebenstrasse in fussläufiger Entfernung vom historischen Zentrum.

Mein Motorrad kann ich im Innenhof hinter dem massiven Eingangstor abstellen und Dzan begrüsst mich unter seinem Pavillon im Garten. Alles hier ist sehr gepflegt und er bittet mich, meine Schuhe vor dem Betreten des Hauses auszuziehen, was mir angesichts meiner Fluss-Einlage vom Nachmittag gerade sehr entgegenkommt. Die Stiefel können hoffentlich über Nacht austrocknen.

Nachdem ich mich selbst einigermassen sortiert habe, kümmere ich mich zunächst wieder um das Motorrad. Ich denke, da ist – auch angesichts der Fahrstrecke bisher – ein Komplettcheck fällig, zumindest so weit ich das selbst erledigen kann. Optisch ist Gott sei Dank alles ok und ich kümmere mich noch um Öl, Bremsen, Räder, Speichen und Reifen. Das ist schon irre, was eine GS so alles mitmacht!

Danach geht es zuerst unter die bitter nötige Dusche, und dann auf in die Altstadt. Auf dem Weg komme ich an den immer noch sichtbaren Spuren des Krieges vorbei. Besonders zwischen 1992 und 1994 wurde in Mostar heftig gekämpft.

Mostars Altstadt ist sehr touristisch, aber das habe ich so auch erwartet. Dafür fehlen die Hektik und der Trubel. Die kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster bieten jede Menge Souvenirläden und Restaurants.

Ich möchte aber zuerst zur berühmten Brücke „Stari most“ über die Neretva, den Fluss, der die Stadt von Norden nach Süden teilt. Die Brücke wurde 1566 erbaut, 1993 während des Krieges gezielt beschossen, zerstört und 2004 wieder aufgebaut.

Die Stari most erreiche ich auch recht schnell, denn die Altstadt von Mostar ist nicht besonders gross, dafür aber umso schöner.

Heute sind sogar die Brückenspringer aktiv und ich kann ein paar von ihnen bei dem 20-Meter-Sprung beobachten. Die Altstadt hier ist wirklich genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich möchte jetzt aber erstmal etwas essen und später nochmal zurück zur Brücke, wenn das Licht zum Fotografieren besser ist.

Dzan hatte mir das Restaurant „Hindin Han“ empfohlen. Es liegt etwa 100 Meter westlich der Stari most und ist so gut, wie Dzan es angekündigt hatte.

Nach dem Essen streife ich noch eine Zeit lang durch die Stadt und schaue mir alles an. Der Touristentrubel direkt an der Brücke ist schon spürbar, aber insgesamt macht Mostar trotzdem einen ganz gemütlichen Eindruck.

Dzan ist am nächsten Morgen sehr früh wach, was im Wesentlichen an seiner erst wenige Monate alten Tochter liegt. Wir sitzen also gemeinsam im Pavillon im Garten beim Kaffee und unterhalten uns, denn Dzan spricht hervorragend Englisch. Was zunächst mit einem Smalltalk beginnt, wird zu einer ausgedehnten Konversation mit unglaublich vielen Hintergrundinformationen und ich sauge alles interessiert auf.

Es ist – purer Zufall – um die Zeit des 26. Jahrestag des Massakers von Srebrenica und der Tag, an dem in nach Sarajevo fahren will. Dies ist ein Feiertag in Bosnien – zumindest in diesem Teil Bosniens – und ich bin mir der Bedeutung dieses Datums noch nicht so richtig bewusst. Das wird sich allerdings sehr bald ändern. Klar, ich kenne die Geschichte dahinter und kann mich noch an das Jahr 1995 und die Nachrichten aus Srebrenica erinnern. Was dies aber für die Bevölkerung in Bosnien heute noch bedeutet, habe ich nicht erwartet. Natürlich erzählt auch Dzan davon. Mir scheint es in diesem Fall, als würde die Zeit nicht die Wunden heilen, sondern den Schmerz verlängern.

Danach erzählt mir Dzan viel von Bosnien, den verschiedenen Volksgruppen und Religionen, den Besonderheiten der Republik Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowina. Brisant ist aus seiner Sicht das Zusammenleben der beiden Haupt-Bevölkerungsteile, also zwischen Serben und Bosniaken. Er hat seine ganz eigene Meinung zu den Dingen, weniger in Bezug auf ein imaginäres Feindbild, als zum gesellschaftlichen Zusammenhalt generell. Seine Ansichten bewerte ich durchaus als nachvollziehbar. Sachlich und wertfrei würden die meisten Menschen ihm wahrscheinlich zustimmen.

Dzan zieht einen Vergleich zu Deutschland und unserem Umgang mit der Zeit zwischen 1933 und 1945. Er meint, wir hätten uns ehrlich und offen entschuldigt. Das würde er sich auch von den Verantwortlichen für Srebrenica wünschen, stattdessen würde die jedoch alles leugnen. Mir bleibt nichts, als zuzuhören.

Dann schwenkt er thematisch nach Deutschland. Seine Frau hat in Deutschland promoviert und dann viele Jahre dort an einer Hochschule gearbeitet, sie kennt sich daher ganz gut aus. Er fragt mich nun, was wir seit ein paar Jahren mit unserem Land veranstalten. (Eine Frage, die mir im Ausland immer häufiger gestellt wird…) Ich würde ihm dazu gerne eine logische Erklärung liefern, habe aber noch keine gefunden, jedenfalls keine, die für halbwegs intelligente Lebewesen nachvollziehbar ist.

Dann sagt Dzan Dinge, für die wird man in Deutschland mittlerweile gesperrt, zensiert und öffentlich angeprangert, weil sie einem bestimmten Teil Menschen nicht passen. Es ist tragisch, welch tiefe Gräben sich heute quer durch die Bevölkerung ziehen.

Ich glaube gerade, ich schaue mal lieber nach den Motorradstiefeln vor der Haustür, die sind über Nacht nun hoffentlich getrocknet. Dzan fragt mich dann nach meinem Plan für den Tag und ich zeige ihm auf der Karte die Route.

Da hat er jedoch einen besseren Vorschlag und schreibt mir seine Empfehlung auf einen Zettel. Dazu erklärt er mir, auf welchen Teilen seiner Route man die schönsten Gegenden sieht. Es geht nichts über die Tipps von Einheimischen und ich freue mich über seine Alternative.

Als ich aus Mostar abfahre, ist es immer noch recht früh, trotzdem wir uns heute Morgen beim Frühstück ganz ordentlich verquatscht haben.

Es geht zunächst auf die Strecke über Jablanica nach Konjic, vorbei am Jablanicko Stausee. (Währenddessen gehen mir die Aussagen von Dzan nicht aus dem Kopf. Ich frage mich, wann wir in Deutschland das Diskutieren verlernt haben. Dinge, über die man vor 10 Jahren noch sprechen konnte, sind heute tabu, jedenfalls wenn man die „falsche“ Meinung vertritt.) Fast hätte ich dabei vergessen, auf die Landschaft zu achten, die das definitiv nicht verdient hat.

Ich bekomme den Eindruck, ich wäre hier bei „Herr der Ringe“ unterwegs. Ok, den Film (oder sind das mehrere?) habe ich nie gesehen, aber wenn ich einzelne Bilder davon sehe, denke ich, die könnten die Szenen hier gedreht haben .

Dann erreiche in Konjic. Der Ort hatte schon zur Römerzeit eine strategische Bedeutung, hiess früher Neretva, wegen dem gleichnamigen Fluss, der dann auch durch Mostar fliesst. Die jugoslawische Volksarmee hat die Stadt dann in Konjic umbenannt und hier liegen ein paar alte, militärisch wichtige Einrichtungen.

Auch hier fahre ich in der Stadt an Gebäuden mit Einschusslöchern vorbei. Ich frage mich aber, ob die Hochhäuser ohne die Löcher schöner wären?

Von Konjic könnte ich nun recht schnell nach Sarajevo weiterfahren, aber Dzan hat mir die Strecke nach Süden, zunächst weiter in Richtung Foca, dann über kleinste Wege durch die Berge empfohlen.

Am Ortsausgang von Konjic sehe ich Schilder, die auf ein „Bauwerk D-0 ARK“ hinweisen und ich werde neugierig. Die lange Zeit geheim gehaltene Anlage war der Ausweich-Regierungssitz des jugoslawischen Staates und damit Zufluchtsort von Tito im Falle eines Atomkrieges.

Die Anlage liegt ausserhalb von Konjic versteckt im Wald und ich brauche etwas Zeit um dorthin zu kommen.

Was für mich zunächst als umfunktioniertes Touristenziel aussieht, entpuppt sich dann als zumindest teilmilitärische Anlage. Der Eingangsbereich ist ziemlich unscheinbar und als ich am Tor anhalte, tritt ein Soldat aus dem kleinen Gebäude. Er sagt mir, dass man die Anlage zwar besuchen kann, sie aber erst in einer Stunde, um 12 Uhr öffnet.

Das ist mir zu spät, denn ich habe noch reichlich Strecke bis Sarajevo vor mir. Schade, denn solche Dinge interessieren mich und ich schaue mir sowas gerne an. Ich will heute Abend aber auf jeden Fall in Sarajevo sein. Also wird das leider nichts mit der Besichtigung und vielleicht muss ich auch hier nochmal herkommen?

Ich kehre dann wieder um und fahre zurück zur Landstrasse, die über weite Strecken an den Hängen oberhalb der Neretva entlangführt. Es sieht hier ein bisschen aus wie in einem riesigen Open-Air-Militärmuseum. Überall stehen alte Fahrzeuge herum, die von Kriegsdenkmälern flankiert werden. Es drückt nur deswegen nicht auf die Stimmung, weil die Landschaft so schön ist.

Weiter aufwärts im Tal ist die Gegend dann vor allem durch landwirtschaftliche Flächen geprägt. Ab und zu sehe ich unter mir Raftingboote auf der Neretva. Da sind eine ganze Menge Boote unterwegs, also erfreut sich dieser Sport hier offensichtlich einiger Beliebtheit.

Weiter oben wird es dann schnell wieder einsam. Ich begegne kaum noch Fahrzeugen oder Menschen und bin über weite Strecken wieder genauso alleine unterwegs, wie in den Wochen zuvor, wenn ich die Städte gemieden und mir kleinste Wege abseits der Hauptrouten ausgesucht habe.

Nur die dunklen Wolken scheinen am Nachmittag wieder aufzuziehen. Das sah gestern vor Mostar auch so aus und ich fürchte schon, die reine Wahrscheinlichkeit droht heute irgendwann mit Wasser von oben.

Es bleibt zunächst zwar trocken, aber dafür habe ich die Orientierung verloren. Die kleinen Orte durch die ich fahre und die meistens aus nicht mehr als zehn Häusern bestehen, kann ich nicht zuordnen. Und wenn mal ein Ortsschild am Rande steht, passt der Name darauf nicht zu meiner Karte.

Das Navi gibt auch nichts her, denn auf dem Display erkenne ich zwar Ortsnamen, weiss dann aber trotzdem nicht mehr wo ich genau bin, weil es die auf meiner Karte nicht gibt. Und wenn ich versuche, auf dem Bildschirm herauszuzoomen, werde ich auch nicht schlauer. Andererseits interessiert es mich nicht so sehr wo ich genau bin, denn die Gegend ist wunderschön und ich erfreue mich an jedem Meter. Ich fahre einfach weiter in Richtung Norden und werde bestimmt irgendwann auf eine Strasse oder einen Ort treffen, den ich zuordnen kann.

Einzig für die spätere Nachvollziehbarkeit der Strecke wäre jetzt das Tracking auf dem Navi hilfreich. Das habe ich aber schon vor zwei Jahren abgeschaltet, da auf langen Touren der Speicher vollläuft und dann die Navigation nicht mehr funktioniert. Das ist so ein Garmin-Problem, wenn man länger als zwei Wochen (ok, eventuell auch mehr) unterwegs ist und die BMW-Navis sind im Kern nun mal Garmin-Geräte. Wenn man eine Woche irgendwo langfährt, tritt das Problem nicht auf. Wenn die Reise länger dauert, kann es aber zu diesem Fehler kommen.

Die Problembehebung erfordert dann eine PC-Verbindung mit dem Navi und das manuelle Löschen der aufgezeichneten Tracks. Da ich unterwegs keine Lust auf solchen Stress habe, zumal ich selbst die Tracks später nicht benötige, vermeide ich das Problem einfach durch Ursachenbekämpfung. Einziger Nachteil bei der Sache: Es ist zwecklos mich nach den Tracks zu fragen. Nicht weil ich die nicht rausgeben möchte, sondern weil ich sie schlichtweg gar nicht erst aufzeichne.

Im Nachhinein kann ich also nicht mal genau sagen, wo die folgenden Fotos aufgenommen worden sind. Ok, irgendwo in den Bergen Bosniens, südlich von Sarajevo:

Einmal fotografiere ich das Display des BMW-Navigators, aber nur um später festzustellen, dass der Ort „Sinanovici“ auf Google Maps nicht da liegt, wo ich langgefahren bin. Den muss es also mindestens zwei Mal geben!

Ich kurve jetzt jedenfalls auf etwa 2.000 Metern herum und staune über die Bergwelt, ohne zu wissen wo und warum.

Bevor ich mir nun der Kopf über irrelevante Dinge zerbreche, lege ich weitere Fotopausen ein…

…und versuche sogar mal ein kurzes Video:

Viele Kilometer weiter wird es flacher und die Dichte an kleinen Dörfern steigt. Zudem behauptet mein Navi, ich würde der bosnischen Hauptstadt Sarajevo näher kommen, was ja auch irgendwie ein beruhigendes Gefühl ist.

Dafür wollen die dunklen Wolken heute nicht so richtig verschwinden. Es scheint eher so, als lächeln sie mich hinter jeder Kurve wieder neu an. So nach dem Motto: Gestern haben wir dich nicht erwischt, aber heute, da bist du fällig!

Dass ich auf der richtigen Route bin, sehe ich, als ich am Blejasnica-Resort ankomme. Das ist das ehemalige olympische Wintersportgebiet von Sarajevo. Hier haben 1984 die Winterspiele stattgefunden und das war definitiv eines der besseren Jahre in der jüngeren Geschichte der Stadt.

Besonders viel los ist hier heute nicht. Ich vermute aber, im Winter könnte das ein toller Ort zum Skifahren sein. Im Ort selbst wird fleissig gebaut und es entstehen ein paar neue Hotels.

Da ich es nun trocken bis hierher geschafft habe, bummle ich lieber nicht rum und fahre schleunigst weiter in Richtung Sarajevo.

Bei der Abfahrt vom Berg werden die Wolken dunkler. Sie werden schnell dunkler. Sie werden sogar sehr schnell dunkler! Und es wird kälter. Ich hatte heute schon deutlich über dreissig Grad, jetzt sind es laut Temperaturanzeige gerade noch fünfzehn, während ich nochmal ein Foto vom Himmel mache. Ich ahne Böses!

Direkt danach öffnet dieser Himmel seine Schleusen. Zuerst beginnt es mit einem heftigen Regenschauer und ich stelle verzweifelt fest, dass mich das Unwetter an der maximal schlechtesten Stelle erwischt, nämlich während der Abfahrt aus dem Skizentrum nach unten, bei der Fahrt durch den Wald.

Umdrehen und Schutz suchen, oben in Ort, geht nicht mehr, das ist zu weit entfernt. Bis nach Sarajevo, in die Stadt, ist es aber ebenfalls noch weit weg und hier auf der Strecke, gibt es nirgends eine Möglichkeit zum Unterstellen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als an einer kleinen, schmalen Haltebucht am Rande der Strasse zu stoppen, direkt am Berghang, neben den Büschen. Währenddessen schlagen ringsum die Blitze ein.

Ich fahre das Motorrad also an den Bordstein, während der Sturzregen in Hagel übergeht. Was ich zunächst nur als leichte Schläge auf den Helm vernehme, wird schnell immer lauter. Kurze Zeit später hageln so grosse Eiskugeln auf meine Schultern, dass es richtig weh tut. Die Dinger haben die Grösse von Tischtennisbällen und ich bin froh, den Helm auf meinem Kopf zu haben. Es ist, als schlagen mehrere Leute mit Hämmern darauf rum.

Ich versuche also, mich auf dem Motorrad sitzend hinzukauern, ziehe den Kopf und die Schultern ein und verschränke die Arme vor meiner Brust und fixiere den Tank unter mir, während das schlimmste Unwetter seit Jahren herabgeht. Sowas habe ich noch nicht erlebt und ich gebe offen zu, dass ich es zwischenzeitlich mit der Angst zu tun bekomme, vor allem wegen der Blitze und meiner exponierten Lage.

Als ich mal aufschaue und nachsehe, ob denn es irgendwo mal heller wird, (wird es aber nicht!) kommt von oben ein Mercedes angefahren. Er sieht offenbar die kleine Parkbucht, die ich mir zum Schutz ausgesucht habe und will wohl ebenfalls hier anhalten. Auf dem Hagel-Gemisch kommt er aber nicht rechtzeitig zum stehen und rutscht bergab, quer über die Fahrbahn, direkt in meine Richtung.

Ich denke, der Kerl erwischt mich jetzt auch noch und springe vom Motorrad ab auf den Hang. Er kann derweil seinen Vortrieb nur noch am Berghang stoppen und rutscht unmittelbar vor meinem Motorrad in die Böschung, wobei er sich die vordere linke Aufhängung ruiniert. Wenn er Glück hat, ist es kein Rahmenschaden, wenn er Pech hat, finde ich gleich etwas, was ich als Waffe benutzen kann!

Jetzt reichts mir wirklich! Machen die hier einen Wettbewerb ob ich vom Blitz getroffen, vom Hagel erschlagen, oder von einem Auto überfahren werde?

Da jetzt schon der nächste Wagen meint, ein Sicherheitsstopp in meiner kleine Parkbucht sei immer noch besser als eine Kaltverformung auf Sommerreifen, wird es langsam eng um mich. Ja herzlichen Dank auch an die Autofahrer in ihren schützenden Fahrzeugen. Das Unwetter hat zudem dafür gesorgt, dass ich komplett durchnässt bin und bei nur noch 11 Grad jetzt richtig friere.

Das Wasser vom Himmel ist in allen verfügbaren Aggregatzuständen präsent: Wolken, Nebel, Schneeregen, Hagel, Eis. Die Menge ist ausserdem so gross, dass hier bergab am Strassenrand ein Wasserlauf  auf 30 Zentimeter angeschwollen ist, den es vorher gar nicht gab. Es fehlt eigentlich nur noch eine Schneelawine, die mich bis Sarajevo runter schiebt.

Ich bin nach der Attacke des Mercedes zurück aufs Motorrad gestiegen, nehme wieder Schutzhaltung ein und friere mir den Ars… ab. Es reicht, ehrlich, ich mag nicht mehr und schüttle nur noch den Kopf. Wo bin ich da nur reingeraten? Und vor allem: Wie komme ich hier ohne Schaden wieder raus?

In diesem Moment sehe ich neben mir ein weiteres Auto. Es ist einer dieser Familienvans und innen winkt der Fahrer. Meint der mich? Ich schiebe mit dem nassen Handschuh das Wasser vom Visier und schaue nochmal auf die Windschutzscheibe des Autos. Der Typ winkt, in meine Richtung, was will der?

Der Beifahrersitz ist frei und er winkt weiter und zeigt mehrfach auf den Sitz neben ihn. Ich kann gar nicht glauben was ich da sehe und deute mit einer Geste an, dass ich komplett nass bin. Und mit „komplett“ nass meine ich „vollständig“ nass. Er aber meint es offenbar ernst und winkt mich weiter zu sich. Zögernd steige ich vom Motorrad ab und öffne vorsichtig seine Beifahrertür. Vom Fahrersitz grinst er mich an und sagt „Sit here“! Auf dem Rücksitz sitzen seine Frau und Tochter und die beiden grinsen mich ebenfalls an und nicken. Ich bin jetzt erstmal sprachlos, überwältigt, froh dankbar und hätte wohl durchaus noch Zeit für weitere Beschreibungen, wenn mir denn gerade noch etwas Passendes einfallen würde.

Der Fahrer stellt sich als „Elvis“ vor und hinter ihm sitzen seine Frau und Tochter, „Anela“ und „Asja“. Ich bemerke nochmals, dass ich pitschnass bin, aber das ist Elvis egal. Er meint, ich wäre in ihrem Auto bestimmt sehr viel sicherer, als da draussen in diesem irrsinnigen Unwetter.

Derweil läuft sein Motor und sorgt für eine behagliche Wärme, die ich gerade richtig gut gebrauchen kann. Wir vertreiben uns alle zusammen die Zeit und wundern uns über das, was die Natur da eben vom Himmel herunterschickt. Die Tochter spricht leider kein Englisch, aber ich versuche ihr klarzumachen, was für tolle Eltern sie da hat! Ich bin mir sicher, zusammen mit meinen Gesten versteht sie, was ich meine.

Auch die drei hier sind wegen des Feiertags unterwegs und wir sprechen – es ist unvermeidlich – über Srebrenica und was dieser Begriff für die Menschen in Bosnien bedeutet. Das Thema ist hier wirklich omnipräsent!

Der Himmel hat da gerade richtig schlimmes Zeug abgeworfen, aber die drei hier irgendwie wohl auch. Ich denke in meinen nassen Sachen darüber nach, wie eng Glück und Unglück manchmal beieinander liegen können. Elvis, Anela und Asja kommen mir jedenfalls wie drei buchstäbliche Engel vor. Manchmal verzweifle ich an den Menschen und ihren irrationalen Handlungen und nehme mich selbst da bestimmt nicht aus. Die drei hier sind aber wohl der Beweis für das Gute in dieser Welt!

Ich pfeife auf die Elektronik, hoffe wenigstens auf die Wasserdichtigkeit des iPhones und mache später, als langsam wieder Ruhe einkehrt, Beweisfotos, während der Mercedes vor mir noch in der Böschung steckt. Der Hagel hat zudem gefühlt den halben Wald entlaubt.

Elvis begleitet mich mit seiner Familie dann noch den ganzen Berg hinunter, weil das Eis-Hagel-Gemisch zentimeterhoch auf der Strasse liegt und ich deshalb Sorge habe, das Motorrad in den engen Kurven abwärts auf die Seite zu legen.

Nach dem Desaster in den Bergen vor Sarajevo brauche ich heute ein anständiges Hotel. Ich entscheide mich für das „Hotel Festival“, mitten in der Altstadt und pfeife auf den Preis. Hauptsache ich bekomme jetzt ein gescheites Zimmer und etwas Komfort. Meistens reicht mir wirklich ein einfaches, sauberes Haus und ich bin bestimmt nicht kleinlich, aber heute brauche ich mal die gehobene Kategorie. Ich hoffe du verzeihst mir das?

Ich stelle das Motorrad direkt vor dem Haus ab und laufe geradewegs zur Rezeption. Mein Erscheinungsbild muss noch deutlich schlimmer sein als beim Checkin in Peja, im Kosovo, wo ich mich vorher „nur“ im Dreck des Cakor-Pass gepudert hatte. Witzigerweise legen sie in den gehobenen Häusern häufig einen recht professionellen Umgang an den Tag, so auch hier. Die Dame an der Rezeption grinst nur freundlich, als ich mit „I need a room, a shower and laundry please“ um Unterkunft bitte.

Noch bevor ich danach frage, empfiehlt sie mir einen Platz für das Motorrad in der Tiefgarage des Hotels. Danach meide ich den Aufzug und steige die zwei Stockwerke zu meinem Zimmer über das Treppenhaus, während meine in Mostar gerade erst getrockneten Stiefel wieder seltsame Geräusche machen, die auf bedenkliche Mengen  Wasser im Schuh hindeuten. Ich freue mich gerade wirklich auf die trockenen Turnschuhe in meiner Packrolle!

Anekdote am Rande: Dzan aus Mostar erkundigt sich am Abend per Kurzmitteilung bei mir, ob mit seiner Routenempfehlung alles ok war. Was für eine aufmerksame Geste!

Als ich mich nach der Dusche fertig mache, schalte ich den Fernseher ein. Mit Fernsehen habe ich normalerweise nichts am Hut, aber ich brauche jetzt irgendeine Unterhaltung. Als ich durch die Programme schalte, laufen auf allen Kanälen Reportagen zu Srebrenica. Auch ohne die Sprache zu sprechen oder selbst einen näheren Bezug zu haben, gehen die Beiträge und Szenen nicht spurlos an mir vorbei. Wie tief sich dieses Trauma in die Geschichte Bosniens eingebrannt hat, realisiere ich erst auf dieser Reise.

Mir steht ein Urteil sicher nicht zu, aber ich möchte trotzdem mal etwas anmerken. Srebrenica: Liebe Serben, wenn ihr so weitermacht, werdet ihr das nie wieder los! Die Schilderungen von Dzan zur aktuellen Lage in Bosnien lassen zudem nichts Gutes hoffen. Dzan meint, die Ruhe der letzten Jahre wäre trügerisch.

Nachdem ich im Hotel meine Sachen abgelegt habe, geht es frisch geduscht zur Erkundung der Innenstadt. Das Unwetter hat sich zwischenzeitlich verzogen und es hängen nur noch vereinzelte Regenwolken am Himmel.

Der durcheinander gewirbelte Nachmittag hat auch meinen Zeitplan etwas aus dem Konzept gebracht und ich bin heute etwas früher auf dem Weg in die Altstadt von Sarajevo.

Mir scheint, hier kommen die ersten Fussgänger nur zögerlich aus ihren Verstecken und alle sind unsicher, ob es wirklich vorbei ist mit den Wetterkapriolen von oben.

Aber je mehr der Nachmittag verstreicht und der Abend naht, umso voller werden auch die kleinen Gassen in Sarajevo. Ich vermute, ich habe die Haupt-Fussgängerzone erwischt, angesichts der Dichte von Souvenirläden, Eiscafes und Restaurants.

Mein Ziel ist die Baščaršija. (Hab den komplizierten Namen extra aus Wikipedia „raus-ge-copy-pasted“…) Das ist der historische Marktplatz aus dem 15. Jahrhundert.

Mitten auf dem alten Platz steht der Sebilj, der alte Brunnen aus dem Jahr 1891. Die Legende besagt, jeder der Wasser aus diesem Brunnen trinkt, kommt eines Tages wieder zurück nach Sarajevo. Ich erfahre dies erst Monate nach meinem Besuch. Tja, Pech gehabt, jetzt interessiert mich natürlich brennend, ob man auch ohne das Wasser zu trinken mal wieder hierher kommt?

Danach suche ich mir ein Restaurant abseits der Touristen-Hauptroute. Ich denke mir immer, das ist die bessere Wahl. Die Lokale an den Hot-Spots sind meistens überteuert und dafür bestenfalls durchschnittlich. In einer Nebengasse gefällt mir ein Restaurant gut und ich nehme mir einen Platz draussen vor dem Lokal, mit Blick in die Gasse. Das „Pod Lipom“ wirkt auf mich rustikal, authentisch und der Kellner scheint auch sehr freundlich.

Als ich mir nach dem Essen noch den Innenraum ansehe, hängt an der Wand ein Foto von Bill Clinton, der hier bei seinem Besuch in Sarajevo eingekehrt ist. Ich denke mir, wenn schon ein amerikanischer Präsident hier gegessen hat, sollte es für einen einzelnen, unbekannten Motorradreisenden allemal ausreichen.

Es ist dann schon fast dunkel, als ich mich auf den Weg zurück zum Hotel mache. Nur ein Eisverkäufer weckt noch meine Neugier. Dass sie nicht nur Eis verkaufen, sondern dies auch mit einer sehenswerten Showeinlage garnieren, habe ich zum ersten Mal in Istanbul gesehen.

Sarajevo gefällt mir ganz gut. Vor allem in der Innenstadt gibt es noch sehr viel alte Architektur. Erfreulich viele Gebäude sind restauriert und Häuser mit Kriegsschäden habe ich zumindest im Stadtzentrum nicht mehr gesehen.

Am Morgen habe ich noch eine nette Unterhaltung mit einem Paar aus Tschechien, das auf Harleys hier unterwegs ist. Sie wundern sich bei unserer Begegnung in der Hotel-Tiefgarage über die vielen Blätter und Äste auf meinem Motorrad und fragen vorsichtig, ob ich am Ende gestern Nachmittag unterwegs war. Ja, wenigstens habe ich eine gute Geschichte zu erzählen.

Mein erstes Ziel heute Morgen ist der Flughafen von Sarajevo oder besser gesagt, ein besonderer Ort, etwas südlich des Flughafens. Mein Navi führt mich dazu über die breite Hauptstrasse „Zmaja od Bosne“, die während der Belagerung Sarajevos zu trauriger Berühmtheit gelangt ist. Die Strasse hatte mitunter den zweifelhaften Beinamen „Sniper Alley“ weil aus den hohen Gebäuden am Rande zwei Jahre lang Scharfschützen ihr Unwesen getrieben haben.

Hier gibt es allerdings immer noch viele Gebäude mit sichtbaren Schäden aus dem Krieg. Die Belagerung von Sarajevo gehört ohne Zweifel zu den übelsten Dingen in der Geschichte der Stadt und die Spuren sind bis heute sichtbar, vor allem wenn man sich nur etwas wieder aus dem Stadtzentrum entfernt.

Der Flughafen von Sarajevo liegt im Süden, am Rande der Stadt. Ich fahre durch ein Industriegebiet und erreiche dann das flache Gelände.

In der Nähe kann ich die Flughafengebäude erkennen, die Landebahn und das Anflugradar.

Der Flughafen von Sarajevo wurde im April 1992 von Einheiten der bosnischen Serben und Resten der jugoslawischen Bundesarmee eingenommen, weil dieser von hoher strategischer Bedeutung für die Stadt war. Sarajevo liegt umgeben von Bergen und wurde fast vier Jahre lang bis 1996 belagert. Die Strassen wurden gesperrt und die Versorgung der Stadt mit Strom und Wasser unterbrochen.

Der Flughafen war eigentlich unter Kontrolle der UNPROFOR, was die Belagerung und die Abtrennung von der Versorgung der Stadt aber nicht verhindern konnte, da laut Verhandlungen der Flughafen nur für UN-Zwecke genutzt werden durfte. Der Flughafen und seine Landebahn stellte nun die Grenze zwischen der belagerten Stadt und den unbesetzten Gebieten dar und lag gleichzeitig exponiert in der Ebene, war somit von Heckenschützen ohne Hindernisse einsehbar. Serbische Einheiten haben die Stadt dann aus den umliegenden Bergen mit Granaten eingedeckt.

Recht schnell kam man auf die Idee, einen Tunnel zu bauen, der die Versorgung der Stadt und ihrer Bewohner sicherstellen sollte. 2.800 Kubikmeter Erde wurde für den 800 Meter langen Tunnel in Handarbeit und mit Schiebkarren bewegt, Stromleitungen eingezogen und später sogar eine Art Pipeline, um die Stadt mit Benzin versorgen zu können. Durchschnittlich 4000 Menschen haben den Tunnel damals täglich genutzt und während des bis zu zwei Stunden langen Fusswegs unter der Erde jeweils 50 Kilogramm Versorgungsgüter mitgenommen. Ohne diesen Tunnel wäre die Belagerung wohl erfolgreich gewesen.

Heute ist das Gebäude über dem seinerzeit gut getarnten südlichen Eingang ein kleines Museum, in dem man den Bau und die Nutzung des Tunnels gut nachvollziehen kann. Ausserdem ist ein Teil des Tunnels heute noch begehbar.

Das Gebäude wurde so belassen, wie es zum Ende des Krieges aussah, einschliesslich der beschädigten Fassade und des getarnten Tunneleingangs. Wenn dich die Geschichte der Belagerung Sarajevos interessiert, würde ich dir einen Besuch der kleinen Anlage sehr empfehlen!

Im Aussenbereich hinter dem Haus, im Garten, mit Blick auf die Landebahn des Flughafens, sind viele Relikte aus der damaligen Zeit zu sehen.

Ausserdem gibt es Karten und Lagepläne, auf denen man die Situation Sarajevos unter der Belagerung gut nachvollziehen kann. Viele Fotos auf den Tafeln zeigen das Leben in der Stadt während dieser Zeit unter dem andauernden Beschuss, aus den Hügeln rundherum mit Granaten und von Heckenschützen. Das muss wirklich die Hölle gewesen sein.

In dem Haus kannst du dich dann über den Bau des Tunnel informieren. Er war nur etwa einen Meter breit und 1,5 Meter hoch, man konnte also nicht einmal aufrecht durch ihn hindurchlaufen. Schwere Güter wurden auf einem Schienensystem transportiert, dass auf dem Boden des Tunnels errichtet wurde.

Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich auch der Eingang zum Tunnel, der immer noch vorhanden und begehbar ist, zumindest dann, wenn nicht zu viele Besucher vor Ort sind. Ich habe Glück, denn durch meine sehr frühe Abfahrt vom Hotel komme ich auch etwa eine Viertelstunde vor Öffnung des Hauses dort an und bin jetzt der einzige Besucher.

Ich kann also alles in Ruhe anschauen und sogar in den Tunnel hinabsteigen. Dabei bekommt man einen beklemmenden Eindruck von der Anlage. Wenn ich mir vorstelle, hier zwei Stunden lang in gebückter Haltung, neben einem Starkstromkabel, einer Spritleitung und unter Granatenbeschuss, durch einen wegen Grundwasser einsturzgefährdeten Tunnel zu laufen, wird mir Angst und Bange.

Der Besuch des Tunnels hat mich tief beeindruckt und nochmal die schlimme Lage von Sarajevo während des Bosnienkrieges verdeutlicht. Sehr nachdenklich laufe ich später zurück zu der kleinen, geschotterten Parkfläche neben dem Haus und steige auf mein Motorrad.

Der Tunnel war mein letzter geplanter Fixpunkt auf dieser Reise. Sarajevo wollte ich unbedingt sehen, weil die Stadt so viel zu bieten hat und sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Die Stadt ist allerdings ohne diesen Teil ihrer Geschichte nicht wirklich vollständig. Vor allem ist es schwer, die Situation heute zu verstehen, wenn man die Geschichte nicht kennt. Zugegeben gilt dies allerdings für die meisten Orte und Dinge im Leben…

Eigentlich würde ich nun „nur“ noch zurück nach Hause fahren, habe aber keine Eile. Und wie das mit dem Nebenwort „eigentlich“ so ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Statt nun die „kleine“ Heimreiseetappe von 1.600 Kilometer in Angriff zu nehmen, fahre ich noch einen Umweg, denn nordwestlich von Sarajevo gibt es eine weitere Geschichte, der ich gerne auf den Grund gehen möchte. Es ist die Geschichte von den „bosnischen Pyramiden“ und die Story klingt so unglaublich, dass meine Neugier geweckt ist.

Die Kurzversion: Unweit der Stadt Visoko soll es angeblich drei jahrtausendealte Pyramiden geben, sehr gross und mit einem Tunnelsystem innerhalb der Bauwerke.

Da ich nun schon mal hier bin, will ich das überprüfen, nicht ohne eine gewisse Skepsis, schon während meiner Anreise. Von den ägyptischen Pyramiden habe ich in meiner Jugend viel gelesen, war 13 mal in Ägypten, im Tal der Könige, in den Grabkammern und auf dem Nil bis Assuan, an den Steinbrüchen der Obelisken, die dann in Luxor verwendet wurden. Ich halte mich also für ein klein wenig vorbelastet, etwas neugierig und kann schon deshalb an Visoko nicht vorbei.

Bereits einige Kilometer vor dem Ort sehe ich einen der verdächtigen Berge. Aus dieser Perspektive ist es allerdings eher ein stinknormaler Berg, als eine Pyramide.

Erst als ich schon in Visoko selbst bin, wird – mit einer entsprechenden Portion Phantasie – der Berg zu eine Pyramide. Mein Problem in diesem Moment ist, dass ich den Berg für deutlich zu gross halte, um ihm eine von Menschen gemachte, künstliche Herkunft unterzuschieben. Der Berg (sorry, die „Pyramide“) dürfte um die 200 Meter hoch sein und wäre dann deutlich grösser als die Cheops-Pyramide in Gizeh. Die These besagt zudem, es solle drei davon geben, was einen unglaublichen Aufwand für den Bau bedeuten dürfte.

Visoko scheint die ganze Story aber wohlwollend aufzunehmen. Bei der Fahrt durch den Ort kommt man immer wieder an Hinweisschildern vorbei, die einem den Weg zur nächsten Pyramide weisen.

Ich kurve etwas umher und schaue mir zumindest die angebliche „Pyramide der Sonne“ näher an, komme aber schnell zur Einschätzung, die ganze (zugegeben gut gemachte) Story entbehrt jeder vernünftigen Grundlage.

Unten im Ort fahre ich über eine Brücke und halte nochmal an, um das Thema für mich abzuhaken, als neben mir ein Auto anhält.

Es ist ein weisser Audi, der einzelne Fahrer stellt eilig den Motor ab, stiegt aus und kommt zu mir gelaufen. Er spricht mich auf deutsch an und sagt er heisst „Harres“, wohnt in Ibbenbüren (nur ca. 50 Kilometer von meinem ursprünglichen Heimatort entfernt), wurde in Visoko geboren und will nun wissen, wie ich hier mit dem Motorrad herkomme. Ich antworte, ich sei nach Griechenland gefahren, danach über die Balkanländer und nun langsam auf dem Weg in Richtung Norden. Visoko würde ich wegen der Pyramidengeschichte besuchen.

Harres fragt zur Sicherheit zwei Mal nach und prüft nochmal mein Kennzeichen, weil er nicht glauben kann, dass man auf die Idee kommt, alleine eine solche Tour zu machen. Er bekundet ein erhebliches Interesse an einer solchen Reise und ist von der Idee, sowas auf dem Motorrad zu machen, total begeistert, was mich natürlich freut. Gleichzeitig wundere ich mich wieder, für wie viele Menschen das ungewöhnlich erscheint.

Wir kommen dann aber auf das Pyramidenthema zurück und ich bekunde nochmal erhebliche Zweifel an der steilen These, habe gleichzeitig aber auch einen gewissen Respekt für das Marketing um dieselbe. Harres stimmt mir zu und meint ebenfalls, die ganze Sache wäre in erster Linie wohl ein Marketinggag. Er glaubt selbst nicht an die Story. (Manche sagen, mit fortwährendem medialem „Marketing“ könne man noch ganz andere Dinge begleiten…)

Immerhin habe ich es nun mit eigenen Augen gesehen, für mich bewertet und einen weiteren Haken auf meiner diesjährigen ToDo-Liste erledigt. Im Prinzip bin ich jetzt durch mit dem Programm und fahre nach Hause, wobei ich mir für die nächsten Tage vornehme, Autobahnen komplett zu meiden, keine Fotos mehr zu machen, keine Reisenotizen für einen späteren Bericht. Den Rest der Tour will ich einfach nur still geniessen.

Eigentlich…

Na gut, ein Foto mache ich noch. Vom Ilomska-Canyon und der schönen Landschaft im Norden von Bosnien.

Von Visoko fahre ich auf kleinen Strassen über Kiseljak nach Banja Luka, danach weiter durch die bosnischen Hügel und Wälder.

Na gut, vielleicht auch noch ein weiteres Foto von den einsamen Strassen durch die Wälder vor Banja Luka, wo ich meinen nächsten Stopp einlege.

Na gut, einige wenige Fotos mehr, auf den Schotterpisten Nordbosniens, auf dem Weg nach Kroatien, aber nur um zu zeigen, dass ich das Motorrad wirklich auf eigener Achse nach Hause fahre und kein Unterstützungsteam mit mir fährt, welches die Maschine zwischendurch auf dem Anhänger durch die Gegend transportiert und nur wieder ablädt, um gestellte Fotos zu machen. (Sowas soll es bei einigen Protagonisten ja geben…)

Auf weiteren Schotterstrassen erreiche ich die Grenze bei Bosanska Kostajnica, einem winzigen Ort, der von einem kleinen Fluss durchzogen wird. Auf der Brücke über den Fluss ist die Grenze.

Der Grenzübertritt von Bosnien nach Kroatien dauert etwas länger, da es offensichtlich ein Problem mit meiner Einreise gibt. Was genau, kann ich nicht sagen, aber ich muss mein Motorrad an der Seite abstellen, absteigen und warten, während der Grenzbeamte mit meinen Papieren in einer Hütte verschwunden ist.

Ich halte sowas nie lange durch und habe das schon mehrfach an anderer Stelle thematisiert. Wenn ich warten muss, liegen bei mir schon nach kurzer Zeit die Nerven blank. Heute ist es nur wenig besser, da meine Grundstimmung auf der gesamten Reise bisher etwas „chilliger“ war, aber nach einer halben Stunde ist Schluss mit lustig und ich gehe wieder zum kleinen Schiebefenster an der Baracke um mich nach dem Grund für die Verzögerung zu erkundigen, ohne jedoch eine schlüssige Antwort zu erhalten.

Stattdessen werde ich unfreundlich wieder zu meiner Maschine befohlen, was ich überhaupt nicht leiden kann. (Die Unfreundlichkeit, meine Maschine mag ich sehr…) In meiner Bundeswehrzeit hat mir ein Unteroffizier vorgeworfen, ich hätte ein Problem mit Autoritäten, er hatte vollkommen recht!

Am Ende benötigen sie hier eine komplette Stunde um mich wieder in die EU zu lassen, ohne dass ich nun sagen könnte, was der Grund für die Verzögerung ist.

Mit der Einreise nach Kroatien erreiche ich nun aber wieder EU-Boden und bin hier auch ohne mobilen Hotspot komplett online, was mir die Internet- und Kundenkommunikation erheblich erleichtert. Die Route heute geht in Richtung Zagreb und du ahnst vielleicht, dass ich noch nicht ganz am Ende der Geschichte bin. Das ist ja das Problem mit dem Wort „eigentlich“…

Mein Lieblings-Buchungsportal ist wieder voll verfügbar und ich wähle ein kleines, privat geführtes Bed&Breakfast in Velika Gorica, vor den Toren der kroatischen Hauptstadt. Ich habe den Tag weitestgehend mit wenig materialschonenden Spielereien abseits befestigter Strassen verbummelt und bin routentechnisch etwas in Verzug, habe mir daher irgendeine Übernachtungsmöglichkeit ausserhalb der etwas teureren Metropole Zagreb gewählt und halte vor meinem Eintreffen an dem Haus noch an einem Supermarkt an, um mich mit Nahrungsmitteln für den Abend zu versorgen. Einen Restaurantbesuch möchte ich mir heute sparen, da ich sowohl kleidungstechnisch, als auch aus Hygienesicht nicht „ausgehfertig“ bin und der heisse Sommertag anstrengend genug war.

Die nette Betreiberin des Hauses empfängt mich am frühen Abend und ich stelle das Motorrad in der Hauseinfahrt vor der Garage ab. Dann beziehe ich mein Zimmer, gehe noch duschen, verzehre das Convinience-Food vom Supermarkt (psst, nicht weitersagen!) und erkundige mich noch telefonisch nach der Lage zu Hause.

Das restliche Abendprogramm lautet: Ab aufs Bett, Kopfhörer auf, Musik an, nach wenigen Minuten einschlafen und klopfen.

Klopfen? Klopfen! Ich war tatsächlich schon eingeschlafen, aber es klopft! Ich habe es gehört, kann mich auch täuschen, aber ich glaube, es hat gerade an meiner Tür geklopft.

Ich stehe also auf und horche nochmal, nun ohne die Kopfhörer, zunächst ist aber alles ruhig. Trotzdem gehe ich zur Zimmertür und öffne diese. Vor mir steht ein Mann, etwa Mitte Dreissig und grinst mich an. Ich kenne ihn nicht und bin gerade etwas irritiert, wohl auch, weil ich eigentlich schon eingeschlafen war. (Eigentlich…)

Er sagt, er heisst Karlo und meint, das da unten im Hof, sei doch wohl mein Motorrad. Ich könne jetzt nicht schlafen, denn er hat die Länderaufkleber auf den Koffern gesehen und ich muss jetzt gleich mit ihm kommen, in den Garten. Da sitzt noch ein Freund von ihm und sie wollen wissen, wer ich bin und wo ich überall war und wie man das mit dem Motorrad macht und wie lange und wieso und überhaupt… Bier haben sie übrigens auch da und – nur zur Sicherheit – Widerstand sei zwecklos!

Meine einzige Chance ist nun, wieder wach zu werden, Karlo hinunter in den Garten zu folgen und den (eigentlich?!) schon erledigten Abend nochmal neu zu starten. Auf dem Weg nach unten kündigt Karlo zudem „ein paar Mädels“ an, wobei ich diese Art der Überredung gerade gar nicht brauche, denn ich befinde mich ohnehin bereits in Geiselnahme auf der Treppe.

Im Garten hinter dem Haus steht ein gemütlicher Pavillon und sein Kumpel ist auch schon da und wir setzen uns hin und fangen an zu erzählen. Da Karlo technischer Entwickler bei Tesla und in Deutschland angestellt ist, spricht er akzentfrei Deutsch, was die Kommunikation zunächst erheblich erleichtert, aber nur solange, bis  etwas später Javier hinzukommt.

Javier ist Spanier, kommt aus Valencia, ist im Vertrieb tätig und war geschäftlich auf einer Messe in den Staaten. Er ist gerade in Zagreb gelandet und will morgen mit dem Auto zurück nach Spanien. (Wieso er über Zagreb gekommen ist und mit dem Auto nach Spanien zurückfährt, lässt sich aufgrund des weiteren Verlaufs dieser Nacht leider nicht mehr rekonstruieren…) Zudem komme ich während des Dialogs mit Javier an die Grenzen meiner Spanischkenntnisse. Nach dem zweiten Glas wechseln wir daher ins Englische.

Karlo sorgt währenddessen für Nachschub, sowohl an flüssiger wie auch an fester Nahrung, als auch für Nachschub an weiteren unterhaltsamen Gästen. Natürlich kommt seine Mutter hinzu, die mich heute Abend schon bei der Ankunft empfangen hat und sein Vater, der eine kleine Motorradwerkstatt betreibt, was thematisch gerade recht gut zur Sachlage passt. Es folgt ein weiterer Kumpel aus der Nachbarschaft.

Als ich etwas später zu Seite schaue, sitzen neben uns zudem die angekündigten Mädels, die rein stimmungstechnisch den Abend nicht gerade verschlimmern.

Die ganze Sache artet aus. Was als gemütlicher Plausch über Reisen begonnen hat, entwickelt sich zu einer ausgiebigen Partynacht, zu deren Ende ich  keine weiteren Details mehr bekanntgeben kann. Ich weiss aber noch, dass es einer der schönsten und unterhaltsamsten Abende war und ich wenigstens auf diesem Wege nochmal meinen herzlichen Dank an Karlo aussprechen darf, für den Spass, die Stimmung, die tolle Bewirtung und die herzliche Gastfreundschaft.

Ich hoffe bis heute, es gibt abgesehen von dem folgenden Foto keine weiteren kompromittierenden Beweise!

Den nächsten Morgen starte ich mit viel Mineralwasser, einem dringend nötigen Kaffee und dem Grüblen darüber, ob ich die Vereinbarung zum Tausch unserer Motorräder geträumt oder gestern Nacht tatsächlich mit Karlo abgesprochen habe?

Das Rätsel löst sich unten im Hof, wo Karlo bereits mit seiner Maschine auf mich wartet und schon ganz gespannt ist, wie sich eine voll bepackte BMW GS denn so fährt.

Als wir zur Befahrung seiner Hausstrecke aufbrechen, bin ich mir nicht vollkommen sicher, ob das so früh an diesem Morgen schon eine gute Idee ist. Gottseidank lässt Karlo es ruhig angehen und hält sich beim Sammeln von Erfahrungswerten auf (m)einer BMW GS zurück.

Wir besuchen ein Cafe (zum Kaffee trinken!) in den Bergen und schauen uns ein Wildschweingehege an, bevor es dann wieder zurück geht nach Velika Gorica, wo wir unsere Maschinen wieder den richtigen Eigentümern zuordnen. (Der Wald mit den Wildschweinen liegt direkt neben dem Cafe, ansonsten gibt es keine vernünftigen Grund ihn zu erwähnen…)

Ich verabschiede mich schliesslich von Karlo und der Gastfreundschaft seiner Familie und bin nun wirklich auf dem restlichen Weg nach Hause. Eigentlich sollte nun der unspektakuläre Rest der Tour folgen, nur noch bis nach Hause. Eigentlich…

Von Zagreb fahre ich zur Grenze nach Dobova, dann durch Slowenien nach Österreich, in Richtung Linz, wo ich nördlich von Wels, in irgendeinem kleinen Ort an der Donau eine nächste Übernachtung benötige.

Speziell der Teil der Route durch Slowenien gefällt mir gut und ich mag das Land ohnehin sehr, weil es da so viele schöne Strecken gibt.

Weiter geht es von Celje nach Dravograd und zum Grenzübergang nach Österreich. Die Slowenen sind gar nicht da, dafür wollen die Österreicher tatsächlich einen Testnachweis sehen.

Der Tag verläuft ohne besondere Vorkommnisse und ich schaffe es sogar trocken in ein Hotel, obwohl zum Nachmittag eine ordentliche Regenfront heranzieht.

Am nächsten Morgen überquere ich bei morgendlichem Nebel, vielen Wolken und nur 15 Grad die Grenze nach Deutschland. Da ich mir in diesem Jahr jegliche Hektik auf der Reise untersagt habe, schaffe ich sogar noch den Abstecher nach Donaustauf, zur Walhalla-Gedenkstätte, die ich immer schon mal besuchen wollte.

Auf dem Parkplatz, oben auf dem Berg, vor der Halle ergibt sich (eigentlich?!) nochmal eine bemerkenswerte Situation mit einem deutschen Ehepaar, welches neben mir aus dem Auto steigt und erbittert wegen ganz besonderer, fehlender Massnahmen diskutiert, aber ich spare mir die Wiedergabe der Geschichte. Das war derart absurd, das mir das sowieso niemand glaubt und ich am Verstand mancher Menschen zweifle…

Dann geht es durch das Altmühltal und wenn es gut läuft, habe ich heute Abend nur noch eine Übernachtung vor meiner Rückkehr ins Münsterland und der anschliessenden Weiterreise nach Andalusien. Eigentlich…

 

Nach meiner Fahrt durch das Altmühltal geht es Richtung Nürnberg. Da ich dem Navi verboten habe, eine Autobahn zu befahren, werde ich durch Fürth geleitet. Ich bin zum ersten Mal in der Stadt und werde wohl nicht wiederkommen. Nach drei Stadtrundfahrten wegen einer vollkommen idiotischen Baustellenbeschilderung (Ich dachte, idiotische Baustellen wären die Kernkompetenz von Strassen NRW…) befahre ich aus purer Verzweiflung die Autobahn, um da wieder wegzukommen.

Am Abend schaffe ich es bis in die Gegend zwischen Würzburg und Frankfurt. Dort fahre ich durch das kleine Dorf Flörsbachtal, ein netter Ort mit sehr viel Wald drumherum. Unten im Tal steht ein Schild, welches auf ein Hotel mit Restaurant hinweist. Die Gegend hier im Spessart sieht nett aus, der Tag war lang und ich denke mir, das wird nun wohl der richtige Ort für den letzten Stopp sein.

Ich fahre also den Berg zum Hotel hinauf und erreiche das Haus nach wenigen Minuten. Das ist diesmal aber kein so kleines Gebäude wie am Vortag, sondern ein etwas grösseres Hotel, mit sicherlich 20 oder mehr Zimmern und einer grosszügigen Aussenterrasse. Allerdings sind weit und breit keine Autos zu sehen und auf der Terrasse kann ich bei meiner Ankunft nur einen einzelnen Menschen erkennen. Der Kleidung nach zu urteilen, vermute ich zunächst den Koch des Hauses, der wohl gerade eine Rauchpause einlegt.

Als er mich anhalten sieht, weist er mir sofort einen Stellplatz zu (nicht, dass es von diesen hier gerade einen Mangel gäbe…) und fragt, ob ich erstmal etwas trinken möchte. Ich nehme das Angebot gerne an, packe meine Sachen vom Motorrad ab und setze mich dann direkt an den Tisch neben ihn, in Erwartung eines kühlen Feierabendbierchens.

Der Koch ist jedoch gar nicht der Koch, sondern der Hotelbesitzer und heisst David. (David ist allerdings auch der Koch, aber eben nicht nur… Ach egal, ich habe gerade keine Lust den begonnen Satz zu korrigieren. Sieh es mir nach, ich erzähle ohnehin schon wieder viel zu lange…)

Also nochmal richtig: David ist Hotelchef und Koch in Personalunion und offenbar nicht nativ Deutsch, dem Aussehen nach zu urteilen. (Darf man das noch so sagen?) Ich vermute im Moment eine südosteuropäische Herkunft, vielleicht auch Türkei, bin aber zunächst noch unsicher. Wir fangen also an zu reden und sind mittlerweile bei der zweiten Runde, als seine Frau hinzukommt und die beiden sich unterhalten, aber nicht auf Deutsch. Mir kommt die Sprache irgendwie bekannt vor, es ist aber sicher nicht Türkisch.

Jetzt kann ich meine Neugier nicht mehr verbergen und ich frage einfach ganz direkt nach. David sagt, er und seine Frau kommen aus Armenien und sie würden das Hotel hier schon seit einigen Jahren betreiben, die Situation wäre im Moment aber alles andere als günstig.

Armenien: Was für ein schönes Land! Ich bin ganz begeistert und merke an, ich wäre vor zwei Jahren in Armenien gewesen und mir hat die Landschaft dort so gut gefallen. David stutzt und ist offenbar skeptisch, denn er fragt, warum ich denn wohl angeblich in Armenien gewesen wäre, woraufhin ich ihm von der Reise in den Kaukasus, nach Georgien, Armenien und Aserbaidschan erzähle.

Jetzt ist er völlig aus dem Häuschen und will schliesslich noch wissen, welche Strecke ich in Armenien gefahren bin, was ich eher knapp mit der Route Bavra, Gjumri, Jerewan, Sewan, Idschewan beantworte. David benötigt offenbar noch einen letzten Beweis und fragt nach meinem Eindruck von Gjumri, was mich nun in Schwierigkeiten bringt.

Gjumri ist nämlich ein, wie soll ich es sagen…, Gjumri bietet eher noch Entwicklungspotenzial… Oder, vielleicht sollte ich versuchen, es diplomatischer ausdrücken… Gjumri hat, sagen wir es mal so: Partielle Infrastrukturdefizite?!

Ach egal, ich sage es David so, wie ich den Ort wirklich erlebt habe: „Gjumri ist ganz schön kaputt!“

Das reicht. David grinst über beide Ohren! Er bestätigt mir, dass ich in seiner Heimat war, obwohl er es immer noch nicht so richtig fassen kann. Wir sprechen über Jerewan (Die Hauptstadt hat mir übrigens supergut gefallen!) und die Gegend um Sewan, ausserdem die fantastische Tavush-Region und – unvermeidlich – die Konflikte mit den Nachbarn im Osten (Aserbaidschan) und im Westen (Türkei).

David erzählt mit leuchtenden Augen von seiner Heimat und preist die Spezialitäten des Landes an, wobei wir mit Schinken beginnen und beim Cognac (Äähhh, sorry, armenischen Weinbrand!) landen. (Ja, ohne Zweifel, dem besten „Cognac“ der Welt, zumindest solange kein Franzose mit am Tisch sitzt… Cognac ist ein geschützter Begriff für die französische Variante. Nicht, dass mich hier noch jemand abmahnt…)

Mir wird mittlerweile Angst und Bange: Der Abend vor zwei Tagen in Velika Gorica begann ähnlich!

Heute ist es aber nicht ganz so extrem, denn mangels weiterer Gäste beschränkt sich die Runde am Abend auf David, seine Frau und mich und ich komme zu ziviler Zeit ins Bett, jedoch nicht ohne die Verkostung aller Dinge, welche die armenische Kultur zu bieten hat. David tischt in einer Menge und Geschwindigkeit auf, bei der es mir schwer fällt, mitzuhalten.

Mein Zimmer ist zudem nicht mehr mein Zimmer, sondern zwischenzeitlich gewechselt worden, auf das Familienappartement in einer Grösse, dass ich auch mit allen meinen drei Mädels hätte einziehen können. Schon wieder fühle ich mich pudelwohl und sehr willkommen. So unterwegs zu sein, ist einfach wundervoll!

So, heute geht es aber nach Hause. Nicht nur eigentlich, sondern wirklich!

Ok, noch drei allerletzte Fotos vom „Sauerland-Crossing“, auf dem Weg des letzten Fahrtages, dann ist aber…

…endgültig Schluss!

 

Fazit:

Danke, dass du bis hierher durchgehalten hast. Ich hatte eine wundervolle Reise und es war wieder mal eine, die ich bestimmt nicht vergessen werde. Dieses Jahr hat mich der Balkan ein weiteres Mal überrascht und ich habe jeden Meter genossen und viel erlebt. Vielleicht habe ich auch gleich viele Dinge erlebt, wie auf vorherigen Reisen, war aber aufmerksamer. Es war jedenfalls so viel, dass ich den Reisebericht auf fünf Teile aufgeteilt habe (aufteilen musste?), auch aus Rücksicht auf den Seitenaufbau und die Ladezeiten für die Fotos.

Natürlich gab es wieder Dinge, über die ich mich sehr gewundert habe, allen voran die absolute Nichtexistenz eines bei uns medial überrepräsentierten Themas in den Nicht-EU-Ländern des Balkans. Spätestens mit Übertreten der Grenze nach Österreich war die Präsenz aber wieder voll da. Ich will das auch gar nicht bewerten, sondern stelle es einfach nur fest. (Man wundert sich aber schon sehr…)

Wieder einmal bin ich die komplette Tour alleine gefahren, was nicht daran liegt, dass ich Gesellschaft nicht mag, sondern weil es zwei Arten von Freunden gibt: Die einen, die sich trauen, aber nicht genug Urlaubstage haben und die anderen, welche die Zeit hätten, sich aber nicht trauen.

Auch das ist ein Hinweis darauf, was für ein wirkungsvolles Bild medial gezeichnet wird, ohne dass es zwingend der Realität entsprechen muss. Ich habe auf der gesamten Tour nicht eine einzige „brenzlige Situation“ erlebt, nirgendwo! Im Gegenteil: Besonders positiv waren die vielen tollen Menschen, die ich getroffen habe. Jeder einzelne von ihnen wäre schon die Reise wert gewesen, in der Summe sowieso.

Dass die Länder des Balkan ganz fantastisch sind, habe ich wieder erfahren dürfen. Es war nun insgesamt meine fünfte Balkan-Tour und ich bin mittlerweile ein grosser Fan dieser Region geworden. Es wird auch nicht meine letzte gewesen sein. Solltest du eine Reise dorthin erwägen: Mach! es!

 

Zahlen:

  • 5.651 km Gesamtstrecke
  • Reisezeit Juni/Juli 2021
  • 1.802 Fotos (Digi-Cam und iPhone zusammen)
  • 13 Grenzübertritte

 

Die Spritpreise: (Superbenzin, 95 Oktan, Sommer 2021, in EUR)

  • D 1,55
  • A 1,35
  • I 1,60
  • GR 1,65
  • AL 1,35
  • RKS 1,19
  • NMK 1,16
  • MNE 1,37
  • BIH 1,08 (Föderation Bosnien) 1,16 (Republik Srpska)
  • SLO 1,25
  • HR ?,?? (Sorry, habe es ohne zu tanken da durch geschafft…)

 

Schäden/Verluste:

Keine (Ok, ein paar kleine Kratzer wegen der Versenkung im Fluss auf dem TET in Bosnien)

 

Strafzahlungen:

Diesmal keine. Nicht mal in Montenegro!

 

Mein Dank geht an:

Sead in Prizren für das super Frühstück bei Wohlfühlatmosphäre und die vielen Insider-Infos.

Eddie in Shkodra für die Besprechung von Businessplänen.

Andrej aus Russland, der in den Bergen Albaniens auch alleine zu Fuss läuft und gut drauf ist. Sowas ist einfach unglaublich!

Vesko im Norden von Montenegro, wegen seiner authentischen Unbekümmertheit und dem Spass mit der Übersetzungs-App.

Dzan in Mostar, für die vielen Informationen, die Route durch die Berge, die interessanten Einblicke und für Fragen, die ich nicht beantworten kann.

David in Flörsbachtal, für die kulinarischen Köstlichkeiten der armenischen Küche.

 

Ganz besonderer Dank und tiefster Respekt gehen an:

Nick aus Zürich, mit dem ich eine tolle Zeit mit geradezu philosophischen Gesprächen in Kotor hatte.

Karlo für die Gastfreundschaft, den Motorradtausch und natürlich für die absolut bemerkenswerte Gartenparty in Velika Gorica.

Die „Engel“: Elvis, Anela und Asja, die mich im schlimmsten Unwetter meiner Motorradkarriere gerettet und dann noch bis Sarajevo eskortiert haben.

 

Die grobe Route in Bosnien:

Und wenn du jetzt immer noch da bist: Hinterlasse gerne einen Kommentar, vor allem natürlich, wenn es dir gefallen hat.

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12 Kommentare

  1. Heinz-Hermann Giesecke 07/01/2022

    Was für ein unglaublich toller Bericht!
    Gruß Heinz

  2. Andreas Fuchs 07/01/2022

    Geniale Ausfahrt und ein super Bericht, so kann man sich aus dem Winter wegträumen, wir waren heuer am ACT Griechenland unterwegs, kenne auch den ACT Italien und kann beide uneingeschränkt empfehlen, gefühlt einfacher wie TET, allerdings besser zu zweit.

    Italien 100% der Strecke und Griechenland 85% (witterungsbedingt) mit BMW F 850 GS befahren.

    SG aus dem Raum Zell am See

  3. Adamla Uwe 07/01/2022

    Hi Elmar,

    seit Jahren lese ich nun mit und oft gelobt für deine Art zu schreiben
    Dieser Bericht ist ( und ich kann nicht mal sagen – warum) der spannendste und ich habe jede Zeile verschlungen.
    Danke für die Mühe die in solch einem Artikel steckt und auch für die Lust auf Fernweh.
    Keep save
    Zum Jahreswechsel war ich bei meinem Bruder und habe an unseren letzten Besuch gedacht
    Viele Grüße
    Uwe

  4. MB 07/01/2022

    Du schreibst Berichte, die ihresgleichen suchen! Absolut toll. Einfach Danke!

  5. Anonymous 07/01/2022

    Danke fürs mitnehmen!
    Gruß Sturmi

    P.S. Du bist schuld, wenn ich da hin fahre.

  6. Joe 08/01/2022

    Ein super Bericht über eine tolle Reise.
    War selber dieses Jahr in Albanien, wieder mal.
    Deine Art zu Schreiben finde ich einmalig.
    Solltest Du mal in der Nähe von Passau vorbei kommen so melde dich.
    Wünsche Dir für dieses Jahr super Trips und Alles Gute
    Joe

  7. ebee 08/01/2022 — Autor der Seiten

    Hi Josef,

    danke für deinen Kommentar. Aber Vorsicht: Passau liegt schnell mal auf der Rückreiseroute 🙂

  8. Norman 11/01/2022

    Eigentlich wie immer!

  9. Volker Oberbossel 13/01/2022

    Salue Elmar.
    Vielen Dank für das Mitnehmen auf dieser und auch deinen anderen Touren. Deine Art diese „zu Papier“ zu bringen, begleitet von perfekten Photos, ist was besonderes. Damit steht für mich fest wohin denn meine nächste Tour geht. Projektname; auf den Spuren von Ebee – durch den wilden Balkan.
    Wünsche dir und deiner Familie alles Gute.
    Vielleicht fährt man sich ja mal über den den Weg.
    Volker

  10. ebee 13/01/2022 — Autor der Seiten

    Hallo Volker,

    lieben Dank! Andere Menschen fürs Reisen zu inspirieren ist einfach toll. Wenn ich mit den Berichten auch nur einen Einzigen zum Losfahren motivieren kann, war es schon jede Zeile wert. Und melde dich gerne wenn du noch Infos brauchst.

    Gruß – Elmar

  11. Anonymous 19/01/2022

    nun seit 2013 war ich gerne nun 5 mal auch dort unterwegs und immer wieder, auch trotz Beinbruch in Albanien, mit guten Erinnerungen unterwegs.

  12. Nikolai 23/01/2022

    Hey Elmar,
    du hast da echt viel schönes erlebt. Sehr schön geschrieben, richtig toll. Danke, denn es weckt in mir immer mehr Lust auf ähnliche Reisen.
    Ich hoffe dass ich gehöre im Jahr 2023 nicht zu den „Bekannten“ die können aber nicht wollen oder wollen und nicht können 😉 sondern zu demjenigen der mit dir die große Reise fahren kann.
    Liebe Grüße
    Nikolai

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