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Kroatien 2017

Nachdem wir auf unserer Sommertour zuerst Sizilien und Kalabrien  besucht haben, wechseln wir mit der Jadrolinija-Fähre von Bari nach Dubrovnik. Kroatien ist nun das Land unserer Wahl und das Hauptziel dabei die Küstenstrasse D8. Von Dubrovnik führt sie hoch bis nach Istrien als kroatischer Teil der „Jadranska Magistrala„.

Pünktlich um acht Uhr am Morgen kommen wir im Hafen von Dubrovnik an und fahren bei herrlichstem Wetter mit dem Motorrad von Bord und geradewegs in die historische Altstadt.

Die Altstadt von Dubrovnik darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Auch, wenn es hier wirklich sehr touristisch zugeht.

Geparkt wird dabei stilecht auf einem grösseren Rollerparkplatz, denn irgendwo im hinteren Teil – so denke ich jedenfalls – findet sich bestimmt noch ein Plätzchen für unsere vollbepackte GS. Wir flanieren dann zum Frühstück in ein schönes Lokal unten am Wasser und registrieren bei unserem Morgenkaffee die vielen asiatischen Reisegruppen, die mit fortschreitender Tageszeit in Massen von Reisebussen ankommen. Während wir frühstücken, bewundern wir die Pauschaltouristen, bei denen ohne Selfie-Stick heute gar nichts mehr geht!

Dubrovnik hat eine wunderschöne Altstadt und den Besuch derselben kann man wirklich nur dringend empfehlen, auch wenn man sich mit fortschreitender Tageszeit durch die Massen kämpfen muss.

Schon nach wenigern Metern merkt man, wieso dieser wundervolle Fleck zum UNESCO Welterbe in Kroatien wurde.

Irgendwann später, nach unzähligen Ahhs und Ohhs und noch mehr Fotos wollen wir das Motorrad vom Rollerparkplatz zurückholen und müssen erkennen, dass zwischenzeitlich viele weitere Zweiräder und sogar Autos hinzugekommen sind.

Das Parken im hinteren, jetzt praktisch nicht mehr zugänglichem Teil war einfach saudämlich, denn es dauert ewig und erfordert viel Anstregung, die GS wieder zu befreien. Auf dem Foto liegt die Ausfahrt vom Parkplatz ziemlich genau in der Bildmitte oben. So schaffe ich es erst nach langem hin und her rangieren und schlussendlich auch dem Abbau der Seitenkoffer, aus dem Chaos herauszukommen.

Schnell fahren wir nun auf die Küstenstrasse D8 von Dubrovnik in Richtung Norden.

Ich hatte diese kroatische Traumstrasse an der adriatischen Ostküste schon seit Jahren auf meiner persönlichen ToDo-Liste und endlich ist es soweit. Immerhin bietet sie über die gesamte Länge von Dubrovnik bis nördlich von Rijeka knapp 600 Kilometer feinsten Asphalt, perfekte Kurven und fantastische Aussichten mit einem Panoramamix aus Küste, Bergen und Meer.

Wir machen unzählige Fotostopps und die Strecke ist tatsächlich noch viel besser als erwartet. Aber auch der Asphalt ist gut. Es gibt noch unzählige Schauergeschichten im Netz von spiegelglatten Strassen, vor allem im Regen. Das lag in der Vergangenheit an dem hohen Anteil Marmor im Strassenbelag. Zwischenzeitlich kann ich aber Entwarnung geben: Dieses Problem ist weitestgehend behoben und es gibt nur noch sehr wenige, kurze Stücke mit dem alten, problematischen Belag.

Überdies empfehle ich sowieso, die Strecke bei schönem Wetter zu fahren und Regentage zu meiden. Ok, kleiner Scherz…

Kilometerlang ziehen sich stattdessen flüssige Kurven mit atemberaubenden Aussichten an der Küste entlang. Irgendwann gelangen wir an die Grenze zu Bosnien.

Hier hat sich der Balkanstaat Neun Kilometer der kroatischen Küste abgerungen und wir passieren auf diese Weise zwei Mal die Grenze von Kroatien nach Bosnien und zurück von Bosnien nach Kroatien. Verrückt. Da Kroatien zur EU gehört, Bosnien jedoch nicht gibt es hier sogar echte Grenzkontrollen, allerdings mit einigermassen flüssiger Abfertigung.  Wir essen dann sogar zu Mittag in diesem sehr kurzen Stückchen Bosnien-Herzegowina nahe dem Ort Neum.

Wesentliche Erkenntnis schon auf den ersten Kilometern: Alles ist hier im besten Zustand. Die Strassen sind tiptop in Ordnung, alles ist gepflegt und sauber! Überhaupt kein Vergleich zu den bemitleidenswerten Zuständen auf Sizilien und in Süditalien.

Hier kann man die tolle Gegend, kurvenreiche Strassen und fabelhafte Aussichten so richtig geniessen.

Gradac, etwa 40 km südlich von Makarska ist dann unser Lieblingsort, wo wir sogar kurz überlegen, den Tag bereits vorzeitig zu beenden, uns dann aber doch für die Weiterfahrt entscheiden. Später ärgern wir uns etwas darüber, versichern uns aber, irgendwann nochmal wiederzukommen.

Split erleben wir als Grossstadt, die man ca. 10-20 Kilometer davor und danach getrost vergessen kann. Dieser Teil der D8 ist mal nicht so schön, macht aber wirklich nur ein verhältnismässig kleines Stückchen aus.

Am Abend haben wir tatsächlich ein paar Schwierigkeiten, eine passende Bleibe zu finden. In unserer geplanten Unterkunft nahe Trogir (ebenfalls UNESCO Welterbe) sind die Wirtsleute hocherfreut über spät ankommende Motorradfahrer und der Meinung, ihr Geschäftssinn wäre grösser als unsere Vernunft. Aber auf Abzocke haben wir gerade keine Lust und zeigen ihnen schnell wieder das Heck unseres Motorrads.

Wir haben dann erst in „Grebastica“, etwas südlich von Sibenik Erfolg und mieten uns im B&B Roko ein. Das kleine, aber sehr feine Haus glänzt mit nagelneuen Zimmern, modernster Ausstattung, einem Jacuzzi auf dem Dach und super Aussicht auf die Bucht. Leider ist unser Appartement nur für eine Nacht verfügbar, denn wir würden hier sehr gerne länger bleiben, zumal man direkt am Ufer zu Abend essen kann, was wir auch prompt machen.

Bei einer Flasche Wein planen wir für den folgenden Tag die Weiterreise nach Plitvice und buchen uns dann dort schon am Vorabend im B&B „Millenium House“ ein. Zwischenzeitlich hatten wir vor, die Fähre von Zadar nach Mali Losinj zu nehmen, aber der Terminplan der Fähre passt aktuell nicht zu unserem Reiseverlauf, daher ziehen wir nun Plitvice vor. Gut, wenn man unabhängig und flexibel reist.

Wir fahren zunächst Richtung Sibenik und wieder auf der traumhaften D8 in Richtung Norden.

Bemerkenswert finden wir den geringen Verkehr. Vielleicht liegt es an der Vorsaison oder einfach daran, dass der Grossteil der Touristen nicht so weit in den Süden fährt. Jedenfalls kann man hier noch in Ruhe die Landschaft geniessen. Gleichzeitig findet man alle paar Kilometer Pensionen, Hotels und Restaurants.

Würde sich die Wettergarantie nicht nur auf die wenigen Sommermonate beschränken, wäre hier unsere Gegend für einen zweiten Wohnsitz.

Bei Zadar müssen wir nochmal für ein paar Kilometer ins Hinterland wechseln, sind aber bei Starigrad, am Fusse des Paklenica Nationalparks, wieder ganz in unserem Element. Eine verschlafene kleine Bucht wechselt sich mit der nächsten ab und es geht permanent nur „schau mal hier“ und „oh, schau da“. Links glitzert die Adria in der Mittagssonne, rechts türmen sich die hohen Berge des Velebit Nationalparks auf. Irgendwann erreichen wir das kleine Küstendorf Karlobag und wechseln dort auf die Bergstrasse Nummer 25 ins Landesinnere und östlich in Richtung Plitvice.

Schnell geht es hier steil bergauf und die Serpentinen schrauben uns vorbei an tollen Aussichtspunkten bis auf knapp 1000 Meter in Richtung Himmel.

Hier, abseits vom Meer wechseln sowohl die Landschaft, als auch die Gebäude ihr Aussehen. Während man unten am Wasser noch überall den durch Tourismus erarbeiteten Wohlstand sehen kann, geht es abseits davon schon deutlich einfacher zu.

Im Gegensatz zu Süditalien liegt jedoch nirgendwo Müll herum und Neubauruinen findet man auch nur vereinzelt. Dafür tauchen immer mal wieder kleine Friedhöfe neben der Strasse auf, die von den Kämpfen des Krieges Anfang der neunziger Jahre zeugen.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann unser B&B Millenium House im Nationalpark Plitvice und werden dort sehr nett empfangen. Wir bekommen alles genau erklärt, inklusive Tipps für die Route durch den Park. Und am Abend zaubert Multitalent Chef persönlich noch ein Abendessen, welches wir mit einem seiner empfehlenswerten Weine krönen. Da er 18 Jahre in Grossbritannien gearbeitet hat, ergibt sich eine ebenso unterhaltsame wie ausgedehnte Konversation und wir diskutieren ausgiebig über Ausbildung, Know-how, Strategien und persönliche Ziele.

Am Morgen sehen wir zu unserer Freude ein paar Sonnenstrahlen zum Frühstück. Leider sind es dann die letzten des Tages. Nach der Ankündigung von 27 Grad am Vorabend fahren wir die wenigen Meter zum Eingang des Nationalparks mit kurzer Hose. Blöd, wenn die Wettervorhersage irrt. Der Tag bleibt zwar trocken, aber auch ziemlich frisch und das Thermometer schafft es hier auf etwa 600 Metern Höhe nicht mal mehr bis zur 20-Grad-Marke. Trotzdem durchlaufen wir den Park von den Upper Lakes bis zum grossen Wasserfall im Canyon.

Da wir Menschenmassen nicht so mögen, sind wir frühzeitig aufgebrochen und beginnen bereits um halb neun unsere Wanderung.

Aber schon gegen zehn Uhr füllt es sich deutlich und der Park wird mit Fernostasiaten geflutet.

Diese Massen stehen entweder in Scharen auf den schmalen Wegen um einen Reiseführer herum, quasseln unentwegt durcheinander oder fotografieren sich selbst unter Einsatz der obligatorischen Selfiesticks. Ich bin fest davon überzeugt, dass japanische Smartphones 500 Exabyte Speicher haben, denn die knipsen einfach alles! Irgendwann sehe ich sogar einen, der einen Mülleimer fotografiert, unglaublich!

Der professionelle Japaner hingegen, toppt dies noch unter Einsatz seiner Vollformat-Spiegelreflex auf Dreibenstativ und weiträumiger Vollsperrung der Wanderwege zur optimalen Blenden- und Belichtungswahl. Es ist abartig.

Dabei ist der Plitvice-Park an sich wunderschön und hier wurden viele Szenen für die alten Winnetou-Filme Anfang der sechziger Jahre gedreht.

Irgendwann am frühen Nachmittag haben wir es dann aber geschafft und sind durch. Den Rest des Tages arbeite ich im B&B unter Nutzung des häuslichen WLAN ein paar Kundenmails ab und wir chillen den Nachmittag bei Cappucino weg.

Wir erhalten in unserem B&B noch ein perfektes Frühstück und wollen dann zeitig in Richtung Cres aufbrechen. Vorher kommt noch die Haushälterin und bringt uns unsere Wäsche, die nach so langer Zeit mal dringend frisch gewaschen werden musste. Das hatten wir selbst am Vortag im Waschbecken mit Duschgel erledigt und das Ergebnis dann auf der Leine im Garten aufgehängt. Da über Nacht aber Regen angekündigt war, hatte die Hausdame die fremden Sachen im Garten erkannt und kurzerhand in den eigenen Trockner gesteckt, was für ein aufmerksamer Service!

Der Tag beginnt zwar mit strahlend blauem Himmel und die Sonne scheint, aber die Lufttemperatur beträgt nur 13 Grad und es ist hier im kroatischen Hinterland wirklich frisch auf den ersten Kilometern. Im Lauf des Vormittags klettert das Thermometer dann jedoch kontinuierlich bis auf 25 Grad nach oben. Von Jezerce bei Plitvice geht es über die wundervollen Strassen 52, 50 und 23 bis nach Senj an die Küste.

Was uns auffällt sind immer wieder verlassene, zerschossene Häuser aus dem Kroatienkrieg Anfang der Neunziger. Das kann einen schon nachdenklich machen. Die Landschaft ist derweil sehr bergig, grün, idyllisch und einsam. Die Kurvenradien wurden sicherlich speziell für Motorräder gewählt und wir kommen zügig voran. Zwischendurch passieren wir mal so nebenbei das unglaublich schöne Velebit-Gebirge bzw. den Velebit Nationalpark.

Hinter Jadranovo geht es dann über die mautpflichtige Brücke (ca. 2,50 EUR fürs Motorrad, nur Hinfahrt, Rückfahrt zum Festland ist frei) auf die Insel Krk und bis nach Valbriska, wo die Fähre nach Merag auf Cres ablegt. Meine Zeitrechnung am Vortag hat bei entspannter, aber flüssiger Fahrweise ergeben, dass wir gegen Mittag dort ankommen müssten und wir landen auf dem Parkplatz der Cres-Fähre dann tatsächlich um 11:45 Uhr und haben noch eine satte halbe Stunde Luft bis das Schiff um 12:15 Uhr ablegen soll.

Die 45 Minuten auf der Fähre (Motorrad mit zwei Personen für umgerechnet gut 9,- EUR) verbringe ich mit Fotografieren und wir machen uns nach dem Anlegen dann auf in Richtung Mali Losinj, dem schönen Ort am Südende der Insel. Etwa 70 Kilometer fahren wir bis dahin, stärken uns unten am Hafen in einem Cafe und haben dann tatsächlich wieder Probleme, eine passende Unterkunft für den Abend zu finden, obwohl wir es auch noch in Veli Losinj versuchen, was heute eventuell auch an den Ansprüchen einer mitreisenden Dame liegen mag.

Irgendwann breche ich die ergebnislose Suche ab und verlange einen Standortwechsel, muss aber auch zugeben, dass beide Orte zwar wirklich schön, aber auch sehr, sehr touristisch sind. Nach den positiven Erfahrungen in 2015 kehren wir daher um und fahren in das kleine Fischerdorf Valun, etwas südlich der Inselhauptstadt Cres.

Dort quartiere ich uns kurzerhand bei „Dinko“ im erstbesten B&B ein. Er hat für uns ein einfaches, kleines Zimmer: Sauber und ordentlich, mit Bad und Blick auf die Bucht von Valun. Eigentlich ist es alles was wir brauchen und manchmal macht man sich die Suche nach einer Bleibe selbst zu schwer. Ich zeige Carola dann das kleine verträumte Fischerdorf, in dem ausserhalb der Saison nur etwa 60 Menschen leben.

Derweil hatte Dinko uns angewiesen, das Motorrad einfach an der Uferpromenade abzustellen und wir schauen sogar direkt vom Restauranttisch darauf, obwohl das hier in Valun sicherlich unnötig ist.

Direkt am Wasser gibt es im „Na Moru“ leckere Fischgerichte und wir lassen den Abend auf der Terrasse mit Blick auf das Meer ausklingen.

Mehr braucht wirklich kein Mensch und es ist einfach perfekt. Von unserem Zimmer mache ich dann noch ein Foto der tollen Abendstimmung. So kann man einen Tag zufrieden beenden!

Am nächsten Morgen geht es zeitig los um eine der frühen Fähren von der Insel zu erreichen. Es ist Freitag, Abreisetag für viele und wir wollen nicht in den Verkehr von Wohnmobilkolonnen gelangen. Die Morgenfähre legt um 10:30 Uhr ab und wir erreichen den Hafen Porozina auf Cres trotz weiterer Fotostopps schon um kurz nach zehn.

Trotzdem ist die Fahrzeugschlange bereits lang und wir mogeln uns mit dem Motorrad vorbei an den wartenden Autos, Wohnmobilen und Wohnwagen bis vor die Schranke. Direkt neben uns steht ein fast dreissig Jahre alter, etwas ranziger VW Bus in rostrot und wir kommen mit dem Rentnerehepaar ins Gespräch. „Ihrer“ Auskunft nach betrachtet „Er“ den klapprigen Bus als „Modelleisenbahnersatz“, was „Er“ wiederum stolz bestätigt und gleichzeitig beteuert, damit nur ein Mal in Italien liegen geblieben zu sein. Zudem erläutert er uns ausführlich die Vorzüge eines normalen VW-Busses gegenüber diesen neumodischen, hohen Reisemobilen, die nicht mehr überall durchkommen. Anyway – wir sind mit unserem Fahrzeug in Form eines Zweirads zufrieden und happy, vor allem dafür, abends in ein richtiges Bett zu dürfen. Derart überzeugte Camper sind wir einfach nicht.

Die Fähre ist nur etwa 20 Minuten unterwegs und wir erreichen Istrien um gleich in Richtung südlichem Zipfel zur Hafenstadt Pula abzubiegen. Am Vorabend haben wir mal das Hausangebot gecheckt und zwei Domizile in die engere Wahl genommen: Die Villa Oasiss (ja, die schreibt sich so…)  und die Villa Elizabeta, beide südlich von Pula.

Zuerst stehen wir vor dem Oasiss, einem sehr neuen, sehr edlen, sehr feudalen und damit für mich sehr ungeeigneten Haus. Carola schaut es sich näher an und meint, es wäre „Schickimicki“ und damit für meinen Geschmack definitiv ungeeignet! Wir fahren daher weiter zur Elizabeta und sind begeistert.

Das Haus ist einwandfrei, man blickt auf das Meer, hat zwei Pools im Garten und die Nacht liegt mit 65 EUR für ein komplettes Apartment mit eigenem Balkon voll im Budget. Am Abend schauen wir noch im nahen Restaurant „Suzi“ vorbei und geniessen das Abendessen unter schattigen Bäumen am Meer.

Unten am Wasser beschert uns die untergehende Sonne noch einen tollen Blick, während die Wellen an die Steine schwappen. So kann man einen tollen Motorradtag stilecht beenden.

Nach vielen rastlosen Tagen auf dem Motorrad lassen wir es heute mal langsam angehen. Abgesehen vom morgendlichen Einkauf bleibt die GS stehen und wir geniessen unseren Pool.

Am frühen Vormittag hatten wir noch das Frühstück im Bistro des nahen Campingplatzes reserviert und sind davon sehr positiv überrascht. Einzig die pikiert schauenden Camper, die in ihren Vorzelten den Morgenkaffee zu sich nehmen, mustern uns ausgiebig und abschätzig. Für die sind WIR jetzt mal „Schickimicki“…

Bis zum Nachmittag sind wir die einzigen Gäste am Pool des Hauses und es könnte uns schlechter gehen. Den Abend geniessen wir alleine in Ruhe auf unserem Balkon mit Antipasti und einem kühlen Weisswein, bevor wir uns dann morgen auf den Weg in Richtung Norden machen. Die Route habe ich über den Tag schon mal abgesteckt und wir wollen es locker angehen lassen. Ob wir nun zwei oder drei Tage nach Hause benötigen, ist uns egal.

Noch ein letztes entspanntes Frühstück in Kroatien, dann geht es auf die (temporäre) Heimreise zurück in die Heimat. Kroatien ist ein wunderschönes Land, welches zwischen Dubrovnik und Opatija eine Küste bietet, die ihresgleichen sucht. Hinter Italiens Süden muss sich Kroatien schon mal gar nicht verstecken und alles ist piekfein sauber und aufgeräumt!

Recht zeitig kommen wir auf der ersten Etappe unserer Heimreise dann auch noch am sehenswerten Limski-Kanal vorbei, der sich etwa 11 Kilometer vom Meer bis in die Berge schlängelt.

Besonders im direkten Vergleich mit Kroatien macht einen der Umgang der Italiener mit ihrer Natur schon echt traurig. Vielleicht kommt mal jemand auf die Idee, potenzielle Produktivität von Leistungsempfängern in das Aufräumen zu investieren? (Sorry, war nur eine verrückte Idee…) Vielleicht entspricht das aber auch nicht deren Religion, Erziehung, Natur oder ihrem Selbstverständnis und sie fühlen sich dadurch diskriminiert? (Letzten Satz streichen, ist 2017 politisch inkorrekt…)

Wir passieren dann Koper in Slowenien…

…unter Umfahrung der mautpflichtigen Autobahn und fahren dann über die italienischen Schnellverbindungen vorbei an Triest, Udine bis an den Fuss der Alpen in Richtung Plöckenpass.

Es ist derweil echt heiss und wir schwitzen sogar in unseren Sommerjacken.

So langsam kommt die Urlaubs-Hochsaison und das Wetter passt sich der Jahreszeit an. Da ist man dann froh, wenn es oben auf gut 1.300 Metern wieder etwas kühler zugeht.

Wenn ich das richtig nachgeschaut habe, heisst der Pass in Italien „Monte Croce Carnico“ oder auch „Kreuzbergpass„. Ich hatte vorher noch nie von dieser Variante gehört, aber fahrerisch ist das empfehlenswert! Weiter geht es dann in Richtung Lienz in Österreich.

Danach durch den Felbertauerntunnel, Mittersill und Kitzbühel, bis wir bei Kufstein wieder deutschen Boden unter den Füssen haben. Das waren dann mal eben fünf Länder (HR, SLO, I, A, D) in zehn Stunden.

Am Nachmittag in Mittersill hatten wir bereits überlegt, ein Zimmer zu nehmen, als wir aber vor einem Gasthof sitzen und für zwei Cola Light 7,60 EUR bezahlen (Sieben! Euro! Sechzig!) ziehen wir es vor, Österreich möglichst schnell wieder zu verlassen. Zwei Mal haben wir heute übrigens zugesehen, wie sie an reichlich unsinnigen, sicherlich dafür aber einträglichen Stellen die Transitreisenden mittels Lasermessungen zur Kasse bitten. Nein Danke!

Da bin ich dann irgendwie froh, in Bayern anzukommen und muss jetzt mal zugeben, dass ich ein altmodischer und einfallsloser Schnitzelfan bin. Und ein- oder zweimal im Jahr erlaube ich mir ein ordinäres Wiener Exemplar mit Bratkartoffeln, denn das können die da unten einfach! Kalorien und gesunde Ernährung hin oder her, morgen gehe ich wieder joggen, versprochen!

Unseren letzten Reisetag fasse ich kurz: 800 Kilometer deutsche Autobahn reissen wir in zehn Stunden ab und kommen nach ingesamt 5.051 Kilometern auf Sizilien, in Kalabrien und durch Kroatien wieder zuhause an.

 

Fazit:

Carola war traditionell Italienfan und machte beim Gedanken an Kroatien keine Freudensprünge. Jetzt ist es umgekehrt, was besonders am Müll und Dreck in Süditalien liegt. Wir würden sagen, Italien ist vor allem an den Seen im Norden toll, wird aber umso schlimmer, je weiter man nach Süden kommt.

Kroatien präsentierte sich uns als wunderschönes Reiseland, nicht nur an der fantastischen Küstenstrasse D8 (dafür werden Motorräder gebaut!), sondern auch am Hinterland mit vielen sehenswerten Naturparks.

Kroatien: Wow. Ich war 1987 zum ersten Mal in Istrien, 2015 dann mit dem Motorrad bis Cres, jetzt endlich die ganze Küste von Dubrovnik über die D8 bis hinauf in den Norden. Fantastisch. Wunderbar. Toll. Da muss man hin!

Unsere Reisezeit: Anfang bis Mitte Juni 2017

Schäden: Keine

Verluste: Der Traum von Süditalien

 

Was uns sonst noch aufgefallen ist:

Freundlichkeit

Wir hören öfter, Kroaten wären unfreundlich. Unserer Meinung nach ist das eine erste Zurückhaltung. Immer wenn wir mit den Menschen dort ins Gespräch kamen, waren alle sehr nett und offen. Wir haben uns fast überall sehr wohl gefühlt.

Vorsaison

Trotz Juni waren noch relativ wenig Urlauber im Land. Man merkte zwar, dass es voller wurde, aber nach Aussage unserer Gastgeber war immer noch Vorsaison. In den Hot-Spots Dubrovnik und Plitvice war es aber auch im Juni schon überlaufen. Wir hatten nichts vorgebucht und einfach geschaut, wo es uns gerade gefällt und das hat meistens gut funktioniert.

Infrastruktur

Alles tiptop! Was für ein Gegensatz zu Süditalien: Die Strassen perfekt in Schuss, kein Müll und alles gepflegt. Die Kroaten sorgen wirklich für sich und ihre Umgebung.

D8

Eine Traumstrasse sondergleichen und kroatischer Teil der „Jadranska Magistrala„. Von Dubrovnik schlängelt sich dieses wundervolle Stück Asphalt immer entlang zwischen Küste und Bergen. Fantastische Aussichten und malerische Dörfer an schönen Buchten. Dazu Pensionen, B&Bs und Hotels alle paar Meter. Wundervoll!

Übernachtungen

Ausserhalb der Hochsaison (ca. Mitte Juni bis Ende August) findet man immer ein Zimmer, über Booking.com sowieso. Vorbuchungen sind in dieser Zeit meist nicht nötig. Ordentliche Zimmer mit Frühstück bereits ab ca. 50 EUR und für 70-90 EUR gibt es wirklich herausragende Häuser in toller Lage.

Unsere Route in Kroatien (Klick für grösser)

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