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Tipps & Tricks: Die DFDS-Fähre

Irgendwann kommst du auf ein Reiseziel, bei dem Wasser im Weg ist und du willst nicht auf dein Motorrad verzichten. Das passiert dir zum Beispiel bei so beliebten Zielen wie Korsika, Sardinien, Norwegen und Schottland.

Anhand des Beispiels DFDS und unserer Überfahrt für die Reise „Schottland Reloaded“ möchte ich dir ein paar nützliche Tipps und Infos geben. Freundicherweise hatte ich bei DFDS die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen einer solchen Überfahrt zu schauen. Deine Fähre buchst du am besten direkt online bei DFDS.

Check-In

Los gehts mit der Anreise zum Terminal, in diesem Fall zur niederländischen Hafenstadt Ijmuiden vor den Toren von Amsterdam. Das Terminal ist gut ausgeschildet, selbst ohne Navi zu finden und den Check-In-Schalter kannst du nicht verfehlen. Für den Check-In benötigst du eigentlich nur deinen Ausweis. Anhand des Namens werden Kabine (sofern gebucht) und Fahrzeug (inkl. Kennzeichen) identifiziert, denn das hast du alles vorher in der Online-Buchung angegeben. Die Schlüsselkarte für die Kabine und ein Ticket zum Anheften an dein Motorrad erhälst du auch gleich hier.

Das schwierigste an dieser Prozedur ist noch das Herauskramen des Ausweises mit Handschuhen am Schalter und die Identifikation deiner Person mit Helm, rechne also damit diesen abzusetzen.

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Ruckzuck findest du dich in einer zugewiesenen, nummerierten Linie wieder und du kannst die Zeit nutzen, um dich mit den anderen Bikern auszutauschen. Je nachdem wie früh du warst, geht es dann nach Aufforderung der Einweiser recht gesittet und entspannt auf die Fähre.

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Du wirst das Motorrad entweder ganz links oder ganz rechts, jeweils an der Schiffswand neben den Autos einparken und dann selbst sichern müssen. Genau dies stellt viele Motorradfahrer (mich eingeschlossen) beim ersten Mal vor Fragen und ich möchte ein paar Bedenken ausräumen.

Motorrad-Sicherung mit Spanngurt

Zunächst: Das Personal wird dir helfen wenn es gar nicht klappt, also bleib entspannt und versuche es ruhig erstmal selbst, denn so schwer ist das nicht.

Stelle dein Motorrad auf den Seitenständer und lege den ersten Gang ein. An der Wand hängen reichlich Spanngurte, welche die Crew vorher sauber aufgereiht hat (die DFDS-Jungs machen das). Nimm dir wenigstens einen davon und schau ihn dir an. Es sind im Prinzip zwei verbundene Gurte mit einer Metallratsche in der Mitte und an beiden Enden findest du Haken, die du in die Stahlseile auf dem Boden einklinken kannst. Einer der Gurte ist länger und in der Mitte der Ratsche einfach durch einen Schlitz gefädelt ohne das dies auf den ersten Blick besonders fest erscheint (ist es jetzt auch noch nicht…).

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Nimm das längere Gurtende und klinke den Metallhaken unter das Stahlseil auf dem Boden an der Wandseite. Jetzt führe den gesamten Spanngurt über das Motorrad, z.B. über den Sitz. Tipp: Ich lege als Schutz noch ein Handtuch unter den Gurt…

Klinke nun das andere Ende mit dem Haken unter das Stahlseil auf dem Boden auf der anderen Seite. Du wirst feststellen, dass alles ziemlich locker ist (und das ist gut und wichtig!). Beachte jetzt die Reihenfolge und ziehe das lose Ende (also das ohne Haken) des langen Gurts so durch die Metallratsche in der Mitte bis alles eine gewisse Grundspannung hat. Und bitte bediene die Ratsche erst wenn du den langen Gurt durchgezogen hast und ein Weiterziehen von Hand nicht möglich ist!

Den Hebel der Ratsche kann man nur auf eine Art hin und herbewegen, also mach dir darum keine Gedanken und bewege diesen nun hin und her während du hörst, wie die Mechanik arbeitet. Denn das ist der Moment deines Triumphs – so einfach funktioniert das!

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Zum Öffnen nimmst du später wieder den Hebel der Ratsche mit einer Hand und ziehst mit Zeige- und Mittelfinger die Sicherheitssperre, während du die Ratsche öffnest. Sobald der Gurt auf diese Weise gelockert ist kannst du alles wieder abbauen und weghängen.

Aus meiner Erfahrung reicht ein Gurt, aber ich kann mir auch zwei vorstellen, wenn die Nordsee mal besonders wild oder dein Sicherheitsbedürfnis besonders gross ist.

An Bord

Die typische Überfahrt Ijmuiden-Newcastle dauert etwa 16 Stunden und diese Zeit willst du wahrscheinlich nicht komplett verschlafen. Es fahren zwei sehr ähnliche Schiffe gleichzeitig im Wechsel (Princess Seaways und King Seaways).

Irgendwann kommt der Hunger und du kannst zwischen verschiedenen Restaurants wählen. Ich empfehle das „Seven Seas“, weil es hier ein wirklich gutes Buffet gibt (und ich die Auswahlmöglichkeit schätze).

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Ich habe aber auch im Steak-Restaurant gegessen und das war ebenfalls ausgezeichnet. Buche das Essen am besten vorher online (das spart ca. 6 Prozent) und gehe nachdem du die Kabine bezogen hast zum Restaurant und reserviere einen Tisch für deine Wunschzeit.

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Soweit war mir auch schon aus dem vergangenen Jahr alles bekannt, aber diesmal hatte mir die Entertainment-Managerin das Schiff gezeigt. Neben weiteren Restaurants (Blue Riband „À-la-carte“, Little Italy, Lighthouse Cafe) gibt es diverse Bars (Open-Air, Lifemusik, Disco), zwei Kinos und Boardshops, womit für jeden etwas dabei sein dürfte.

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An Bord braucht man übrigens keinen Adapterstecker – die Steckdosen fassen ganz normale Eurostecker. Es gibt Handyempfang, allerdings ohne Datenfunktion und WLAN/WiFi gibt es gegen Gebühr am Observation-Deck. Apropos – das offene Observation-Deck findest du auf Deck 8 vorne am Bug mit toller Aussicht.

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Dein Kabine ist sauber, die Betten sind schon bezogen und die Handtücher liegen in deinem eigenen Bad mit Dusche und WC bereit. Solltest du etwas benötigen, findest du auf Deck 7 die „Rezeption“ mit netten Menschen wie in jedem ordentlichen Hotel auch. Und wenn dir selbst das alles nicht genügt, buchst du vielleicht „Commodore de luxe“, aber dann bist du vielleicht auch gar nicht mit dem Motorrad unterwegs?!

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Wenn das Wetter passt, schau jetzt mal auf dem oberen Deck an der „Mermaid-Bar“ vorbei.

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Dort gibt es Lifemusik, eine tolle Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die Ausfahrt und dein Urlaub beginnt spätestens jetzt.

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Hochsaison

Ja – es kann auch voll sein, speziell zur Hochsaison und das war bei meiner Schottland-Tour jetzt im August auch der Fall. Soweit ist das alles kein Problem und du hast ja vorgebucht. Das einzige, was auf der Fähre überlaufen war, war das Frühstück. Hier wollten alle um 8 Uhr einen Tisch und das passt einfach nicht. Zur Hochsaison musst du beim Frühstück also evtl. mit ein paar Minuten Wartezeit vor dem Restaurant rechnen und am Buffet ist es dann auch mal voll. Tipp: Geh direkt früh um 7 Uhr oder eine dreiviertel Stunde vor der Ankunft (dann packe aber vorher dein Zeug in der Kabine zusammen).

Checkout

Du brauchst nichts weiter zu tun als deine sieben Sachen zu nehmen und dein Motorrad wiederzufinden. Da es gefühlte 58 Treppenhäuser auf dem Schiff gibt, bekommst du bei der Einfahrt einen Zettel mit der Decknummer und der Treppennummer für dein Motorrad. Gut, wenn du diesen Zettel jetzt wiederfindest.

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Es macht im übrigen keinen Sinn, bereits eine Stunde vor Einfahrt in den Hafen das Fahrzeugdeck aufzusuchen, denn die Türen dort sind noch verschlossen. Lautsprecherdurchsagen werden dich informieren wenn dein Deck an der Reihe ist, also hör da bitte hin und renne nicht runter auf dein Deck 5, wenn der Aufruf erst für Deck 3 galt!

Glaub mir – du hast genug Zeit deine Sachen zu ordnen, den geliebten Spanngurt zu lösen und dich noch mit dem netten Kerl nebenan zu unterhalten bevor die Luke aufgeht und du abfahren kannst. Alles easy – du hast Urlaub!

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Kurioses

Auf den Schiffen solltest du dich benehmen (was ja irgendwie logisch ist…) und wenn dir das gar nicht gelingt, gibt es Gefängniszellen, kein Scherz. Wenn die nicht reichen (was zur Fussballsaison angeblich schon mal passieren kann) wird ganz pragmatisch das Obersvation-Deck umfunktioniert. Sei dir also sicher das man einen Weg findet Spitzbuben ruhig zu stellen!

Fazit

Du wirst dich bei DFDS gut aufgehoben fühlen, besonders dann, wenn du bereits Erfahrung mit südeuropäischen Fähren sammeln durftest (und ich weiss wovon ich rede). Langeweile kommt an Bord nicht auf und es gibt in jeder Situation Menschen, die für dich da sind. Solange du in der Lage bist das Terminal zu finden, ist der Rest ziemlich entspannt.

Und sonst

.. wünsche ich dir eine tolle Zeit in Schottland, sonniges Wetter, keine Midges und ein paar Eindrücke hiervon…

Eilean Donan Castle2992

Die „Harry-Potter-Brücke2976

Andrew bei der Arbeit im Kinlochewe-Hotel (75 Single-Malts auf Lager!)3009

Noch mehr davon gibt es bald im Reisebericht „Schottland Reloaded 2016“

 

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