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Update 2022

Asche über mein Haupt: Ich habe gebummelt. Mit Schrecken stelle ich gerade fest, dass ich hier einen Berg an Fotos, Stories und Erlebnissen liegen habe, die nicht ansatzweise in Reiseberichte überführt wurden.

Bevor nun weitere Nachfragen eintreffen, ob es mir gut geht, oder ob es mich überhaupt noch gibt: Ja klar, alles prima!

Gestern zum Beispiel, da fahre ich zur Repsol-Tanke unten in Velez-Malaga um mich mit Michael zu treffen. Wir hatten schon ein paar Mal Email-Kontakt und er ist den September über hier in Andalusien. (Angeblich bin ich „Schuld“, dass er mit Familie gerade hier ist. Aber ich solle mich deshalb nicht schlecht fühlen…) Ich hatte Michael versprochen, ihm ein paar gute Offroad-Pisten zu zeigen, was darin mündete, dass wir gestern Abend völlig erschöpft wieder zuhause waren. Den ganzen Tag sind wir durch die Sierras gebrettert und hatten einen Riesenspass dabei. (Die Fotos dazu hat er geschossen…)

Dabei fing der Morgen schon turbulent an. Zuerst musste ich das Motorrad wechseln, weil sich die Benzinpumpe meiner GS entschieden hat, den Kraftstoff mit Druck vor meinem Gesicht zu verteilen, statt im Brennraum des Motors. By the way der erste wesentliche Defekt in den vergangenen acht Jahren!

Danach treffe ich Kyle an der Tankstelle. Kyle kommt aus den USA, hat seine rotweisse Tenere 700 nach Paris fliegen lassen, ist vor wenigen Tagen in Heidelberg aufgebrochen und auf dem Weg nach Kapstadt, also auf dem Landweg über die Afrika-Westroute. Wir kamen sofort ins Gespräch, weil plötzlich unsere beiden identischen Tenere 700 nebeneinander standen…

Dass ich überhaupt gerade die Tenere fuhr, war also Zufall, wobei… das wäre der schon nächste Punkt: Ich bin im Juli mit der Tenere von Deutschland über die Vogesen, Westalpen, Ardeche, Cevennen, Languedoc in die Pyrenäen. Habe diese dann vom Mittelmeer bis Pamplona durchfahren, um danach über Bardenas Reales die Picos de Europa in Nordspanien zu entern. Weiter ging es Richtung Süden, den Douro an der portugiesischen Grenzen entlang, durch die Extremadura, in der ich mit 46 Grad im Schatten einen neuen, persönlichen (und ungewollten) Temperaturrekord aufgestellt habe.

Achja, vorher bin ich mit Carola runter nach Griechenland, die  kompletten Peloponnes entlang, dann via Albanien, Montenegro, Bosnien, Kroatien, Slowenien zurück. Das war richtig gut, zumal ich immer noch unbekannte Balkan-Spots auf meiner ToDo-Liste hatte, die jetzt endlich abgearbeitet sind…

Weiterhin fehlt eine beeindruckende Tour in die sächsische Schweiz und nach Bautzen, eine haarsträubende Reise mit einem (Gott sei Dank) geliehenen Wohnmobil (Echt, das tut mir heute noch leid!) nach Istrien, eine Wintertour in Andalusien und wahrscheinlich noch ein paar Trips, die mir erst bei der Fotobearbeitung wieder einfallen.

Da es sowohl beruflich, als auch privat völlig ungeplant, ungewollt und unvorhersehbar zu erhöhter Arbeitsbelastung gekommen ist, haben Reisestorys im Moment leider nicht „Prio Eins“. Aktuell habe ich einfach zu viel um die Ohren. Ich hoffe, in Richtung Herbst/Winter wird es wieder ruhiger. Wie man hört, gibt es ja bald Gelegenheit, sich bei längerer Dunkelheit zu beschäftigen, was mich zu einem völlig anderen Thema bringt:

Wir haben uns hier kürzlich eine „inselfähige“ PV-Anlage mit Speicher installieren lassen (weil ich das bei über 300 Sonnentagen in Andalusien als sehr sinnvoll erachte). Ich wollte einfach autark sein, das war eines der kleineren privaten Projekte.

Währenddessen hat eine komplett absurde Energiepolitik das „beste Deutschland aller Zeiten“ an den Rand der Katastrophe getrieben (was ich als weniger sinnvoll erachte). Ich schaue mir das absehbare Desaster dann in Ruhe aus der Ferne an. Abgesehen davon hoffe ich, es gibt genug Zeit um die vergangen Monate aufzuarbeiten.

Und wenn ich mir gerade noch etwas wünschen darf: Das wäre echt ganz toll, wenn sich gewisse Menschen so langsam Jobs suchen, in denen sie weniger Schaden anrichten… Bitte!

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2 Kommentare

  1. Philippe 11/09/2022

    Schön, dass alles OK ist. Freue mich mich schon auf den einen oder anderen Reisebericht!
    Weiterhin alles Gute und Grüsse aus Zürich, Philippe

  2. Regina und Detlef 03/10/2022

    Hallo Elmar,

    yes, wir haben Deine Reiseberichte gefunden und finden sie nicht nur äußert unterhaltsam, sondern mal eine echte Alternative zur sonstigen Literatur – quasi vom Biker für Biker :))) 1000 Dank dafür und die Mühe….

    Ja, Mühe. Wir kennen das, wenn man nach 6500 km zurück kommt, gefühlte 30000 Bilder und x GoPro-Film-Clips zu sichten hat (und so viel Rotwein kann man dabei gar nicht trinken, auch wenn Spass macht). Aber – man erlebt solche Reise quasi nocheinmal, weil man während der Reise quasi nur ohhhhs und ahhhhs aufnimmt, aber nicht verarbeitet.

    Wie zuletzt unsere Nordkapp Reise als Ausweichmanöver zu Sardinien, das wir komplett durchgeplant aber Corona-bedingt nun schon 2 x verschoben haben.

    Und manchmal ist das vielleicht gar nicht so schlecht, denn sonst wären wir nicht auf Deinen Blog gestoßen. Da hatte uns doch gestern bei einem Flohmarktbesuch im tiefsten Taunus ein BMW-Fahrer erzählt, dass Sardinien nett (nett???), aber eben kein Vergleich zu Korsika sei. Aha!

    Wir geben zu, dass wir uns mit GS-Fahrer nicht unbedingt identifizieren, aber gut, man kann ja mal zuhören :)) Und siehe da, direkt Zuhause gegoogelt, trifft man auf so einen tollen Reisebericht von Dir Korsika vs. Sardinien!

    Danke dafür, wir sind begeistert und haben unsere Planung gerade geändert.
    War uns ein Bedürfnis, dies kurz mitzuteilen.

    Herzliche Grüsse
    Regina und Detlef

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