„You only live once. But if do it right, once is enough“ (Mae West)
In diesem Jahr fällt mir die Routenplanung etwas schwer. Seit langem steht der Pamir auf meiner Wunschliste, aber die Situation in der Ukraine bessert sich nicht. Wo soll ich hin?
Viele Regionen in der Nähe, also Europa und Nordafrika habe ich schon bereist. Da kommt mir Kollege Detlef gerade recht: Er schlägt vor, dass wir unseren ersten ACT fahren. Und zum „aufwärmen“ – also praktisch auf dem Weg dorthin – nochmal gemeinsam die Routes des Grandes Alpes.
Mangels Alternativen, aber auch weil mir die Idee sehr verlockend erscheint und ich zudem nicht wieder alleine fahren muss, sage ich zu. Da ausserdem die Tenere 700 einer bundesdeutschen Inspektion (respektive Hauptuntersuchung) unterzogen werden muss, mache ich mich an einem schönen andalusischen Morgen Ende Mai, auf in Richtung Deutschland.
In Südspanien ist der Mai einer der schönsten Monate, zusammen mit dem September. Dann ist es noch nicht so heiss und gleichzeitig hat man praktisch eine Schön-Wetter-Garantie.
Eigentlich müsste ich hier bleiben zu dieser Jahreszeit. Auf der anderen Seite kann ich den Verlockungen einer Motorradtour nicht widerstehen. Luxusproblem.
In der Sierra Nevada liegt zwar noch Schnee, aber so hoch fahre ich heute nicht hinauf. Ich kann nicht mal sagen, wie oft ich die Route Spanien-Deutschland schon mit dem Motorrad gefahren bin. Aber das spielt keine Rolle – ich liebe die Strecke und könnte ständig hin- und herpendeln.
Einzig die Wahl der Alternativrouten wird immer schwieriger, denn ich will auch nicht jedes Mal die gleiche Strecke fahren. Immerhin bietet Spanien viele Möglichkeiten, den Asphalt zu verlassen und ein paar Kilometer abseits der Strassen unterwegs zu sein. Der Offroad-Anteil wird im Verlauf dieser Reise noch deutlich steigen.
Die Packrolle bleibt diesmal daheim. Ich habe so lange umgepackt und reduziert, dass ich das gesamte Material für drei Wochen in die beiden Alukoffer bekomme. Das hilft dem Schwerpunkt und dem Gesamtgewicht, was im Verlauf der Reise noch von Bedeutung sein wird.
Die knapp 3.000 Kilometer von Malaga ins Münsterland – je nach Route – fahre ich immer in vier oder fünf Tagen. Das ginge auch in drei Tagen, dann aber ständig auf der Autobahn. Jeder Tag mehr ist also ein Gewinn an Fahrfreude.
Diesmal geht es nur knapp vorbei an Andorra, über Puigcerda und dann über die Pyrenäen nach Perpignan.
Bis Montpellier ist auch das Wetter noch gut, aber die Vorhersage kündigt ab Nordfrankreich eine Schlechtwetterfront an. Die nächsten Tage soll es schlecht bleiben und ich verbuche das noch unter erhofftem Vorhersagefehler.
Bei den Pausen zwischendurch sieht es zunächst noch ganz sonnig aus.
Mich erwischt der erste Gewittersturm kurz vor Vittel. Dort habe ich mir ein Hotelzimmer gebucht, aber kurz vor meiner Ankunft beginnt es zu schütten. Der Heizkörper im Zimmer muss deshalb als Trocknungsmaschine herhalten.
Diesmal habe ich mir unter anderem die Saarschleife als Ausflugspunkt gesucht. Leider wird es mit dem Wetter auch am nächsten Tag nicht besser. Die Temperatur steigt bis nach Hause nicht mehr über 14 Grad, ein eisiger Wind weht und wenn es mal gut läuft, nieselt es nur. Die letzten 600 Kilometer ins Münsterland sind ziemlich unangenehm. Das sind Momente in denen ich denke: Wäre ich doch zuhause geblieben.
Für die HU-Vorführung der Tenere habe ich exakt einen Tag Zeit. Donnerstagabend komme ich an, Freitag geht es zur Durchsicht, aber Montag wollen Detlef und ich schon in Richtung Süden starten. Bummeln oder unvorhergesehene Probleme dürfen jetzt nicht auftauchen.
Die neue Plakette für die nächsten zwei Jahre landet jedoch ohne Probleme auf dem Motorrad.
Kurze Bemerkung: Man kann ein Fahrzeug nicht mit deutscher Zulassung beim spanischen TÜV vorführen (Der heisst da „ITV“). Die machen zwar exakt das Gleiche wie in Deutschland (für ein Drittel des Preises!), aber eben nur für Fahrzeuge mit spanischer Zulassung. Die Tenere habe ich noch nicht umgemeldet, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob sie in Deutschland oder Spanien bleiben soll.
Da wir erst im April unser grosses Haus verkauft haben und in unser kleines umgezogen sind (Die Anzahl unserer Tage in Deutschland sind überschaubar), gibt es nicht mehr so viel Platz für die Motorradausrüstung. Ich muss nun meine sieben Sachen im Heimbüro unterbringen. Egal. Wie man sieht, bin ich ein Freund von Ordnung und Struktur.
Am Samstag finde ich noch Zeit für einen Besuch in der nächsten Louis-Filiale. Es gibt gerade eine Rabatt-Aktion auf Enduristan-Produkte und ich decke mich ein.
Der Nachmittag verlangt noch eine Wäsche für die Tenere, dann kann es los gehen.
Bis in den Süden Deutschlands fahre ich über die Autobahn. Bei Bad Camberg schaffe ich es mal wieder (nach dem Trip durch die Westsahara), den Tank der Tenere leer zu fahren. Bei Autobahntempo und mit den montierten Seitenkoffern verbraucht sie etwas mehr als sonst und ich schaffe heute nur 370 Kilometer nach dem letzten Volltanken.
Gerade als ich eine Raststätte passiert habe und auf der Mittelspur einen Lkw überholen will, läuft der letzte Tropfen Benzin durch die Zylinder. Das ist ein Naturgesetz, oder? Ich muss rechts ran und nachfüllen. Gut, dass ich eine 2-Liter Reserve im rechten Seitenkoffer verstaut habe. So muss ich nicht mal absteigen und kann nach einer Minute weiter fahren.
Wegen terminlicher Schwierigkeiten meines Reisepartners treffe ich Detlef dann erst am Abend in Offenburg. Dafür hat sich das Wetter mittlerweile beruhigt und wir können am Morgen bei Sonne starten.
Wir fahren durch die Schweiz, vorbei am Genfer See und wollen heute irgendwo auf der Routes des Grandes Alpes übernachten.
Vorher geht es nach Thonon-les-Bains, zum offiziellen Startpunkt der Routes des Grandes Alpes.
Du kannst natürlich bei Thonon direkt in die Bergstrecke einsteigen, diesmal möchte ich aber am „echten“ Startpunkt, dem „Zero“ beginnen. Mitten im Ort ist eine runde Plakette in den Boden eingelassen. Die gleiche Plakette gibt es dann am Ende, in Menton.
Detlef zwingt eine ahnungslose Touristin dazu, ein Foto von uns zu machen, dann kann es losgehen. Für mich ist es die zweite Fahrt über die Routes des Grandes Alpes nach meiner Erstbefahrung in 2018.
Der erste Tag verläuft unspektakulär. Wir landen im französischen „Cluses“ und haben es schwer, etwas zum Essen zu finden. Theoretisch gibt es im Ort mehrere Restaurants und wir wollen einfach eine Pizza oder ähnlich anspruchsloses. Das Angebot in Cluses beschränkt sich aber auf drittklassige „Halal“-Buden mit zwielichtigem Publikum. Wir irren deshalb zu Fuss durch die Strassen und finden nur eine Steh-Pizzeria die geschlossen hat und Lokale, in denen wir uns fremd fühlen. (Ich weiss nicht, wie man sich jetzt politisch korrekt ausdrückt. Dies ist die neutralste Form, zu der ich fähig bin…)
Cluses als Ort ist etwas anders als wir erwartet haben. Er passt irgendwie in das „look and feel“ französischer „Banlieues„. Von denen kenne ich mittlerweile einige, denn ich muss da ja immer wieder durch.
Am Ende und nach reichlich Laufstrecke finden wir das Restaurant „Chez-Zaz“ und bekommen in etwa das, was wir uns vorgestellt haben. Wirklich gut ist dagegen unser B&B am Ortsrand.
Die Motorräder stehen im abgeschlossenen Innenhof und unsere Zimmer sind fast neu und blitzsauber. Wir haben eine Etage für uns, mit zwei Schlafzimmern und einem Bad.
Das Haus wird geführt von Romain und er hat es erst seit kurzem auf Booking gelistet. Seine „Villa d’Helene“ kann ich wärmstens empfehlen, im Gegensatz zum Ort.
Als ich am Morgen duschen gehe, lasse ich meine Zimmertür offen. Die Gelegenheit nutzt die Hauskatze, um es sich auf meinem Bett bequem zu machen. Lustigerweise sieht sie fast genauso aus wie die Wildkatze, die uns in Spanien zugelaufen ist.
Nach dem wenig erwähnenswerten „Col des Gets“ ist der „Colombiere“ der zweite Pass der Routes des Grandes Alpes.
Wir sind immer noch glücklich, dass sich die Wetterlage gebessert hat. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass wir für die Routes des Grandes Alpes eigentlich zu früh sind.
Mindestens der Col d’Iseran ist jetzt noch geschlossen. Auch dieses Jahr wird er erst Mitte Juni geöffnet. Aber auch der Col de la Bonette – die vierthöchste Strasse der Alpen – befindet sich noch in der Wintersperre. (Der Bonette gehört nicht zur RdGA, aber er liegt direkt am Rand und lohnt einen Abstecher!)
Wenn du mal die Routes des Grandes Alpes befahren möchtest, planst du am besten so, dass du erst Mitte Juni dort ankommst. Ausserdem ist ab September schon wieder Schluss. Dein Zeitfenster für diese Traumroute ist also begrenzt.
Danach schaffen wir noch den Col des Aravis…
…werden aber schon kurz danach von der ersten Strassensperre aufgehalten. Auf dem Weg zum „Col des Saisies“ müssen wir einen langen Umweg fahren. Allerdings ist die Landschaft trotzdem schön und wir sind mit der Alternativroute happy.
Wenig später ist der „Cormet de Roselend“ aber ebenfalls voll gesperrt und wir müssen uns wieder eine Umfahrung suchen. Diesmal ist es nicht die Wintersperre, sondern Bauarbeiten.
Ich suche uns die Alternative über den „Col de la Madeleine„, der eigentlich nicht zur Routes des Grandes Alpes gehört, für viele aber sogar die schönere Strecke darstellt.
Uns ist das heute egal. Wir machen Pause im Restaurant auf der Passhöhe und freuen uns, dass es nicht regnet oder schneit.
Ausserdem kann ich fotografieren und das tolle Bergpanorama ablichten.
Unten müssen wir tanken, was mich zu den Automatentankstellen führt: Ich bin kein Freund von Automaten in jeder Form, aber in Frankreich gibt es nicht viele Alternativen. Dafür sind sie besonders teuer. Eine mit Menschen besetzte Tankstelle zu finden, ist schwierig. Du bist also gut beraten wenn du (mindestens) eine Kreditkarte besitzt.
Ich empfehle zwei unabhängige Karten, falls eine mal streikt. Das kommt durchaus vor, warum auch immer. Und wenn du auch ausserhalb des Euro-Zahlungsraums unterwegs bist, richte dir ein Multi-Währungskonto bei Wise (ehem. „Transferweise“) ein. Ich habe damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
Im Gegensatz zu den klassischen Konto-Karten-Kombinationen spart ein Wise-Konto viel Geld bei der Umrechnung in Fremdwährungen und auch bei der Abhebung von Bargeld im Nicht-EU-Ausland. Und kostenlos ist es auch noch.
Auf Reisen nutze ich nun schon seit Jahren nur noch die Wise-Visa-Karte, weil es eine Debitkarte ist und dies den „Spielraum“ für Spitzbuben begrenzt. Nur bei Mietwagenbuchungen verwende ich eine „normale“ Karte wegen der Kaution.
Falls du möchtest, nutze meinen Wise-Link. Dann habe ich auch was davon… Ende des Werbeblocks.
Heute haben wir wegen der vielen Sperrungen und Umleitungen nur 120 Kilometer unserer geplanten Strecke geschafft. In Saint-Jean-de-Maurienne finde ich das „Hotel Saint Georges“ von 1866. Das Haus liegt recht zentral im Ort und hat eine ganz spezielle Garage für unsere Motorräder.
Diesmal liegen auch jede Menge gescheiter Restaurants in unmittelbarer Umgebung und wir fühlen uns wie in Frankreich.
Heute früh geht es bei strahlendem Sonnenschein weiter zum „Col du Telegraphe“ und danach zum höchsten Pass der diesjährigen Route, dem Col du Galibier (2.645m).
Die Anfahrt zum Galibier ist ohnehin schon eine Schau und wenn das Wetter so schön mitspielt wie heute, ist es gleich nochmal schöner.
Heute gibt es mal (fast) keine Umleitungen oder Sperren und wir geniessen jeden Meter und haben sogar Zeit zum fotografieren.
Ich gehe zwar lieber alleine auf eine Tour als gar nicht, aber zu zweit hat man einfach mehr von einer Reise.
Das Einzige, was mich an meinem Reisepartner stört, ist sein Hang zur Romantik. Detlef hat seltsame Angewohnheiten. Er schreibt zum Beispiel den Namen seiner Frau in den Schnee und schickt das Foto direkt nach Hause. Muss man das so machen?
Was ist das Ergebnis so einer Aktion? Ich werde gefragt, wieso ich nicht auf so schöne Ideen komme. Nun denn, ich werde mich bei Gelegenheit rächen.
Zurück zur Route: Der Galibier-Pass ist noch nicht geräumt und daher gesperrt. Das geht in Ordnung, weil es wenigstens hier eine Alternative in Form des nur wenige Meter tiefer liegenden Tunnels gibt.
Wir warten kurz an der Ampel, da der Tunnel nur einspurig befahrbar ist, dann geht es auch schon an die nicht weniger spektakuläre Abfahrt.
Den Rest des Tages verbringen wir mit einem breiten Grinsen unter dem Helm auf der Strecke und den weiteren Pässen:
Col du Lautaret (2.058m)
Col d’Izoard (2.360m)
Col de Vars (2.109 m)
Col de la Cayolle (2.326 m)
Col de Valberg (1.673 m)
Col de la Couillole (1.678 m)
Wir stoppen heute für die Übernachtung in Guillaumes, einem winzigen Ort im Süden der Seealpen. Von hier sind es nur noch gut 50 Kilometer bis an die Mittelmeerküste nach Menton.
Unser erster Stopp führt uns in die örtliche Bäckerei, wo es herrlich frisches Brot gibt.
Stopp Nummer zwei schliesst sich logisch an: Wir benötigen irgendwas zum belegen und dringend eine Flasche Wein.
Der Grund ist, dass wir uns oberhalb des Orts ein kleines Apartment genommen haben. Da wir nach dem Essen hier wieder hoch müssten, entscheiden wir uns für das einfache Dinner auf der Terrasse. Dann brauchen wir gar nicht mehr los und chillen mit Blick auf die Berge.
So macht das Leben Freude!
Aussicht, Abendessen und das Glas Wein sind super. Vom Hausherrn erhalten wir noch den Tipp, uns am Morgen die Gorges du Daluis anzusehen.
Die Schlucht liegt nicht auf der Routes des Grandes Alpes, aber das macht nichts. Der Umweg ist nicht länger als 10 Kilometer und lohnt sich in jedem Fall.
Danach folgen die letzten Pässe der Route: Valberg (1.673m), Couillole (1.678m), Saint Martin (1.500m), Turini (1.607) und Castillon (706m).
Ich weiss nicht genau warum, aber den Col de Turini finde ich persönlich am anstrengendsten, vielleicht wegen der vielen Kurven und Spitzkehren auf beiden Seiten, also der Auf- und Abfahrt.
Ich fahre den Turini nun zum dritten Mal und denke, es reicht. Das ist ein schöner Pass, aber auch einer von der Sorte, bei der du denkst, es könnte irgendwann einfach mal wieder 500 Meter geradeaus gehen.
Weisst du was ich meine? Als Motorradfahrer suchst du eigentlich immer Kurvenstrecken. Aber wenn es dann stundenlang links-rechts geht, freut man sich auch wieder auf eine Gerade.
Kurz vor dem Ziel in Menton machen wir nochmal Rast unter den schattigen Bäumen in Sospel. Weil wir uns nun deutlich tiefer befinden als auf den Pässen, ist es richtig warm geworden.
Dann geht es nach Menton an die Cote d’Azur, wo wir bei 30 Grad im Schatten unter Palmen den Endpunkt der Routes des Grandes Alpes besuchen.
Wenige Meter neben uns steht eine BMW GS. Der Schweizer Fahrer ist solo unterwegs und ich bin beeindruckt von seinem Gepäck. Ich glaube, viel höher kann man ein Moped nicht beladen. Wozu braucht man alleine so viel Zeug? Natürlich darf auch die Insta360-Cam nicht fehlen.
Den Fehler des Tages begehe ich, als ich Detlefs Wunsch nach einer Durchfahrung von Monaco nachgebe. Ich kann ja verstehen, dass man dort mal gewesen sein möchte. Allerdings nur so lange man die Erfahrung dieser Schickimicki-Metropole nicht gemacht hat.
Wer jemals an einem heissen Sommertag mit dem Motorrad durch den Stop-and-Go-Verkehr von Monaco gekrochen ist, weiss wovon ich rede. Wieso es gerade hier eine so hohe Dichte an Ferrari, Porsche und Lamborghini gibt, ist logisch-technisch nicht zu erklären. Mit einem Tretroller wäre man in jedem Fall schneller unterwegs!
Wir flüchten absehbar nach einer halben Stunde im Dauerstau wieder in Richtung Hinterland und sind froh, die Häuserschluchten zu verlassen.
In Saint-Jeannet, nordwestlich von Nizza, gibt es für kleines Geld (im Gegensatz zu den teuren Herbergen an der Küste) das schöne „Hotel Avocado„. Der Empfang ist super freundlich und wir parken unsere Motorräder im Innenhof.
Das Haus hat ein sehr ordentliches Restaurant, eine Bar mit Live-Musik am Abend und Frühstück am Morgen. Was will man mehr?
Heute fahren wir zunächst nach Theoule-Sur-Mer und weiter mit unserem Tagesziel Perpignan.
Wir wollen nun „Strecke machen“. Meistens sind wir auf der Küstenstrasse unterwegs und halten kurz in der Bucht von Agay. Detlef hat dort kurz nach dem Krieg mal mit einer Verflossenen seinen Urlaub verbracht und möchte sehen, wie es dort heute ausschaut.
Die Kurzversion: Er erkennt den Ort nicht wieder.
Dafür kümmern wir uns am Nachmittag um die nächste Übernachtung. Vor ein paar Jahren hat Detlef mal in der Gegend von Perpignan übernachtet und empfiehlt ein kleines B&B in einer alten Olivenplantage, meine Suche auf Booking verläuft aber erfolglos.
Detlef meint, er hätte noch die Telefonnummer der Betreiber und ruft dort an, während ich skeptisch bin. Aber tatsächlich: Sie haben die letzten beiden Zimmer für uns übrig. Es gibt heute nicht mehr viele Häuser ohne einen Eintrag auf Booking, aber diesmal scheint es der Fall zu sein.
Wir reservieren also telefonisch und fahren die Reststrecke auf der Autobahn mit der Aussicht auf ein kühles Bier am Pool. Zwei Dinge passieren auf dem Weg dorthin: Ich knacke die 5.000 Kilometer Marke auf dieser Tour und auch Detlef fährt auf der Autobahn seinen Tank leer. Abermals helfen meine 2 Liter Reserve aus der Patsche.
Wir kommen am „B&B L’Oliveraie“ an und ich bin begeistert! Das Haus entspricht absolut meiner Vorstellung von einer gemütlichen Herberge: Klein, freundlich, urgemütlich und ruhig.
Noch am gleichen Abend entscheiden wir uns für einen Ruhetag am Pool und buchen für eine zusätzliche Nacht.
Später machen wir uns nochmal auf den Weg in den nächsten Ort um etwas zu essen.
Nur wenige Kilometer weiter gibt es einen kleinen See mit vielen Restaurants. Es ist fantastisch.
Der nächste Tag steht im Zeichen des Ruhetags. Danach steht der ACT Pyrenäen auf dem Programm und ich weiss in diesem Moment noch nicht genau, was uns erwartet.
Exkurs:
Wie soll ich einen ACT beschreiben? Die Idee ist, dass man ein Land mit dem Motorrad – idealerweise einer Reiseenduro – bereist, jedoch abseits der typischen Touristenrouten. Die Strecke kann man ein Stück weit mit einer Rallye-Etappe vergleichen und besteht zur Hälfte aus Strasse und zur anderen Hälfte aus Offroad-Piste. Meistens lernt man dieses Land dann besser kennen. Für einen ACT selbst benötigt man fünf Tage. Das ist bewusst so gewählt, damit du die An- und Abreise am Wochenende vorher und nachher absolvieren kannst. Insgesamt kann der normale Mensch also mit einer Woche Urlaub einen ACT befahren. Fit solltest du aber sein!
Die Route selbst bekommst du auf der offiziellen ACT-Seite zum Download für dein Navi. Ich nutze seit drei Jahren Osmand als App auf einem extra Android-Smartphone. In der App lade ich mir dann die GPX-Datei, die ich von der ACT-Seite heruntergeladen habe. Für den Download musst du Mitglied im ACT sein, was in der einfachsten Form knapp 12 Euro pro Jahr kostet und jeden Cent Wert ist.
Aktuell befinden sich alle neun Tracks in Europa in verschiedenen Ländern. Wenn du einen ACT befahren hast und dies per Fotos nachweisen kannst, bekommst du den offiziellen ACT-Sticker des jeweiligen Landes.
Mein Tagesprogramm heute: Ich lege die Füsse hoch und schaue einer Schnecke bei der Arbeit zu…
Abgesehen von der Kettenpflege, etwas Equipment säubern und dem Laden der Akkus bleibt es dabei. Wir fahren am späten Vormittag noch schnell zum nächsten Supermarkt, um uns für den Abend zu versorgen. Abseits dieser enormen Anstrengung bewachen wir den Pool, während uns die Dame des Hauses mit kühlem Bier verwöhnt.
Trotzdem wir im Paradies sind, fühle ich mich wie immer: Nach langen Tagen auf dem Motorrad brauche ich einen Tag Pause. Und spätestens am Abend freue ich mich dann wieder auf den nächsten Fahrtag. So auch dieses Mal.
Wir stehen am Morgen irgendwo an einem Hafen, in der Nähe der spanischen Grenze und ich muss grinsen. Der nächste Abschnitt steht auf dem Programm und diesmal bin ich gespannt.
Es ist nicht mehr weit und wir werden gleich die Grenze passieren. Kurz danach beginnt am „Cap de Creus“ der ACT Pyrenäen. Bisher gibt es neun ACT-Strecken und ich weiss nicht recht was uns erwartet.
Den TET in Andalusien bin ich schon gefahren. Teilweise ist das entspannt, teilweise sehr fordernd. Der ACT gilt als vergleichbar, allerdings optimiert auf grössere Reiseenduros. Ob das so stimmt, werden wir bald feststellen.
Bis dahin sind es von der Grenze noch 40 Kilometer.
Kurz vor dem Cap de Creus folgt die erste Ernüchterung: Zum Kap selbst darf man nur vor 9:30 Uhr fahren, weil es durch einen Nationalpark geht. Das hatte ich irgendwo gelesen, zwischenzeitlich aber vergessen. Die letzten paar Kilometer bis zur Küste müssen wir heute leider auslassen, denn die Strecke wird per Video überwacht und eine Durchfahrt ausserhalb der freigegebenen Zeit kostet 200 Euro Strafe. Wie dumm.
Egal, dann fahren wir eben von hier auf den ACT. Wie erwartet geht es zunächst auf Asphalt in Richtung Pyrenäen. Ich gehe aber davon aus, dass der Offroad-Teil nicht lange auf sich warten lässt.
Wenige Kilometer später ist es dann so weit. Wir verlassen die Strasse und fahren durch die Botanik. Das ist hier nicht schwieriger als in den Bergen Andalusiens, aber das hatte ich auch nicht erwartet, jedenfalls nicht gleich zu Beginn.
Wir fahren durch die ersten Ausläufer der Pyrenäen und durch den Wald. Dann passiert das, was ich im Geheimen gehofft habe:
Detlef fällt als Erster von uns!
Ich meine, ich wollte nicht, dass er fällt. Aber – wie soll ich sagen – ich freue mich schon ein wenig. Also – nicht weil er hier fällt, sondern weil ich nicht falle, bevor er fällt. Du verstehst? Nein? Du kennst Detlef nicht. Wäre ich zuerst gefallen, ich hätte mir das jeden Tag anhören müssen. Das wäre doch blöd. Jetzt muss er sich das anhören 🙂
Zur Klarstellung: Detlef kann Motorrad fahren. Ohne jeden Zweifel. Sein Problem ist das Motorrad. Oder besser gesagt, die etwas spezielle Konstruktion der „Husqvarna Norden“ die er fährt.
Das Motorrad ist recht hoch, was alleine nicht das Problem ist. Es ist zudem die ungewöhnlich breite Sitzbank. Die ist auf der Strecke sicherlich bequem. Aber durch die Breite stehen die Oberschenkel etwas weiter auseinander als bei meiner Tenere. Damit fehlen ein paar entscheidende Zentimeter von den Füssen bis zum Boden.
Ich kann das mit Sicherheit sagen, denn ich habe es ausprobiert. Und ich habe eher lange Beine! Für mich wäre alleine das schon das K.O.-Kriterium für die Norden.
Nun gut. Wir schauen mal, wieviel Spass das in den kommenden Tagen noch gibt.
Ein Stück weiter erreichen wir wieder Asphalt und eine Gelegenheit zur Stärkung. Wir treffen zwei weitere Motorradfahrer. Es sind Franzosen. Einer der beiden stellt sich als „Influencer“ vor, ich habe aber seinen Namen vergessen. Den ACT wollen sie nicht fahren, das sei zu anstrengend. Na gut.
Wir fahren dann hoch in die Berge und werden nass. Leider hält das Wetter heute nicht so richtig. Dafür ist der Regen nicht so kalt und unangenehm wie zu Beginn meiner Tour.
Am späten Nachmittag erreichen wir das erste Tagesziel. Einen ACT fährt man normalerweise in fünf Tagesetappen. Und jede Etappe endet dann in einem Ort. Meistens ist das ein Ort mit Möglichkeit zur Übernachtung. Heute wird es das „Hotel Cims“ im wunderschönen Ort Camprodon.
Das Frühstück erhalten wir zusammen mit !30! Niederländern. Es ist eine organisierte Gruppe Radfahrer, die den Frühstücksraum belagern und für etwas hektische Atmosphäre sorgen. Die Geräuschkulisse ist enorm und wir beobachten die Schlacht am Frühstücksbuffet mit grossem Interesse. Nach den erfolgten Plünderungen erwischen wir immerhin noch einen Kaffee.
Wir versuchen vor den Radfahrern auf der Strasse zu sein, tanken in Camprodon und füllen den Trinkwasservorrat nach. Dann machen wir uns auf, bevor uns die Truppe gleich auf der Strasse im Weg rum steht. Immerhin schleppen sie keine Wohnwagen hinter sich her.
Der Tag beginnt so sonnig wie einsam, wie herrlich. Das ist genau das, was ich erwartet habe. Die Organisation des ACT hat sich zum Ziel gesetzt, dass man ein Land abseits der typischen Touristenrouten erleben kann. Genau das erfahren wir hier gerade. Und die Offroad-Strecken sind immer so geplant, dass man zwar in der Natur unterwegs ist, diese aber nicht mehr als nötig stört.
Ausserdem ist auf dem ACT die Anzahl der erlaubten Motorräder begrenzt. Rudelfahren ist nicht!
Die Kühe auf der Strecke machen jedenfalls nicht den Eindruck, als liessen sie sich durch zwei Motorradfahrer aus der Ruhe bringen.
Sehr interessiert beobachte ich derweil meinen Reisepartner mit seinen Schwierigkeiten beim Auf- und Absteigen vom Motorrad. An einer Stelle nehme ich die Gelegenheit wahr und dokumentiere das Schauspiel mit der Kamera. Er möge es mir verzeihen. Immerhin ist die Maschine diesmal nicht schon wieder in den Dreck gefallen.
Bei Puigcerda geht es schon wieder von der Strasse ab, auf eine Schotterpiste. Diesmal ist es aber nicht nur einfacher Schotter, sondern grobes, loses Geröll, zudem mit ein paar herausfordernden Steigungen.
Ich fahre vor und passiere nach wenigen Metern zwei Briten auf KTM. Sie straucheln auf diesem Abschnitt, trotz leichterer Maschinen. Unter mir schüttelt es die Tenere durch und alles klappert deutlich hörbar. Die Yamaha erledigt den Job bis hierhin aber völlig unbeeindruckt. Ich hoffe, das bleibt so.
Der grobe Schotterabschnitt ist dann kürzer als gedacht und schnell können wir uns wieder den fantastischen Aussichten in die Weiten der Pyrenäen widmen.
Auf einer Hochebene wird die Schotterpiste breit und lässt sich hervorragend fahren. Wir kommen Andorra langsam näher.
Irgendwo in den Höhen, abseits aller asphaltierten Strassen machen wir eine Pause. Als wir weiterfahren bemerkt Detlef, dass er sein Smartphone verloren hat. Er ist sich recht sicher, dass er es während der Pause auf dem Fahrersitz liegen gelassen hat.
Ich warte, während er die Strecke nochmal zurückfährt und das Telefon dann tatsächlich an der Stelle auf dem Boden findet, wo wir Rast gemacht haben.
Im Jahre 2025 ohne Telefon unterwegs zu sein, ist ja ein Alptraum…
Durch den Regen gestern und die Fahrten abseits der Strassen sieht das Motorrad zwar nicht mehr so schön sauber aus, dafür aber viel näher am eigentlichen Einsatzzweck. Jetzt gerade weiss ich noch nicht, wieviel Dreck noch hinzukommt. Im Vergleich zu später sieht es praktisch aus wie frisch gewaschen.
Am Nachmittag kommen wir Andorra näher, allerdings versperren umgestürzte Bäume den Weg. Wir müssen uns hier und da durch das Gebüsch schlagen. Aber genau das wollten wir.
Tag 2 des ACT Pyrenäen neigt sich langsam dem Ende zu und bisher kann ich mithalten. Das Programm wechselt mit schöner Regelmässigkeit zwischen Abschnitten auf dem Asphalt und Offroad-Passagen. Die Route ist anspruchsvoll, geht aber voll in Ordnung.
Die Sauerei vom Tag sorgt beim Einchecken im „Hotel Magic“ in Andorra für hochgezogene Augenbrauen. Ich entscheide mich dazu, meinen Stiefeln ein Bad zu gönnen. Auf dem Bild sieht es gar nicht so schlimm aus. Wahrscheinlich war mein Gesamtauftritt nicht regelkonform. Eine Sache, an die ich mich mittlerweile gewöhnt habe, in jeder Hinsicht.
Wir essen noch in unmittelbarer Umgebung des Hotels zu Abend und fallen dann müde ins Bett.
Die Nacht hindurch hat es heftig geregnet, aber genau als wir aus der Hotelgarage fahren, hört es auf und die ersten Lücken in der Wolkendecke zeigen sich. Wir haben Glück.
Andorra bedeutet auch preiswerten Sprit, also machen wir unsere Tanks voll. Der Liter Super kostet gerade 1,30 Euro. Schade, dass der Tank der Tenere nur 16 Liter fasst.
Etwas enttäuscht bin ich, weil der erste Tag der Strecke heute nicht über den „Coll de Cabus“ und durch den winzigen Ort Tor führt. Wieso der ACT diese tolle Route in der aktuellen Version ausgelassen hat, kann ich nicht sagen. Letztes Jahr war ich von Tor begeistert und in den vorherigen Versionen des ACT Pyrenäen war dieses schöne Stück Offroad-Piste dabei.
Wir fahren stattdessen zunächst in Richtung Süden, auf der Hauptstrasse zurück in Richtung Spanien.
Dafür bleibt es den ganzen Tag trocken und ich kann irgendwann die präventiv angelegte Regenjacke ablegen.
Wir fahren hinauf auf den Pass Bonaigua. Die sehr kurvige Auffahrt macht viel Spass, weil man die schnellen, flüssigen Kurven so schön geniessen kann.
In Bagergue machen wir gegen Mittag eine Pause. Das Dorf als einsam und verlassen zu beschreiben, wäre eine Untertreibung.
Abgesehen vom örtlichen Hund, der sich sogleich Detlef zuwendet, ist hier nichts los.
Direkt hinter Bagergue geht es aber richtig zur Sache. Wir sind schon so weit oben in den Bergen dass ich die nächste Offroad-Etappe praktisch riechen kann. Was uns der ACT und die Pyrenäen dann präsentieren, ist eine der schönsten Bergstrecken, die ich bisher gefahren bin.
Alle paar Meter müssen wir anhalten, das Panorama anschauen und fotografieren. Die Wolken am Himmel stören nicht. Solange es trocken bleibt, ist das hier der Motorrad-Himmel.
Naja, und wenn dann noch Wasserdurchfahrten hinzukommen, bin ich sowieso happy.
Die Strecke geht etwa 10 Kilometer durchs Gebirge. Als wir unten ankommen, würde ich am liebsten umkehren und alles nochmal in der anderen Richtung fahren.
Die Tagesetappen sind allerdings recht stramm gescoutet. Du kannst immer stoppen und die Natur anschauen, aber ständig rumbummeln funktioniert nicht, sonst fährst du am Abend in die Dunkelheit.
Insgesamt war der heutige Tag Nummer 3 eher strassenlastig, aber der kleinere Offroadanteil wiegt alles auf. Normalerweise plane ich meine Touren immer selbst und finde auch meistens richtig schöne Motorradstrecken. Ich darf aber ohne Zweifel sagen, dass sich die ACT-Routen absolut lohnen und ich nicht glaube, dass ich das alleine so hinbekommen hätte. An dieser Stelle ein grosses Lob an die Scouts vom ACT.
Der Tag endet in Vielha. Wir haben uns ein Mobilheim auf dem „Campingplatz Alta Ribagorca“ gebucht und fahren vorher noch zum örtlichen „Mercadona“ um für den Abend einzukaufen. Mercadona ist eine spanische Supermarktkette und in Andalusien kaufe ich dort bevorzugt ein. Insgesamt ist es etwas teurer, aber die Produkte sind immer frisch und erstklassig.
Da ich das Sortiment gut aus Andalusien kenne, wird mir die Auswahl überlassen: Zwei Bier für den Durst, Weisswein, frisches Brot, Hummus, Oliven und Käse gibt es. Mehr brauchen wir nicht.
Unser „Haus“ ist super eingerichtet. Man wundert sich, was in so ein Mobilheim hinein passt. Überhaupt ist der Campingplatz Alta Ribagorca zu empfehlen. Die Sanitäranlagen sind top, das Personal super freundlich und es gibt auch ein Restaurant und einen kleinen Supermarkt.
Neben uns hat sich ein einzelner junger Niederländer mit seiner Tenere World Raid einquartiert. Er fand die Tagesetappe eher schwierig und wir tauschen uns über den ACT Pyrenäen aus. Seine Einschätzungen sind ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Eindrücke, obwohl wir den gleichen Weg fahren. Ich fand die Offroadpassagen heute leicht, er fand sie eher fordernd.
Alles hängt sehr vom Wetter, den Streckenverhältnissen und dem Motorrad ab. Vor allem das Gewicht spielt eine grosse Rolle und ich bin mir sicher, dass ich den nächsten ACT mit deutlich weniger Gepäck fahren möchte. Diesmal ging es nicht anders, weil wir vorher noch die Route des Grandes Alpes gefahren sind, ich aus Spanien nach Deutschland kam und auch noch wieder nach Andalusien zurück muss.
Der Weisswein am Abend ist klasse. So toll, dass wir beide am Morgen nicht sicher sind, ob wir besser noch eine Stunde mit der Abfahrt warten. Da die Tagesetappen immer eine gewisse Spannung bereithalten, fahren wir trotzdem zeitig um acht los. Es ist die richtige Entscheidung, wie wir bald feststellen werden.
Ab Vielha geht es westwärts und auch sofort wieder die Berge hinauf. Ich mache schnell ein Foto von den schönen Pyrenäendörfern, dann werden wir gestoppt.
Ich habe mal in einem Interview gesagt, ich fahre so gerne Reiseenduro, weil einen damit nichts stoppt. Hier ist der Gegenbeweis. Es gibt Situationen, in denen ist auch mit der Tenere Schluss. Diesmal kann ich es nicht auf mangelnde Fahrtechnik schieben:
Kurz nach einer Rechtskurve stehen wir vor einem respektablen Bergrutsch. Die Strasse ist praktisch nicht mehr existent. Weil der Abhang so steil ist, gibt es auch keine Umfahrung.
Ich schaue mir nochmal den Teil hinter der Leitplanke an, aber das sieht gar nicht gut aus. Bevor wir uns hier in Schwierigkeiten bringen, sucht Detlef eine Alternativroute.
Er meint, da gibt es ein gaaanz kurzes Waldstück. Da müssen wir nur durch und dann sind wir wieder auf dem Track. Das stimmt aber nicht. Wir stehen nach wenigen Metern im Schlamm vor dichtem Gebüsch und müssen umkehren. Wenn man nicht alles selber macht…
Der Umweg wird etwas länger als erwartet, aber was solls. Wir erreichen nach einigen Kilometern wieder die richtige Spur und fahren weiter durch die Wälder. War der Strassenanteil gestern eher gross, so erscheint er uns heute klein.
Da es in den letzten Wochen so viel geregnet hat, bieten die vielen grossen Pfützen eine gewisse Spannung. Du weisst nie, wie es darin ausschaut oder wie tief die Dinger sind. Einige sehen harmlos aus und entpuppen sich dann als tiefe Gräben, in denen das Wasser die Stiefeloberkante hineinläuft. Andere treiben dir die Sorgenfalten ins Gesicht, sind dann aber völlig problemlos.
Detlef inspiziert die grösseren Wasserlöcher fachmännisch und gibt dann seine Einschätzung.
Ich stelle mich bei diesen Aktionen gerne hinten an, weil er ein unglaubliches Unterhaltungsprogramm liefert. Hatte ich das Sitzproblem der Husqvarna Norden schon erwähnt?
Zwischenzeitlich kann ich die Stürze erahnen. Er fällt dabei nicht während der Fahrt oder weil er die Technik nicht beherrscht, sondern beim einfachen Auf- oder Abstieg fehlt der Bodenkontakt. Für jemanden, der ein Motorrad wirklich gut bewegen kann (er kann das wirklich), ist das natürlich sehr unangenehm. Wenigstens führt der ACT durch derart einsame Gegenden, dass sich keine grössere Gruppe über ihn lustig macht. (Das ist ja schon mein Job…)
Ausserdem hat sich Detlef eine imposante Technik für den Absprung angeeignet. Wie gesagt: Ganz grosses Kino. Wenn die Maschine fällt, springt er gekonnt zur Seite. Seine Flüche im Intercom, zusammen mit dem kippenden Moped, sollte ich eigentlich auf Video bannen.
Wenn wir kein Motorrad aufheben müssen – und das ist gottseidank meistens der Fall – fahren wir durch die wunderbaren Berge. Ich habe die Pyrenäen schon mehrmals überfahren, aber nicht so, wie dieses Mal. Die Route ist einfach unglaublich gut ausgearbeitet. Da gibt es gar nichts zu kritisieren.
Wir haben nun etwas mehr als die Hälfte der Strecke absolviert und befinden uns in der Nähe von Fanlo, am Rande des Anisclo-Canyons. Etwas nördlich befindet sich der Monte Perdido mit 3.349 Metern.
Gegen Mittag klart es weiter auf und die Sonne kommt heraus. Irgendwo finden wir ein nettes Gasthaus mit Terrasse und bestellen uns jeder ein belegtes Baguette. Als die Bedienung mit unserer Bestellung anrückt, werden wir von zwei riesigen Broten überrascht. Jedes ist fast einen halben Meter lang. Eines davon hätte locker für uns beide gereicht.
Weit bis zum Tagesziel ist es jetzt nicht mehr. Nördlich von Jaca endet der Track im kleinen Ort Anso. Die letzte Stunde können wir zwischen zwei Routen wählen: Die reguläre Strecke und eine leichtere Alternative. Klar, dass wir nicht kneifen wollen und die Männerversion wählen.
So fahren wir in einem engen Tal von der Strasse ab und links in den Wald hinauf. Hätten wir geahnt, was uns nun erwartet, hätten wir kleinlaut die Alternative gewählt.
Zunächst geht es noch gepflegt durch die hohen Tannen. Die Piste schraubt sich dann immer enger, sandiger und steiler nach oben. Wir kommen an eine Passage, die offensichtlich von vielen Waldfahrzeugen bearbeitet wurde.
Du kannst nur noch zwischen losem, tiefen Sand, dem Schlamm oder dem Schlick wählen. Der Regen hat dem umgewälzten Boden den Rest gegeben. An eine normale Fahrt ist nicht mehr zu denken. Irgendwie müssen wir da durch, denken wir, weil wir schon so weit hochgefahren sind.
Es sind die Momente, in denen du später weisst, dass die Umkehr besser gewesen wäre. Das mag hier bei trockenen Bedingungen noch irgendwie Spass bedeuten, aber heute ist es eine elende Schinderei.
Nach etwa einer dreiviertel Stunde kommen wir aus dem Wald hinaus auf eine Lichtung. Das bedeutet Pause. Der Abschnitt war wirklich anstrengend und wir diskutieren, ob uns das nun gefallen hat und zum „Männerprogramm“ gehört oder ob wir künftig erwägen, die einfacheren Passagen zu wählen.
Als wir wieder unsere Kräfte zusammen haben, schaue ich mir die Sandpiste genauer an. Es geht noch weiter hinauf und wieder in den Wald. Haben wir uns zu früh gefreut?
Der nun folgende Teil ist ein Alptraum aus Matsch, Lehm und Dreckwasser. Statt einer Abfahrt in Richtung Strasse wird es noch schlimmer als vorher. Immer wenn ich ein Stück geschafft habe, kommt hinter der nächsten Biegung ein noch üblerer Abschnitt. Ich habe Mühe, mich zurückzuhalten, da Detlef meine Reaktionen im Intercom hört, wenn ich das Elend hinter der nächsten Biegung sehe. Demotivation ist jetzt das Letzte, was wir brauchen.
Wie soll ich uns da durchbringen? Durch das Problem mit Detlefs hohem Motorrad wird die Situation noch schlimmer. Immer wieder liegt die Maschine knietief im Schlamm und wir müssen den viel zu schweren Bock wieder in die Senkrechte hieven.
Da wir keine Wahl haben und nun definitiv nicht mehr zurück können, heisst es Zähne zusammen beissen und uns Meter für Meter vorzuarbeiten.
Gleichzeitig brennt nun die Sonne vom Himmel und die Temperatur steigt seit dem Mittag auf 30 Grad. Zur sehr schwierigen Strecke kommt die körperliche Herausforderung.
Die ganze Aktion dauert etwa eineinhalb Stunden, dann sehe ich durch die Bäume endlich wieder eine Strasse. Wir stellen die Mopeds ab und sinken ins Gras. Was für eine Aktion.
Ich glaube, so dreckig habe ich die Tenere noch nie gemacht. Bei der Inspektion stelle ich zudem fest, dass die vergangenen Tage dem Kennzeichen deutlich zugesetzt haben. Durch die Vibrationen haben sich die Schrauben der Befestigung durch das Blech gearbeitet. Sie halten nur noch rudimentär und zudem ist das Kennzeichen an zwei Stellen gerissen. Ich fürchte Detlef muss nun ab und zu schauen, ob es überhaupt noch da ist.
Meine Sachen sehen auch nicht mehr nach Opernball aus. Ich bin mir nicht sicher, wie ich die nun wieder sauber bekomme, aber das ist jetzt auch egal.
Ich bin einfach nur froh, dass wir hier durch sind und keinen wesentlichen Schaden davongetragen haben. Den Dreck werden wir schon wieder los.
Wir fahren die letzten Meter bis zum Etappenziel nach Anso und hoffen, dass es dort ein Zimmer für uns gibt.
In Anso gibt es das „Hostal Kimboa“, wobei Hostal in Spanien kein Haus mit Schlafsaal bedeutet, sondern nur eine etwas einfachere Form eines Hotels. Du kannst hier also bedenkenlos ein „Hostal“ buchen.
Wir schlagen erst nach 18 Uhr in Anso auf. Das Kimboa ist allerdings voll belegt, beziehungsweise ausgebucht und es sind ausschliesslich Motorradfahrer auf dem ACT, die sich hier ein Zimmer genommen haben. Das ist schade, denn die Terrasse mit Restaurant wäre jetzt genau das, was wir gebraucht hätten.
Ich unterhalte mich dann mit dem Besitzer des Kimboa. Er ist wirklich freundlich und hilfsbereit. Ein paar Meter weiter auf der gegenüberliegenden Strassenseite gibt es noch eine Privatpension. Dort organisiert er uns zwei einwandfreie Zimmer mit Frühstück. Zudem reserviert er uns für den Abend auf seiner Terrasse einen Tisch zum Essen. Tische hat er immerhin genug.
Wir nehmen das gerne an und verbringen dann einen sehr unterhaltsamen Abend mit Gleichgesinnten. Neben uns sind weitere Fahrer da: Zwei Polen, ein Südafrikaner, zwei Portugiesen, drei Briten (mit den KTM), ein paar Spanier und auch der Niederländer mit seiner World Raid. Das Publikum ist bunt gemischt und wir haben Spass. Der Brite ist mit dem Südafrikaner auch durch den Dreck gefahren und sieht aus wie nach einer Schlammschlacht. Er hat so oft im Matsch gelegen, dass man die Übergänge vom Stiefel zur Hose und zur Jacke nicht mehr erkennen kann. Der junge Niederländer sieht ähnlich aus und ist völlig fertig. Er verschwindet direkt im Zimmer und wir sehen ihn an diesem Abend auch nicht mehr wieder.
Die Polen fahren den ACT in der entgegengesetzten Richtung und hören interessiert zu. Bei unserem Anblick und den Tagesberichten dürfen sie sich auf den morgigen Tag freuen. Sie wollen die Waldpassage zu Beginn wohl umfahren.
Die Portugiesen sind ganz extrem unterwegs und haben sich nach ihren Erfahrungen auf dem ACT Portugal entschieden, den ACT Pyrenäen auf sehr leichten 300ern zu fahren. Gepäck ist praktisch nicht dabei, aber die Anfahrt hierher war sehr mühsam.
Das ist das Problem: Mit einer Tenere 700 bist du einigermassen komfortabel auf der Strecke unterwegs, machst aber Abstriche im schweren Gelände. Dort haben die 300er mit 150 Kilogramm wirklich Vorteile, dafür brauchst du mit so einer Maschine nicht auf die Autobahn und auch die Landstrasse ist bei Tempo 100 kein Genuss. Irgendwas ist ja immer…
Wir schlafen dann wie zwei Babys und starten nach dem Frühstück unsere verdreckten Maschinen. Selbst die Schafe flüchten bei unserem Anblick.
Dann überqueren wir die Grenze zwischen den Regionen Aragonien und Navarra und sind auf der Suche nach Sprit.
Nicht weit entfernt, in Urzainqui werden wir fündig. Praktischerweise gibt es an der Tankstelle auch einen einfachen Wasserschlauch. Das ist zwar kein Hochdruckreiniger, aber für unsere Zwecke reicht er. So bekommen wir wenigstens den dicksten Schlamm wieder herunter.
Der Tag verläuft wie gewohnt. Strassen und Schotterpisten wechseln sich ab und immer wieder geht es durch die tollen Berge und durch die Wälder.
Ein besonders beeindruckender Ort am heutigen Tag sind die „Ruinas de la Real Fabrica de Armas de Orbaiceta„.
Hinter dem etwas komplizierten Namen verbirgt sich eine alte Bergbausiedlung, kurz vor der französischen Grenze. Von den meisten Gebäuden sind nur noch die Ruinen und Grundmauern vorhanden, aber die Kirche ist noch ganz gut erhalten.
Im 18.Jahrhundert wurde die Fabrik für die Herstellung von Waffen und Munition errichtet. Der Standort wurde wegen der naheliegenden Erzmine und dem vielen Holz in der Umgebung gewählt.
Wir laufen durch die Ruinen und können uns gut das Treiben der damaligen Zeit vorstellen. Nach den Informationen hier waren das sehr turbulente Zeiten.
Leider bedarf die ganze Anlage einer Renovierung, andernfalls werden auch die restlichen Gebäude irgendwann einstürzen. Wenn du also in die Nähe kommst, statte der Fabrik unbedingt einen Besuch ab, solange es sie noch gibt.
Und als ob die Fabrik nicht schon ein Highlight gewesen wäre, führt die Strecke weiter nördlich in die Gipfel der Pyrenäen, zur Grenze nach Frankreich. Die Gegend hier ist so unglaublich schön, dass wir wieder lange brauchen, um alles anzusehen.
Wir fahren staunend über die kleinsten Strassen durch eine Landschaft, die locker als Kulisse für einen Herr-der-Ringe-Film herhalten könnte.
Nun sind wir für ein kurzes Stück in Frankreich und erreichen den malerischen Ort Saint-Jean-Pied-de-Port. Hier bin ich irgendwann schon mal durchgefahren, weil ich mich an den Fluss und die schönen Gebäude erinnere.
Da auch die Tageszeit passt, suchen wir uns ein kleines Bistro am Strassenrand und wollen etwas zu essen bestellen. Ich frage den Kellner, ob es auch etwas Kleines gibt und er empfiehlt uns einen Salat mit Thunfisch. Ich habe ein paar Erfahrungen über das Essen in Frankreich. Auf meine Frage ob das ein kleiner Salat ist, antwortet er: „Klein ist er nicht, aber auch nicht gross“. Super, ich liebe präzise Antworten…
Wir erhalten dann jeder ein alkoholfreies Bier und die bestellten Salate. Diese kommen in Form eines Wasserglases mit drei Salatblättern, einem Teelöffel Guacamole und fünf Gramm Thunfischpaste. Ich zahle die Gesamtrechnung von 30 Euro. Dreissig! Euro!
Bei sowas fehlen mir die Worte und ich habe das an anderer Stelle schon mal gesagt: Der Spruch „Essen wie Gott in Frankreich“ entstammt vermutlich dem Praktikanten einer Werbeagentur auf Koks.
Ich habe in Frankreich bisher so gut wie nie anständig gegessen und mache irgendwas falsch. Seltsam, denn in anderen Ländern gelingt es mir. Vielleicht bin ich auch zu geizig oder zu anspruchsvoll?
Egal. Heute ist der letzte Tag auf dem ACT Pyrenäen und es ist nicht mehr weit bis nach San Sebastian. Wir haben dann die Pyrenäen befahren, von der Mittelmeerküste am Cap de Creus bis zum Atlantik. 1.160 Kilometer pure Fahrfreude!
Das Ziel des ACT ist ein Aussichtspunkt oberhalb des Meeres, der „Mirador de Jaizkibel„.
Vorher fahren wir durch Irun und sind schon in froher Erwartung der Ziellinie. Aber da haben wir die Rechnung ohne die Organisatoren des ACT gemacht. Irgendein lustiger Vogel hat uns kurz vor dem Ziel noch eine Sonderprüfung in die Route eingebaut.
Während wir am Ortsrand von Irun einen wild gestikulierenden Bauern ignorieren, kommen wir an einen winzigen gesperrten Weg. Ich schiebe die Betonsperre gekonnt zur Seite und mache mich auf den Weg nach oben.
Die kleine Nebenstrecke ist recht steil, was auf dem Foto so nicht rüber kommt. Dummerweise wurde der Weg kürzlich unterspült. Das Reststück Asphalt auf der linken Seite hängt in der Luft und ich zweifle, dass die Teerdecke die Tenere mit Mann und Gepäck trägt. Jedenfalls will ich so kurz vor dem Ziel nicht stürzen. Rechts geht es etwa fünf Meter hinab.
Da es keine Möglichkeit gibt zu wenden, muss ich die ganze Strecke langsam rückwärts wieder runter, sehr zur Schadenfreude von Detlef, der ganz schlau war und unten darauf gewartet hat, dass ich auch mal falle. Den Triumph gönne ich ihm aber nicht.
Natürlich passieren wir dann wieder die Stelle mit dem Bauern, der uns mit einem breiten Grinsen die passende Alternativstrecke zeigt.
Dann erreichen wir das Ziel und sind begeistert. Was für eine tolle Reise! Der ACT Pyrenäen hat genau die richtige Mischung zwischen Strasse und Offroad, wenn auch hier und dort mit ein paar Herausforderungen. Ohne die würde aber etwas fehlen.
Umso glücklicher ist man, wenn man es geschafft hat. Die fünf Tage auf dem ACT haben sich in jedem Fall gelohnt und noch zwischen den alten Torbögen oberhalb der Atlantikküste lassen wir die vergangenen Tage Revue passieren.
Heute Abend suchen wir uns noch eine gemeinsame Unterkunft, dann wird Detlef von hier aus nach Deutschland fahren und ich zurück in Richtung Malaga.
Vorher springt uns eine richtige Waschanlage in den Weg, denn unsere Motorräder haben sich nun eine ordentliche Wäsche verdient.
Im kleinen Ort Ergoien finden wir die ebenso kleine Pension Paloma. Die Zimmer sind günstig und gegenüber gibt es ein hervorragendes Restaurant. Das ist genau das Richtige für den letzten Abend.
Das Frühstück nehmen wir noch gemeinsam im Cafe Xabale im schönen Ort Elizalde ein, dann gibt es das obligatorische Abschlussfoto.
Mein erster Solo-Tag beginnt mit Wolken und etwas Nieselregen, aber dann klart es schnell auf. Ab Pamplona ist es trocken und warm.
Die nächsten zwei Tage fahre ich alleine durch Spanien in Richtung Süden und mache Strecke bei 35 Grad im Schatten.
Ich quere das Dreieck Cuenca-Soria-Teruel, das als eine der einsamsten Gegenden Spaniens gilt. Hier kann man ganze Dörfer kaufen, die komplett verlassen sind. Dafür braucht man allerdings reichlich Baumaterial, handwerkliches Geschick und viel Zeit. Rein betriebswirtschaftlich würde ich davon abraten.
Meine letzte Übernachtung verbringe ich irgendwo auf halbem Weg zwischen Madrid und Malaga. Das Hotel am Rande der Landstrasse kostet 30 Euro inklusive Frühstück. Das gönne ich mir heute 🙂
Das Zimmer ist einfach, aber sauber und ausser mir ist nur ein Möbeltransporteur als Gast im Haus.
Fazit:
Eine wirklich wundervolle Tour, obwohl ich die Route des Grandes Alpes schon kannte. Zu zweit macht eine Reise definitiv mehr Freude. Leider haben viele nicht die Zeit oder Möglichkeit.
Die Route entlang der Cote d’Azur war schon toll, aber der ACT Pyrenäen hat uns wirklich überwältigt. So fantastische Strecken und die Abwechslung zwischen Asphalt und Offroad-Anteil sind einzigartig.
Wir haben uns direkt im Anschluss für den ACT Italien verabredet. (Und dann auch gefahren… Das wird die nächste Geschichte, allerdings mit ungeplantem Ausgang…)
Gesamtstrecke: 7.414 Kilometer
Reisedauer: 3 Wochen
Reisezeit: Ende Mai bis Anfang Juni 2025
Schäden/Verluste: Ein Nummernschild
Ich hoffe, ich konnte dir die wesentlichen Fakten zum ACT vermitteln. Meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Wenn noch etwas fehlt oder du Fragen hast, melde dich!
Oder schreibe gerne einen Kommentar…































































































































































































































































































































Michael 24/12/2025
Es ist immer wieder eine große Freude deine Berichte zu lesen. Vielen Dank für das schöne Weihnachtsgeschenk. Auf viele weitere tolle Abenteuer.
Beste Grüße, Michael
Klaus 27/12/2025
Sehr schön und danke – wieder ein Reiseziel , welches ich nicht kannte. Bitte weiter so. Klaus
Stefan 30/12/2025
Im heimischen Büro sitzend, vor einem Stapel zu bearbeitender Dinge, ist schon nicht die Beste aller Ideen. Dann, einen Tag nachdem man die eigene Frühjahrstour (Balkan) absagen musste, „mal eben“ hier rein schauen, ist auch nicht die Beste aller Ideen.
Und so sitze ich hier, schmunzel über die Schilderungen, die ich teilweise natürlich gaaaaaar nicht nachvollziehen kann (gut, dass Detlef zuerst umgefallen ist 😉 ) und schaue mir die Bilder an, die mich einfach nur nach draußen, aufs Moped ziehen wollen.
Wie soll man da noch arbeiten?
*öffnet Basecamp*
Elmar 30/12/2025 — Autor der Seiten
Hui, jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich dich von der Arbeit abgehalten habe. Es tut mir (nicht) leid 🙂
Heiko Matz 30/12/2025
Hallo Elmar, ich habe deinen Reisebericht mir viel Freude gelesen. Da bekommt man Lust sich ein passendes Motorrad zu besorgen und auch mal so eine Tour zu machen. Ich habe deinen Blog gefunden, als ich Motorradtouren in der Nähe von Torrox Costa gesucht habe., gerne auch OffRoad, weil der Radius meiner 125 Honda MSX doch etwas eingeschränkt ist. Ich bin im Winter immer wieder Wochenweise in Torrox , weil meine Frau hier überwintert. Ich habe schon einige Touren nachgefahren, die du beschrieben hast und auch selber schon einige steile Feldwege und Schotterstraßen in den Bergen zwischen Alfarnate und Almuñécar entdeckt. Die kleinen, engen, kurvigen Straßen hier sind optimal für mein kleines Moped und die unbefestgten Wege sind das Salz in der Suppe. Eventuell laufen wir uns ja mal mal auf dem Paseo in Torrox Costa über den Weg. Ich bin da regelmäßig mit einem schwarzweißen Dalmatiner unterwegs. Dir noch viel Spass auf deinen vielfältigen Touren. Viele Grüße Heiko
Philipp 05/01/2026
Danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder, das macht Lust auf den Frühling! Freue mich auf den Bericht aus Italien.
Reiko 25/01/2026
Vielen Dank , hat mal wieder Spass gemacht „dabei“ zu sein 🙂 und annimiert wie verrückt. Tolle Bilder, ich hätte Angst das der Fahrspass flöten geht, bei den vielen Fotos knipsen.
Herrlich schön…Freue mich aufs nächste Abenteuer.