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Reifenschaden

Irgendwann erwischt es jeden und diesmal war ich wohl einfach dran: Kurz nach einem Tankstopp in den französischen Cevennen vernehme ich bei der Bergauffahrt das rot leuchtende Warndreieck im Display meiner GSA.

Unmöglich, denke ich zunächst. Alles fühlte sich gerade noch so gut an, aber der Reifendrucksensor meldet nur noch 1.6 bar an der Vorderachse.

Ich fahre daher lieber mal vorsichtig an die Seite und stelle das Motorrad am Strassenrand unter einem schattenspendenden Baum ab.

Nach dem Aufbocken auf den Hauptständer, checke ich das Vorderrad. Und siehe da: Dort steckt doch tatsächlich eine Schraube im Profil.

Na fein, denke ich mir. Jetzt wird sich zeigen ob das Reparaturset im Koffer etwas taugt. Also alles abgerödelt und Werkzeugrolle nebst Flickset ausgepackt.

Mit einem Multitool habe ich den Übeltäter ziemlich schnell entfernt und unter deutlichem Zischen entweicht nun auch die restliche Luft aus dem Reifen. Drecksteil, denke ich mir. Können die Franzosen ihre Spaxschrauben nicht anderswo deponieren?

Aber immerhin komme ich jetzt dazu, meine Reparaturkünste auszuprobieren. Bisher hatte ich dazu erst ein Mal die Gelegenheit beim Wechsel einer H7-Birne auf dem Weg in den Vogesen im letzten Jahr. Nicht gerade eine Herausforderung (Wobei einem BMW den Lampentausch nicht einfach macht!)

Jetzt darf ich den Reifen zunächst mal bearbeiten und die Schadstelle mit der Reifenfeile reinigen. (Es heisst „reinigen“, macht aber eher den Eindruck einer Reifen-Komplettzerstörung!) Aber ok, wenn es so sein soll… Ich vertraue einfach mal der Anleitung und mache was dort steht. Wirklich vertrauenserweckend ist die Feile im Rad jedenfalls nicht…

Jetzt kommt der Teil, bei dem man mit der Ahle eine dieser Gummiwürste in den Reifen stopft. Ich gebe zur Sicherheit noch etwas von dem Klebegel aus der beiliegenden Tube hinzu. Das Ergebnis sieht wahrlich nicht schön aus. Also mal schauen ob es hält?!

Das ist die Gelegenheit meine neueste Errungenschaft auszuprobieren: Meine nagelneue Lezyne Luftpumpe. Federleichte 260 Gramm wiegt dieses edle Teil und kann sowohl Fahrradreifen aufpumpen, als auch Autoreifen. Das Adapterstück muss dazu einfach nur umgesteckt werden. Angeblich sind bis zu 6 bar Druck damit realisierbar!

Während ich nun das Vorderrad wieder aufpumpe, horche ich immer wieder ob Luft entweicht. Aber alles sieht gut aus und schon nach kurzer Zeit checke ich den Luftdruck im Display: 2.6 bar. Das ging wirklich prima.

Die ganze Aktion hat mich nur etwa 20 Minuten gekostet und ich konnte ohne fremde Hilfe weiterfahren. Die Reparatur ist wirklich nicht schwierig und es ist schon etwas wert, wenn man sich unterwegs selbst helfen kann. Das klappt natürlich nur bei schlauchlosen Reifen wie im Falle der BMW GS, dafür aber wirklich gut.

Die 1.200 Kilometer bis nach Hause inkl. längerer Autobahnetappen waren übrigens überhaupt kein Problem und ich war echt froh, das Reparaturset und die Pumpe dabei zu haben.

Reparaturset für Motorradreifen (bei Louis)

Lezyne Micro Floor Drive HVG (über Amazon)

 

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